Magical-Girl-Woche: Magic Knight Rayearth

Magic Knight Rayearth ist einer von CLAMPs Magical-Girl-Klassikern aus den 90er Jahren der etwas anderen Art. Was euch darin erwartet, lest ihr in diesen Artikel.

Drei ganz normale junge Schulmädchen namens Hikaru, Umi und Fuu befinden sich gerade im Tokyo Tower, als sie plötzlich von einem Licht erfasst werden. Eine Frauenstimme sagt ihnen, sie sollen ihre Welt als »Magic Knights« retten. Kurz darauf werden die drei in die Tiefe gezogen.

Die Mädchen stellen schon bald fest, dass sie sich nicht mehr in Tokyo befinden. Ein mächtiger Zauberer namens Clef verrät ihnen, dass sie in einer anderen Welt namens Cephiro gelandet sind. Prinzessin Emeraudes hätte Hikaru, Umi und Fuu in diese Welt geholt, damit sie als »Magic Knights« erwachen. Denn Cephiro steckt momentan in einer großen Krise. Seitdem ihre Prinzessin, die zugleich der Pfeiler des Landes ist, von Zagato entführt wurde, erscheinen immer mehr Monster im Land. Ihre letzte Hoffnung liegt in den legendären Kriegerinnen aus der anderen Welt.

Clef verleiht den Mädchen Zauberkräfte. Zudem werden sie von der Schmiedemeisterin Presea mit speziellen Waffen ausgerüstet. So müssen die drei Schülerinnen eine Aufgabe nach der anderen meistern, um sowohl Cephiro zu retten als auch wieder nach Hause zurückkehren zu können. Letztendlich nimmt die Rettung ein dramatisches Ende. Unsere Heldinnen kehren zwar zurück in ihre Welt, allerdings nagt an ihnen das Gefühl, Cephiro in Stich gelassen zu haben. Hikaru, Umi und Fuu beschließen den Ort erneut aufzusuchen, um die dortigen Probleme zu lösen. Letztendlich stellt sich die Frage, ob es ihnen dieses Mal gelingen wird.

Fliegende Riesenfische, mächtige Zauberer, eine wunderschöne Prinzessin, magische Kriegerinnen – mit Magic Knight Rayearth entführen CLAMP ihre Leser in eine zauberhafte Welt voller Fantasien. Doch auch an Spaß, Dramatik und Romantik fehlt es der Handlung keineswegs. Durchgängig bleibt die Geschichte auf einem kinderfreundlichen Niveau. So werden beispielsweise Bösewichte nicht vernichtet, sondern gereinigt. Auf tiefgründige Hintergründe haben die Autoren verzichtet. Damit auch Jungs auf dem Geschmack kommen, hat man die drei Protagonistinnen mit Mechas ausgestattet, welche für reichlich Action sorgen. Erwähnenswert sind auch die für CLAMP typischen detaillierten und feinen Zeichnungen. Lustige SD-Figuren der Charaktere lockern die Handlung auf.

Man ist es bereits aus anderen Magical-Girl-Serien wie Naoko Takeuchis Sailor Moon gewohnt, das die weiblichen Protagonisten gewöhnliche Schulmädchen darstellen, denen eine große Verantwortung als legendäre Kriegerinnen auferlegt wird. Dies wird für sie natürlich zur großen Bewährungsprobe. Die unterschiedlich dargestellten Charaktere machen es dem Leser einfach, sich mit ihnen zu identifizieren – mal temperamentvoll, mal elegant oder vernünftig. So nebenbei wurde das niedliche Wesen »Mokona« zu einem Kult-Maskottchen in der Anime- und Manga-Szene.

Magic Knight Rayearth debütierte 1993 im japanischen Magazin Nakayoshi, welches von Kodansha herausgegeben wird. Zum damaligen Zeitpunkt reagierte das Magazin auf seinem Verkaufsrückgang bei jüngeren Lesern. Insgesamt sind sechs Manga-Volumes erschienen, welche 1999 auch hierzulande von Carlsen Manga! publiziert wurden und zehn Jahre später erneut als zwei Sammelband-Editionen herauskamen.

1994 produzierte Tokyo Movie Shinsha unter der Regie von Toshihiro Hirano die 49-teilige Magic Knight Rayearth-Anime-Serie. Die Handlung weicht stellenweise von der des Manga ab. Drei Jahre später folgte zudem eine Original Video Animation, die aus drei Episoden besteht. Anime Virtual veröffentlichte diese auch im deutschsprachigen Raum.

CLAMPs Magic Knight Rayearth bietet seinen Lesern Spannung, Dramatik, Romantik, Spaß und Fantasie. Die Handlung richtet sich mehr an jüngere Leser und dürfte nicht nur für Mädchen interessant sein. Denn auch Jungs kommen durch die enthaltene Action auf ihre Kosten. Auf eine tiefgründige und dunkle Geschichte wurde verzichtet. Dennoch beinhaltet sie alle Elemente, die das Herz eines Shojo-Fans höher schlagen lassen.