Manga-Comic-Con 2017 – buntes Treiben in Leipzig

Alle Jahre wieder! Auch 2017 zog es die Anime-, Manga- und Cosplay-Fangemeinde nach Leipzig, um die Programme der Verlage zu bestaunen, Autogramme von Ehrengästen zu ergattern oder lediglich alte Bekannte wiederzusehen. 105.000 Besucher konnten die Veranstalter dieses Mal begrüßen.

Manga-Comic-Con
© Sumikai

Was einem direkt vor dem Einlass auffiel, sind die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. So wurden erstmals auf dem Event Taschenkontrollen durchgeführt, die bei einer derartigen Großveranstaltung durchaus seine Berechtigung finden. Die Kontrollen waren so gut organisiert, dass sie zu keinen größeren Verzögerungen beim Einlass auf das Gelände führten. War man erstmal in der Halle 1, dürfte die ernste Atmosphäre sowieso schnell verflogen sein.

Vonseiten der Händler gab es für Besucher nicht sonderlich viel Neues zu bestaunen. Negativ fiel der Verkauf von inoffiziellen Merchandise bei ausländischen Händlern auf, insbesondere zu Yuri!!! on Ice. Das fing bei Postern an und hörte bei kleinen Anhängern auf. Zwar warben die Händler nicht direkt mit der Marke, aber die Charakterdesigns oder Posen waren eben sehr identisch. Ebenso sorgte der auffällig gestaltete Stand von Merch in Dice für Verwirrungen bei einigen Besuchern. Einige trauten sich dann aber doch an die Boxen heran.

Großteils lockten die Aktion der deutschen Anime- und Manga-Verlage die Besucher an ihre Stände oder in ihre Panels. Nennenswert sind an dieser Stelle die Extras zum fünften Jubiläum von Kazé Manga. So veranstaltete der Publisher beispielsweise Verkaufsaktionen zu Werken wie Wolf Girl & Black Prince und Blue Exorcist, bei deren Erwerb dem Käufer ein Shikishi mit Autogramm von der jeweiligen Mangaka ausgehändigt wurde. Auch fand ein Gewinnspiel statt, bei dem eine Person einen Stapel Manga in eigener Körpergröße gewinnen konnte. Die Gewinnerin freute sich über insgesamt 125 Bände aus dem Kazé-Angebot. Leider verlief deren Ankündigung organisatorisch ziemlich semi-optimal.

Manga-Comic-Con
© Sumikai

Nichtsdestotrotz waren alle Verlagsstände sehr gut besucht. Dies führt dazu, dass es bereits am Samstagnachmittag die ersten Engpässe gab. Vor allem die lang erwarteten Titel Schneeballen-Verliebt in Japan der deutschen Mangaka Inga Steinmetz sowie die Adaption des BBC-Hits Sherlock von Carlsen Manga! waren schnell vergriffen. Ähnlich sah es bei Kazé aus. Denn die Bonus-Shishikis animierten eine Großzahl an Besucher, den ein oder anderen Startband mitzunehmen.

Ein weiteres sehr unterhaltsames Highlight war die Vorlesung aus dem Manga One-Punch Man mit u. a. dem Synchronsprecher Fabian Oscar Wien, der dem Protagonisten Saitama im Anime seine Stimme verleiht. Und wo wir gerade beim Thema sind: Die hiesigen deutschen Anime-Publisher, wie KSM oder peppermint anime, holten passend zu ihren neusten Publikationen ebenfalls deutsche Synchronsprecher auf die Messe – beispielsweise Jacob Weigert (Gintoki aus Gintama) oder Patrick Keller (Kirito aus Sword Art Online).

Neben den Mangaka aus Japan standen auch deutsche Comiczeichner im Fokus.

So waren beispielsweise Yaa, die ihren zweiten Goldfisch-Band auf dem Markt brachte, oder Sophie Schönhammer und Anna Backhausen (Sternensammler) Besuchermagneten. Allerdings auch die Zeichner aus dem Programm des Kleinverlags Pyramond. Nicht zu vergessen ist selbstverständlich das große Aufgebot an den Zeichnertischen im Kreativbereich. Dieser ist im Vergleich zum letzten Jahr erneut gewachsen. Jedoch reichte der Raum wieder nicht aus, um jedem Zeichner einen Platz zu bieten. Aus diesem Grund fanden sich meist zwei bis drei deutsche Künstler zusammen und mieteten einen kleinen Händlerstand.

Kyoko Kumagai
© Sumikai

Stark besucht waren auch in diesem Jahr die Signierstunden der japanischen Stargäste. Kyoko Kumagai (Miyako – Auf den Schwingen der Zeit), die von Tokyopop eingeladen wurde, und Yusei Matsui, der Zeichner von Assassination Classroom erschienen bei Carlsen Manga!, sorgten erneut für Drängeleien beim Einlass. Auch die beiden Panels, welche leider zeitgleich am Samstag stattfanden, waren mehr als gut besucht. Das Panel mit Kyoko Kumagai, dem wir beiwohnten, verlief in einer sehr entspannten Stimmung. Die Zeichnerin ließ ihre Fans nicht nur beim Zeichnen zuschauen, sondern beantwortete auch alle Fragen, so ungewöhnlich diese teilweise ausfielen.

Erstmals im Programm: Anime in Concert.

Hinter dem Projekt steckt eine gute Idee, wenngleich die Präsentation und Vorstellung nicht ganz optimal verlief. Es fehlten tatsächlich die bekannten Anime-Song-Performances. Teilweise hörte man mit einem Fragezeichen im Gesicht den Liedern zu, weshalb das Publikum bei den Auftritten auch nicht wirklich aufblühte. Besser erging es Desi, die auf der Manga-Comic-Con den Start ihrer Inochi-Tour feierte. Die Mischung aus Geschichte und musikalischer Untermalung nahm die Zuhörer auf eine abwechslungsreiche Reise mit.

Inzwischen gehören neben Manga und Anime auch Games fest zum Angebot der Convention. Über regen Zulauf konnte sich im diesem Jahr Nintendo freuen. Der Hersteller präsentierte den deutschen Spielern mit der Switch ihre neueste Konsole. Verschiedene Aktionen rund um die neue Switch und die ersten Spiele lockten die Gamer in großen Zahlen aus dem Games-Room an den Nintendo-Stand.

Keine Manga-Convention ohne Cosplayer.

Die bunten und liebevoll gestalteten Outfits sorgten bei allen Besuchern für große Augen, aber auch immer noch für ein wenig Befremdlichkeit. Überall auf dem Messegelände und auf dem Weg dorthin sah man Cosplayer in Gruppen zusammensitzen oder bei Foto-Shootings. Die Leipziger und die regelmäßigen Besucher der Buchmesse haben sich inzwischen an die Kostümierten gewohnt und reagieren oftmals eher mit Neugier als mit Ablehnung. Und wie eine ältere Dame am Samstag so schön sagte: “Spätestens am Montag ist der Zauber wieder vorbei.”

Insgesamt lieferte die Manga-Comic-Con an allen Tagen ein abwechslungsreiches Programm ab, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei war. Wie in den letzten Jahren erwies sich der Samstag als  Tag für Hardcore-Besucher. Manch einer wird sich gefragt haben, wieso er sich das eigentlich jedes Jahr antut. Spätestens wenn man das breit gefächerte Angebot sah und mit Freunden und Bekannten bei einem netten Plausch zusammen saß, konnte die Frage leicht beantwortet werden. Es gehört nun einmal dazu. Selbstverständlich werden die meisten im nächsten Jahr wieder in Leipzig sein, wenn sich die Glastüren öffnen und die Besucher einlädt, ihren Alltag ein paar Tage zu vergessen.

Autoren: Gina und Iliana

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