Dear Brother!, Band 1 – Manga-Test

Maki Enjoji ist hierzulande längst keine Unbekannte mehr: Mit Josei-Erzählungen wie zuletzt Happy Marriage!? mag die Mangaka schon einige Fans für sich gewonnen haben. Ihr neustes Werk Dear Brother! zählt aktuell drei Bände und findet im April 2014 in Japan ein Ende. TOKYOPOP publizierte das erste Volume pünktlich zur diesjährigen Manga Comic Convention. Was euch darin erwartet, das wird euch dieser Artikel verraten.

Momo Komatsu beschließt anlässlich ihrer baldigen Hochzeit ihre Adoptivbrüder Aoba, Sogo und Gin zu kontaktieren, damit diese ihren Zukünftigen kennenlernen. Sie ist schon etwas aufgeregt, da Momo die drei zuletzt vor 15 Jahren gesehen hat.  Das Aufeinandertreffen von Momos Brüdern und ihrem Verlobten verläuft allerdings sehr beschämend für die junge Frau, da Aoba, Gin und Sogo nichts Besseres zu tun haben, als ihrem Liebsten pikante Fragen zu stellen – beispielsweise, ob er im Rotlichtmilieu verkehrt.

Das machen sie natürlich nicht umsonst, denn Sogo hat sich zuvor über ihren baldigen Ehemann informiert und er entpuppte sich als weniger vertrauenswürdig. Momo glaubt ihren Brüdern nicht und ärgert sich, dass sie sich derartig in ihr Leben einmischen. Doch schon bald zeigt Momos Zukünftiger ihr gegenüber sein wahres Gesicht.

Die Hochzeit wäre nun geplatzt. Doch gerade dieser Fakt hat Konsequenzen für Momo, denn üble Gerüchte verbreiten sich über sie auf ihrem Arbeitsplatz. Des Weiteren machen ihre Brüder es Momo Daheim nicht gerade leicht. Denn um sie mit ihren verletzten Gefühlen nicht in Stich zu lassen, haben zunächst nur Aoba und Gin beschlossen, bei ihrer geliebten Schwester einzuziehen. Das Chaos ist perfekt …

Maki Enjojis Zeichenstil ist genretypisch. Auffällig an ihrem Charakterdesign ist, dass sich dieses mit anderen Figuren aus ihren früheren Werken gleicht. Man hat teilweise das Gefühl denselben Protagonisten mit anderen Namen vor sich zu haben – selbst die Persönlichkeiten weisen gewisse Ähnlichkeiten auf (beispielsweise könnte Sogo nahezu ein Abklatsch von Hokuto sein). Mag natürlich für den Wiedererkennungswert der Mangaka sprechen, wirkt aber nicht gerade einfallsreich.

Die Einzelkapitel von Maki Enjojis Dear Brother! debütierten in Shogakukan Petit Comic-Magazin. Zuletzt publizierte der japanische Verlag das dritten Volume der Serie im November 2013. Hierzulande startete Dear Brother! im April 2014. Als Gimmick ist dem Startband eine I LOVE SHOJO »SHOCO CARD« beigefügt, die Informationen zu Enjoji-sensei preisgibt. Insgesamt enthält das erste Buch vier Kapitel zur Hauptgeschichte.

Maki Enjojis Dear Brother! bietet eine unterhaltsame, dramatische und romantische Geschichte aus dem Leben von vier erwachsenen Personen. Wer frühere Werke der Mangaka kennt, der dürfte wissen, dass sie sich gerne an Klischee bedient. Dear Brother! reiht sich hier ebenso ein. Gewisse Aspekte in der Story kann man vorhersehen und auch die eingebauten Alltagsprobleme von Momo laufen darauf hinaus, dass ihre Brüder Retter in der Not werden, wobei sich dieser Fakt im ersten Band wohl eher auf Sogo bezieht. Bei ihm macht es den Anschein, als würde er mehr für Momo empfinden. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Aoba und Gin in den Folgebänden punkto Gefühle noch ein Wort mitreden. Eine WG bestehend aus einer jungen Frau und drei Männern sorgt für ordentlich witzigen Zündstoff aber auch Peinlichkeiten. Die Erzählung ist daher unterhaltsam, aber Leserinnen zu empfehlen, denen klischeehafte Charaktere und vorhersehbare Storywendungen nicht all zu viel ausmachen.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Dear Brother!, Band 1.

Dear Brother! © 2012 by Maki Enjoji/Shogakukan Inc.
© TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2014