Gelesen: Das Ende der Welt vor Sonnenaufgang

Der Manga von Inio Asano Das Ende der Welt vor Sonnenaufgang entführt uns in eine Großstadt, in der so einiges geschieht, bis die Sonne aufgeht. Tokyopop präsentiert uns eine Sammlung an Kurzgeschichten, die so unterschiedlich sind, wie die einzelnen Stadtteile.

Ob es sich lohnt die Geschichte zu lesen, erfahrt ihr in der nachfolgenden Rezension:

Worum geht es?

In mehreren kurzen Episoden verfolgen wir mit, wie ein Tag von unterschiedlichen Protagonisten sein Endet findet. Alles geschieht, bevor die Zeit des Sonnenaufgangs ansteht. Es werden überwiegend nachdenkliche, melancholische Geschichten erzählt. Die Situationen und Vorfälle in dieser Nacht sind so unterschiedlich und vielfältig wie die Figuren selbst. Denn für jeden Charakter hält die Nacht eine andere Hürde und Überraschung bereit.

Die Story

Der Manga setzt sich aus insgesamt dreizehn Kurzgeschichten zusammen. Jede Erzählung ist in sich abgeschlossen und erzählt auf ihre eigene Art und Weise die Erlebnisse der jeweiligen Person. Was es schwierig macht, ein umfassendes Bild zu erzeugen, ohne die Geschichten komplett offenzulegen.

Die Geschichten schwanken zwischen Beziehungsdramen, lustigen und traurigen Momenten, Fremdgehen, Einsamkeit und Verzweiflung. Die Charaktere müssen sich verschiedenen Herausforderungen sowie auch Entscheidungen stellen. Am Ende bleibt ihnen meistens die Erkenntnis über ihr eigenes Leben und ihre jetzige Situation.

Die Charaktere

Auf Grund des kurzen Umfangs ihres Auftrittes erhalten die Charaktere ein recht einfach gestricktes Muster. Wir erfahren nur so viel, wie es für die Story von Belang ist. Was sich natürlich bei einer knapp 20-seitigen Anzahl pro Kapitel nicht vermeiden lässt. Leider ist aber genau diese Kürze der Grund, wieso man mit einigen Figuren und Abschnitten nicht zurechtkommt. Es fehlt ganz einfach an Informationen.

Ein weiterer Aspekt, der mir ins Auge gefallen ist, ist der Umstand, dass das Gesagte oft nicht dem Innenleben der Figur entspricht. Es wird vertuscht, verschwiegen oder schlicht und ergreifend nicht offen an- und ausgesprochen, was sie bewegt. Der melancholische Unterton zeigt sich hier besonders deutlich. Abgesehen davon ist jeder Protagonist einzigartig, was nicht minder an der zeichnerischen Umsetzung liegt und an ihren Situationen.

Zeichnung

Inio Asanos Zeichenstil ist außergewöhnlich und teilweise auch etwas gewöhnungsbedürftig. Was eine gelungene Abwechslung im sonst recht einheitlichen Manga-Markt bietet. Die grobe Strichführung und der Hang zu kantigen, markanten Gesichtern zeigen den unverkennbaren Stil des Mangakas. Etwas, was mir persönlich sehr gut gefällt sind die dichte Atmosphäre, die die Zeichnungen hervorrufen, und die gut gewählten Hintergründe, in denen eine gewisse Detailverliebtheit steckt.

Aufmachung

Der Manga ist prall gefüllt durch die hohe Anzahl der Seiten und kann mit einigen Farbseiten aufwarten. Mit seiner A5-Größe und der überdimensionalen Schrift auf dem Cover ist er auf jeden Fall ein echter Blickfang. Der schlichte schwarze Einband mit den eingeprägten Vögeln und Blumen auf der Rückseite stimmt auf die bevorstehenden Kapitel bereits ein.

Fazit

Die beeindruckende Vielseitigkeit des Manga Das Ende der Welt vor Sonnenaufgang ist zugleich leider auch sein größtes Manko. Zu viele kurze Abschnitte erschweren es, in den Geschichten Fuß zu fassen, und vermitteln ein verwirrendes Bild. Aber am Ende ist gerade diese unkonventionelle Art, die der Manga verkörpert, ein Grund einen Blick zu riskieren. Leser, die mit melancholischen sowie emotionalbelastenden Storys nicht klar kommen, sollten lieber die Finger davon lassen.

Info

Das Ende der Welt vor Sonnenaufgang
Original Name: 世界の終わりと夜明け前
Transkription: Sekai no owari to yoakemae
Von: Inio Asano
Verlag: Tokyopop
Verfügbar: Einzelband
Preis: 12,00 €
Genre: Drama
Empfehlung: 16+
ISBN: 978-3-8420-1779-5