Popkultur Dear Brother!, Band 2 - Manga-Test

Dear Brother!, Band 2 – Manga-Test

Während die Serie in Japan im April 2014 ihr Ende fand, publizierte TOKYOPOP im selben Monat den ersten von bisher drei Volumes zu Maki Enjojis Josei-Manga Dear Brother! im deutschsprachigen Raum. Wie wir darin erfahren haben, lebt Momo nach einer geplatzten Hochzeit mit ihren drei Brüdern Aoba, Sogo und Gin zusammen, was für jede Menge Stress sorgt. Band 2 knüpft hier perfekt an, der am 16. Juni bei TOKYOPOP erschien. Sumikai warf für euch einen Blick hinein.

Damit Momo ihr Glück findet möchte Sogo diese schnellstmöglich unter die Haube kriegen und ihr bei der Suche nach einem neuen Mann helfen. Doch Momo findet es falsch, dass er sie zu so etwas drängt. Immerhin hat die junge Frau ihre Brüder gerade erst wiedergetroffen und ein neuer Mann an ihrer Seite würde quasi bedeuten, dass Aoba, Sogo und Gin keinen Grund mehr hätten, bei ihr zu bleiben. Sogos hartnäckige Art führt zum Streit.

Dann taucht auch noch Aobas Mutter auf und möchte ihn zurück nach Hause holen. Da dieser aber an der Seite von Momo und seinen zwei Brüdern bleiben möchte tut er sich kurzerhand mit Momo zusammen und flüchtet mit ihr in ein Hotel. Schließlich liegt beiden etwas daran, die vier Geschwister noch für eine Weile zu vereinen. Natürlich macht sich Sogo umgehend auf den Weg, die zwei zu finden, was er auch letztendlich tut. Doch existiert eine Lösung für die Problematik?

Maki Enjoji bleibt auch im zweiten Band von Dear Brother! ihrer Linie treu. Wer andere Werke der Mangaka kennt, der weiß, dass sie sich gerne an Klischees bedient. In diesen Fall kombiniere man eine Protagonistin, die sich leicht in Probleme verwickelt, und drei junge, attraktive Männer, welche jeweils einen kindlichen, coolen und reifen Charaktertyp darstellen – quasi für jeden weiblichen Josei-Fan etwas dabei. Für den Leser dürfte nun wohl feststehen, wer für Momo bestimmt ist. Ganz nach dem Motto »was sich liebt, das neckt sich« sorgen die Streitgespräche zwischen ihr und Sogo für Spaß – allerdings auch für Missverständnisse, die es gilt, zu klären. Wie gut, dass es noch zwei weitere Brüder gibt, um die Zankhähne wieder zur Vernunft zu bringen. Aoba und Gin kommen in Band 2 mehr zur Geltung, wodurch der Leser durchaus Sympathie für sie entwickelt, allerdings treten sie nicht als Liebesrivalen auf. Dafür baute Enjoji-sensei zum Ende des Volumes eine neue männliche Figur in die Story ein.

Maki Enjojis Dear Brother! bietet dem Leser eine Liebesgeschichte auf Umwegen. Der Ablauf ist nach dem typischen Shojo-Muster, sodass dem Leser im Grunde nichts Neues geboten wird. Leider muss man der Mangaka ebenso vorwerfen, dass ihre Protagonisten sehr stereotypisch und einfallslos gestaltet sind, in vielerlei Hinsicht jenen aus ihren früheren Werken gleichen. Trotzdem weiß die Geschichte zu unterhalten und selbst die Figuren wird der eine oder andere Leser schnell ins Herz schließen. Das Auftauchen eines Nebenbuhlers und eine missverständliche Aussage seitens Momo sorgen am Ende für einen spannenden Cliffhanger. Dear Brother! ist einem jugendlichen Publikum zu empfehlen, das nicht vor Klischees zurückschreckt und dem unkomplizierte Romantik-Erzählungen mit einer ordentlichen Prise Humor gefallen.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Dear Brother!, Band 2.

Dear Brother! 2 © 2013 by Maki Enjoji/Shogakukan Inc.
© TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2014

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