Gelesen: Hamatora: The Comic Band 3

Mit Band 3 ist Hamatora: The Comic, die Mangaserie um die Minimumholder, komplett. Nice und seine Freunde bekommen es mit einem Mord in einem verschlossenen Raum zu tun und müssen die Welt im Finalkampf vor einem größenwahnsinnigen Gegner retten, der Minima raubt. Sumikai war gespannt auf den Ausgang dieser Story:

Worum geht es?

Einserschüler Murasaki soll das Genie Nice zurück an die Facultas-Akademie bringen. Mittlerweile hat er jedoch seine Ansichten gegenüber der staatlichen Einrichtung geändert und zählt sich zum Team Hamatora. Doch nun ist es eine Auftraggeberin, die die Gruppe um Nice auf die Forschungseinrichtung ansetzt. Die Handlung von Band 3 setzt an dem Mord an eben jener Auftraggeberin an. Unser Hamatora-Detektiv hat den Täter aber längst durchschaut und stellt ihn im Beisein aller und noch Vorort.

Es dauert allerdings nicht lange und ein Komplize taucht auf, der über ein Minimum verfügt, dass die anderen ihrer übernatürlichen Kräfte beraubt, noch bevor sie auch nur etwas ahnen. Zwar arbeitet er für den Direktor der Akademie, doch verfolgt er eigene Pläne. Sein Ziel ist es, der stärkste Minimumholder der Welt zu werden und Nice den Titel als Minimumkiller streitig zu machen. Aber natürlich hat jedes noch so mächtige Minimum seine kleine Schwachstelle …

Story

Was in Band 1 mit kleineren Minimum-Gaunern angefangen hat, geht nun mit ernstzunehmenden Gegnern, die unterschiedliche Ziele bzgl. des Minimums verfolgen, zu Ende. Dass diese mysteriöse Fähigkeit stark polarisiert, tritt in Band 3 erst richtig zu Tage. Der eine will die Forschung daran nutzen, um Kranke zu heilen oder Gleichheit in der Gesellschaft zu erwirken. (Man erinnere sich, dass in dieser Welt Minimumholder privilegiert behandelt werden.) Der nächste ist Opfer dieser Forschung und verflucht die künstliche Erschaffung von Minimumholdern. Die Fähigkeiten sind also theoretisch Segen und Fluch zugleich.

Im ersten Band gab es Schurken, die ihre Fähigkeiten missbrauchten. Der zweite Band bot mit Shizuku eine Feuerbändigerin, welche von der Akademie teuer verkauft und für Straftaten benutzt wurde. Es wird demnach ein roter Faden erkennbar, der das Unglück, welches vom Minimum auszugehen scheint (oder es anzieht), aufzeigt. Unser Genie beweist jedoch wiederholt, dass ein Minimum auch Gutes mit sich bringen kann, wenn man es zum Wohle anderer einsetzt. Wir erinnern uns nicht zuletzt an die Frage von Nice zu Beginn des Mangas im inneren Monolog, und zwar: wem Wunder nützen sollen.

Wie befürchtet bekommen die dubiosen Machenschaften in der Forschungseinrichtung im letzten Teil nicht mehr den Stellenwert und Umfang, der dem Thema eigentlich gerecht würde. Erst jetzt wurde es für mich richtig spannend, jedoch dreht sich alles mehr um den Kampf mit dem finalen Bösewicht. Ich gebe gern zu, dass ich mir an dieser Stelle etwas Horror gewünscht habe. Aber dies beschränkt sich auf ein paar Erzählungen der Betroffenen mit Flashbacks. Für den Leser ist das Grauen kaum gegenwärtig.

Als Vorgeschichte zum Anime finde ich den Manga Hamatora: The Comic allerdings recht gelungen. Bei der Animeserie fühlte ich mich in die Handlung mit den vielen Charakteren und ihren Minima hineingeworfen. Ich habe auch gestutzt, dass die Hauptcharaktere ihre Fähigkeiten völlig anders auslösen als im Manga. Und genauso machte mich der unterschiedliche Sitz der Detektei in den verschiedenen Medien stutzig. All das ergab sich im Manga nach und nach und macht schlussendlich Sinn. Deswegen empfehle ich, den Anime nicht zu schauen, ohne vorerst den Manga gelesen zu haben.

Charaktere

Mit den Charakteren von Hamatora bin ich leider recht unzufrieden. Nicht etwa, weil sie nicht gut sind, sondern weil die Hauptfiguren zu einem großen Teil Blood Lad entlehnt sind – zumindest ihre Charakteristika. In der Review zu Band 1 stellte ich schon einige Namenspaare auf. Aus diesem Grund bewerte ich den Großteil als nicht sonderlich originell.

Die in Band 3 neu hinzugekommenen Charaktere (der Direktor, Madarabat, Sachi und Hitomi) begrüße ich sehr. Sie sind teilweise Erwachsene – für mich sind die Charaktere in Mangas und Animes meist zu jung – oder originell in die Handlung eingebaut. Außerdem ist der Direktor im Besitz eines sehr interessanten Minimums, das auf den ersten Blick gar nicht so mächtig erscheint wie andere.

Zeichnung

Die Zeichnungen von Yuuki Kodama sind einwandfrei. Die Mangaka beherrscht ernste Inszenierungen genauso blendend wie Gags und setzt gekonnt verschiedene Perspektiven ein. Ihre Charaktere sind alle eigenwillig, d. h. keine blasse Randfigur, und durch die Variationen an Gesichtsausdrücken sehr lebendig. Kodama-senseis Stil erinnert mich regelmäßig an die Animationsfiguren in den Musikvideos der Band The Gorillaz. Was die Effekte angeht, so wird Rasterfolie sparsam eingesetzt, dafür kommen häufig Speedlines und Sound-Wörter zur Anwendung. Das passt zum Action-Genre natürlich wie die Faust aufs Auge.

Aufmachung

Das gelbe Cover des dritten Bandes ziert Hajime ähnlich wie schon Nice und Murasaki auf Band 1 sowie 2 posierten. Nach der Hauptgeschichte schließen sich ebenfalls wieder Zeichnungen der Charaktere sowie ein Nachwort jeweils von Yuuki Kodama (Original-Story, Zeichnungen) und Yukinori Kitajima (Szenario) an. Weitere Extras sind dem Manga nicht beigefügt.

Info

Hamatora: The Comic Band 3
Original Name: ハマトラ The Comic
Transkription: Hamatora: The Comic
Von: Yukinori Kitajima, Yuuki Kodama, Natsu Matsumai
Verlag: Kazé
Verfügbar: 3 Bände
Preis: 6,95 €
Genre: Action
Empfehlung: 12+
ISBN: 978-2889216932