Im Jahr 2016 erschienen die ersten drei Bände des Mangas 7th Garden bei Tokyopop. Nach Anohana können wir den Zeichenstil Mitsu Izumis nun auch in dieser Reihe genießen. Grund genug, um mal einen Blick hinein zu werfen.

Worum geht es?

In einer Welt, in der die Bewohner sehr gottesfürchtig sind, arbeitet Awyn als Gärtner bei der Familie Fiacl. Eines Tages wird jedoch sein Dorf von Abgesandten der Kirche angegriffen. Aus unverständlichen Gründen hat man den Befehl gegeben, den kleinen Ort dem Erdboden gleich zu machen. Erfüllt von Zorn geht Awyn einen Pakt mit Vide ein. Diese ist ein weiblicher Teufel und macht den jungen Mann zu ihrem Diener.

Die Story

Awyn arbeitet als Gärtner bei der Familie Fiacl. Für deren Tochter Mariefiel würde er alles geben. Um für ihre Sicherheit zu garantieren, begibt er sich gelegentlich in den Wald, um Bestien zu jagen, die dem Grundstück zu nah kommen. Auf einem dieser Streifzüge stürzt er plötzlich einen Abhang hinunter. Als er wieder wach wird und sich umsieht, entdeckt er ein Mädchen, welches bewusstlos am Boden liegt. Dies ist die erste Begegnung von Awyn und dem Teufel Vide, welche von nun an sein Leben beeinflussen wird.

Mit dieser Menge an Informationen legt der Manga 7th Garden einen recht rasanten Start hin. Die Szenerie erinnert an ein europäisches kleines Dorf im Mittelalter und strahlt eine gewisse Ruhe auf. Das Auftreten der geheimnisvollen und schönen Vide, die sich selbst als Teufel zu erkennen gibt, zerschlägt dieses Bild. Auch wenn sie anfangs umgänglich wirkt, verspricht ihre Aura Ärger. Ein sehr starker Charakter, der von Beginn an Eindruck schindet und die Story deutlich in Richtung Apokalypse drängt.

Heftige Kämpfe wechseln sich mit Szenen aus Awyns Leben ab. Dabei kommen immer neue Fragen auf. Die dazugehörigen Antworten sorgen gelegentlich für noch mehr Verwirrung, was allerdings das Interesse am Geschehen aufrecht erhält. Zusätzlich finden sich regelmäßig Parallelen zu Geschichten aus dem Christentum. Durch interessante Umbrüche und Eigenheiten der Charaktere wird 7th Garden trotzdessen zu einem eigenständigen Werk, welches kein religiöses Vorwissen benötigt. Insgesamt gewinnt die Story zunehmend einen festen Rahmen, der durch das Auftreten neuer Charaktere immer weiter geformt wird.

Die Charaktere

Awyn Gardener ist Gärtner der Familie Fiacl und der Protagonist von 7th Garden. Obwohl er allen Bewohnern des Hauses bisher nur seine freundliche und ruhige Maske gezeigt hat, stellt man schnell fest, dass es in seinem Inneren brodelt. Viele Ereignisse in seiner Vergangenheit haben ihn stark geprägt. Trotz neuem, entspannten Leben in dem kleinen Dorf kann er all das nicht vergessen.

Mariefiel Fiacl ist die Tochter des Hauses und der wichtigste Mensch in Awyns Leben. Sie ist ein eher naives, kleines Mädchen mit einem großen Herz. Die Angestellten des Hauses sind für sie wie eine Familie und bedeuten ihr viel.

Vide ist eine sehr rebellische und störrische Frau. Ihre Verbitterung und Wut bestimmen ihr Handeln und im Gegensatz zu Awyn fällt es ihr schwer, sich zumindest ein wenig von der Vergangenheit zu lösen. Eigentlich wünscht sie sich nur ein angenehmes, ruhiges Leben und ihren eigenen Garten zurück.

Urupes ist der stärkste der sechs Engel und um einiges bedrohlicher als Vide. Er macht einen sehr erhabenen Eindruck, legt aber gleichzeitig eine gewisse Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit an den Tag.

Iola ist die einer der ersten Menschen und eine Vertraute von Vide. Gemeinsam mit Awyn hilft sie, die Pläne ihrer Tante zu verfolgen. Allerdings kann sie nicht verstehen, warum es der Teufelin so schwer fällt, ab und zu das Leben zu genießen, da auch sie selbst einige Verluste zu verkraften hatte.

Zeichnung

Der Zeichenstil ist sehr sauber und schön anzusehen. Sowohl die Figuren als auch die Umgebung in 7th Garden sind sehr detailliert umgesetzt worden. Trotzdem erhält der Text größtenteils genug Beachtung. An einigen Stellen geht er leider ein wenig unter. Dies geschieht meistens, wenn Szenen dargestellt werden, die starke Wut thematisieren. Das ist jedoch gut zu verkraften, da es sich dabei meistens nur um einzelne Panels handelt. Die verschiedenen Fähigkeiten der Engel und von Vide wurden kreativ dargestellt und lassen auf ihre wahren Kräfte schließen.

Aufmachung

Der erste Band von 7th Garden beginnt mit vier Farbseiten, während die beiden Nachfolgerbände nur noch zwei vorzuweisen haben. Diese sind jedoch schön colouriert und machen Lust auf mehr.

Jeder Band umfasst vier Kapitel, welche durch schwarze Seiten und gelegentlich zusätzlichen Zeichnungen voneinander getrennt werden. Am Anfang jedes neuen Kapitels findet man den Titel an einer beliebigen Stelle auf der Seite platziert.

Am Ende jedes Manga gibt es noch einmal einen kurzen Bonus-Manga zu bestaunen. Dieser widmet sich dem Leben der Nebencharaktere, deren Geschichten im eigentlichen Manga etwas zu kurz kommen. Ich persönlich mag diese kurzen Einblicke sehr, da die Story an sich dadurch auch nochmal an Tiefe gewinnt und die Komplexität der Figuren noch einmal deutlich macht.

 

Info

7th Garden
Original Name: セブンスガーデン
Transkription: Sebunsu Gāden
Von: Mitsu Izumi
Verlag: TOKYOPOP
Verfügbar: 3+
Preis: 6,95€
Genre: Fantasy, Mystery
Empfehlung: ab 15
ISBN: 978-3-8420-2326-0

7th Garden
78.6 Autor
Pro
  • Kreatives Weltbild und unterhaltsame Story
  • interessante Charaktere
  • cooler Bonus-Manga
Contra
  • Geringfügige Mängel am Zeichenstil
Fazit
7th Garden bietet jedem, der sich für Apokalypse interessiert, eine unterhaltsame Story in Kombination mit sympathischen Charakteren. Trotz anfänglicher Anlehnung an die Geschichten des Christentums entsteht kein Lesen keine Langeweile, da zahlreiche Wendungen und Abwandelungen eine ganz eigene Deutung ermöglichen. Zusätzlich wird noch einmal die Frage nach dem Guten und Bösen in jeder einzelnen Person gestellt. Insgesamt ein sehr schöner Manga.
Story76.5
Charaktere75
Zeichnung78
Aufmachung85

 

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