Gelesen: Ein Prinz auf Abwegen

Ein Prinz auf Abwegen ist nicht das erste illustrierte Werk der Mangaka Akaza Samamiya, welches in Deutschland erschienen ist. Dem ein oder anderen Leser ist sie eventuell schon durch Vogelkäfig Syndrom, Bloody Mary und Bilder der Liebe bekannt. Der Manga ist in Japan mit zwei Bänden abgeschlossen und Band eins wurde nun Mitte Januar durch TOKYOPOP herausgegeben. Womit Prinz Yuto zu kämpfen hat, ist hier nur eine Frage, die es zu beantworten gilt.

Worum geht es?

Auch ein Prinz führt nicht immer ein sorgloses Leben. Das beweist Prinz Yuto, der gleichzeitig Thronfolger des Landes Fore ist, am besten. Über zwei Milliarden Gran Schulden verzeichnet sein Land und der einzige Ausweg, den er sieht, ist selbst zu arbeiten. Dass dadurch ein weitaus größerer Schaden entsteht, ahnt er jedoch zu Beginn nicht. Auch seine beiden Begleiter, Prinz Tajesu und sein Gefolgsmann Iru, machen ihm diese Aufgabe nicht gerade leichter.

Die Story

Die Geschichte handelt von einem Prinzen, der versuchen muss, einen riesigen Schuldenberg zu verkleinern, von seinem Bekannten Prinz Tajesu wie eine Lady begutachtet wird und auf einen Gefolgsmann angewiesen ist, welcher ihm seine Reise deutlich erschwert. Die Grundidee der Story lässt den Leser schmunzeln. Besonders, da es immer wieder Höhen und Tiefen gibt und seine Schulden sich letztendlich nicht nennenswert vermindern. Die Idee an sich ist mir persönlich so noch nicht untergekommen, weshalb es durchaus erfrischend war diesen Manga zu lesen. Was es mit dem angedeuteten Bösewicht der Story auf sich hat, erfährt man noch nicht genauer, sodass im Hinblick auf Band zwei Spannung erzeugt wird, die zum Weiterlesen anregt.

Ein kleiner Bonus ist der seichte Einfluss von Boys-Love-Elementen, da Yuto durchweg von den Herren in diesem Manga angeschmachtet oder aufgrund seines zarten Erscheinungsbildes, für ein Mädchen gehalten wird.

Die Charaktere

Hier ist für jeden Leser etwas dabei, da die Story unterschiedliche Charaktertypen mit sich bringt. Als Protagonisten haben wir da den niedlichen jungen Prinzen mit deutlichem Temperament. Tajesu könnte als Charmeur betitelt werden, der oft in Shojo-Manga vorkommt und daher das perfekte Gegenstück zu Yutos Begleiter Iru darstellt, welcher trotz seiner hinreißenden Optik an Tollpatschigkeit nicht zu überbieten ist.

Letztendlich darf auch ein Bösewicht nicht fehlen, wobei dieser zwar im ersten Band auftaucht, jedoch erst zum Ende hin an Bedeutung gewinnt und den Übergang zu Band 2 einläutet. Zwar werden also weitgehend alt bekannte Muster für die Charaktergestaltung verwendet, jedoch sind diese für die Komödie durchaus passend.

Zeichnung

Bishonen könnte für  Ein Prinz auf Abwegen das Oberthema sein, denn bereits das Cover zeigt nur allzu deutlich, dass wir es hier mit hübschen Männern zu tun haben. Der Manga selbst bestätigt das, denn seichte Züge stehen sogar bei Randcharakteren und Bösewichten auf der Tagesordnung. Die geschmeidige Stichführung von Akaza Samamiya unterstreicht den feminin angehauchten Stil, der in erster Linie für einen Shonen-Ai-Manga geeignet scheint. Das mag besonders daran liegen, dass die Mangaka des Öfteren in diesem Genre unterwegs ist. Das Paneling hingegen gefällt mir persönlich leider nicht besonders gut, da es recht chaotisch wirkt und der Lesefluss dadurch aufgehalten wird, sodass man hin und wieder erst einmal herausfinden muss, an welcher Stelle es weitergeht. Wer jedoch viele unterschiedliche Panels mag, wird an diesem Manga seinen Spaß haben.

Aufmachung

Durch das kräftige Türkis der Schrift springt einem das Cover von Ein Prinz auf Abwegen  regelrecht ins Auge. Die Illustration geht jedoch keineswegs hinter dem Titel unter, sondern passt sich wunderbar an. Besonders schön bei diesem Band ist, dass sich auf der ersten Seite noch eine farbige Illustration befindet. Auch das Inhaltsverzeichnis ist farbig gehalten, sodass die Bilder der Charaktervorstellung gut zum Vorschein kommen.

Fazit

Sowohl die Story als auch die Zeichnungen sind abwechslungsreich gestaltet. Trotz der bekannten Charaktertypen ist das Gesamtbild passend und stimmig. Die Grundidee der Story war mir bisher so noch nicht bekannt, weshalb dieser Punkt für mich ein dickes Plus erhält. Denn etwas neues und außerdem amüsantes zu schaffen, ist bei der Fülle an Geschichten heutzutage gar nicht mal so einfach. Das auf mich chaotisch wirkende Paneling tut dem Ganzen keinen erheblichen Abbruch, sodass ich Ein Prinz auf Abwegen jedem empfehlen kann, der hübsche Kerle und seichte Shonen-Ai-Andeutungen mag.

Info

Ein Prinz auf Abwegen
Original Name: Ouji wa Tadaima Dekasegichuu 
Transkription: Luise Steggewentz
Von: Akaza Samamiya, Hiromi Iwaki
Verlag: Tokyopop
Verfügbar: bisher ein Band
Preis: 6,95 €
Genre: Comedy, Fantasy
Empfehlung: 12+
ISBN: 978-3842012578