Mit Lion and Bride holt Tokyopop einen weiteren Manga der Zeichnerin Mika Sakurano nach Deutschland. Nachdem es in ihrem ersten Werk Be my Slave heiß herging, lässt die Mangaka in ihrer neuen Geschichte eher leisere Töne anklingen.

Yua verlor ihre Eltern durch einen tragischen Unfall, als sie noch in die Mittelschule ging. Seitdem lebt das Mädchen bei ihrer Großmutter und ist eine ganz normale Highschool- Schülerin. Was Yuas Klassenkameraden nicht wissen, ist, dass sie eigentlich schon einen festen Freund hat, den sie allerdings geheim halten muss. Denn es ist ihr eigener Klassenlehrer, Ryota. Die beiden kennen sich schon eine ganze Weile und planen eigentlich ihre Beziehung nach Yuas Schulabschluss öffentlich zu machen. Als jedoch Yuas Großmutter überraschend stirbt, steht die Schülerin auf einmal ganz alleine da. Um ihr in dieser schwierigen Zeit Halt zu geben, entschließt sich Ryota um Yuas Hand anzuhalten. Die beiden heiraten heimlich.

In der Schule gerät Yua immer wieder mit dem aufsässigen Subaru aneinander und zwischen den beiden fliegen heftig die Fetzen. Umso überraschter ist die frisch gebackene Braut, als sie in Ryotas Wohnung ausgerechnet auf Subaru trifft. Richtig dicke kommt es, als sich herausstellt, dass der Junge Ryotas Sohn aus erster Ehe und somit Yuas neuer Stiefsohn ist …

Ich heirate eine Familie!

Die Geschichte von Lion and Bride beginnt schon sehr dramatisch, denn bereits ziemlich zu Anfang bekommt der Leser mit, wie Yua ihre Oma und somit den letzten Teil ihrer bekannten Familie verliert. Dass die Schülerin deswegen verzweifelt ist, wundert niemanden. Die Emotionen kochen über, was die Zeichnerin auch sehr glaubwürdig darstellt. Man leidet richtig mit. Dass ihr Freund ihr in dieser Situation Halt geben will, ist ebenfalls mehr als verständlich. Da sich die Geschichte mit drei Bänden in einem zeitlich sehr komprimierten Rahmen hält, ist auch eine sehr passende Geschwindigkeit gegeben.

Die Idee einer Lehrer-Schüler Beziehung ist nicht neu und wird im Großen und Ganzen auch nicht alternativ erzählt. Yua und ihr Freund Ryota kannten sich schon bevor er ihr Lehrer wurde, in diesem Sinne liefert die Story nicht viel Zündstoff. Die beiden sind sich im Klaren darüber, dass niemand von ihnen erfahren darf und verhalten sich dementsprechend.

Deswegen fällt es schwer, die beiden wirklich als Paar zu sehen. Die Beziehung wirkt eher geschwisterlich, insofern, dass der große Bruder auf seine kleine Schwester aufpasst. Auch weil sie größtenteils erst einmal platonisch bleibt und körperliche Nähe zwischen den Eheleuten nicht wirklich besteht, was mit dem recht großen Altersunterschied erklärt wird.

Auch dass ihr älterer Freund schon andere Beziehungen gehabt hat, scheint Yua auf den ersten Blick locker wegzustecken. Aber gerade hier wird es ein wenig seltsam, denn obwohl die junge Braut weiß, dass ihr Zukünftiger bereits einmal verheiratet war, erfährt sie von seinem Sohn erst, als bereits alles zu spät ist und die beiden unter der Haube sind? Wenn man sich schon eine gewisse Zeit kennt und plant gemeinsam eine Familie zu gründen, dann redet man doch eigentlich darüber, wen man sonst noch so mit in die Beziehung bringt.

Power-Girl trifft Frauenhasser

Was die Figuren in Lion and Bride angeht, schafft Mika Sakurano eine sehr interessante Mischung aus verschiedenen Charakteren, die schon bald auf engem Raum aufeinander treffen. Auf der einen Seite die lebenslustige und aufgeweckte Yua, die sich nichts gefallen lässt. Auf der anderen das Vater-Sohn-Gespann Ryota und Subaru, die auch so verschieden sind wie Tag und Nacht. Während Ryota wegen seines Alters und Berufs ein eher ruhiger und ausgeglichener Charakter ist, steht Subaru Yua in Sachen Feuer in nichts nach. Wenn zwei solche Hitzköpfe aufeinander treffen, ist klar, dass schnell die Funken fliegen, in so ziemlich jeder Beziehung.

Vor allem Subaru wird als sehr ambivalente Figur in die Handlung eingeführt. Weil sein Vater Lehrer ist, rebelliert Subaru, wo er nur kann. Typisch Lehrerkind hat er so seine Probleme mit Autoritäten. Ein noch größeres Problem hat der Junge allerdings mit Frauen. Seine Mutter scheint ihn nicht wirklich gut behandelt zu haben und deswegen entwickelte der Schüler ein tiefes Misstrauen und eine große Abneigung gegen das andere Geschlecht. Eine Meinung, die er auch in der Schule deutlich zeigt. Dass seine neue Stiefmutter auch noch in seinem Alter ist, macht die Sache nicht besser.

Diese Figurenkonstellation sorgt natürlich für Spannung. Wie wird sich die bisher platonische Beziehung von Ryota und Yua weiter entwickeln und wie lange können sie ihr Geheimnis noch für sich behalten? Vor allem, da sie niemand wirklich als Ehepaar wahrnimmt, geschweige denn, dass Yua als Subarus Stiefmutter durchgeht. Und wie wird sich die Beziehung zwischen den beiden Schülern entwickeln, da Subaru ja doch langsam aufzutauen scheint? Viele Fragen, die dafür sorgen, dass man Lion and Bride auf jeden Fall weiterliest.

Patchwork á la Mika Sakurano

Mika Sakurano gelingt es gut ihre Figuren in Szene zu setzen. Was Bride and Lion an kleinen inhaltlichen Schwächen aufweist, macht die Grafik wieder wett. Der Manga ist dem Shojo-Genre zuzuordnen, was man an den Zeichnungen auch sieht. Trotzdem weiß die Qualität zu überzeugen, wenn man sich für diese Sparte interessiert.

Bereits auf dem Coverbild des ersten Bands zeigt die Mangaka, was sie zeichnerisch kann und lässt auch über den Inhalt wenig Zweifel aufkommen. Vor allem der Geschichtsausdruck der Braut ist wirklich überaus gelungen. Diese Mischung aus kindlichem Trotz und fraulichem Aussehen zeigen in einem Bild, wie Yua sich im Manga präsentiert. Vor allem das Feuer in ihren Augen ist sehr gelungen dargestellt.

Info

Lion and Bride
Mika Sakurano, Akita Shoten

Lion and Bride
Original Name: Original Name: ライオンと花嫁
Transkription: Lion to Hanayome
Von: Mika Sakurano
Verlag: Tokyopop
Verfügbar: 3 Bände
Preis: 6,95 €
Genre: Romance, Shojo
Empfehlung: ab 15 Jahren
ISBN: 978-3842040212

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Mit Lion and Bride holt Tokyopop einen weiteren Manga der Zeichnerin Mika Sakurano nach Deutschland. Nachdem es in ihrem ersten Werk Be my Slave heiß herging, lässt die Mangaka in ihrer neuen Geschichte eher leisere Töne anklingen. Yua verlor ihre Eltern durch einen tragischen Unfall, als sie noch in die Mittelschule ging. Seitdem lebt das Mädchen bei ihrer Großmutter und ist eine ganz normale Highschool- Schülerin. Was Yuas Klassenkameraden nicht wissen, ist, dass sie eigentlich schon einen festen Freund hat, den sie allerdings geheim halten muss. Denn es ist ihr eigener Klassenlehrer, Ryota. Die beiden kennen sich schon eine ganze…
Mika Sakurano liefert mit Bride and Lion eine Geschichte, die viel Potential bietet. Die sich heraus kristallisierende Dreiecks-Beziehung ist glaubwürdig herausgearbeitet und lässt den Leser gespannt darauf warten, wie Yua sich letzten Endes entscheiden wird. Die Mischung aus dramatischer Handlung und kleinen leichten Momente sorgen für eine schöne Abwechslung innerhalb der Handlung.
Story - 85%
Charaktere - 85%
Zeichnung - 88.5%
Aufmachung - 88%

87%

Mika Sakurano liefert mit Bride and Lion eine Geschichte, die viel Potential bietet. Die sich heraus kristallisierende Dreiecks-Beziehung ist glaubwürdig herausgearbeitet und lässt den Leser gespannt darauf warten, wie Yua sich letzten Endes entscheiden wird. Die Mischung aus dramatischer Handlung und kleinen leichten Momente sorgen für eine schöne Abwechslung innerhalb der Handlung.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Story
85 %
Charaktere
85 %
Zeichnung
88.5 %
Aufmachung
88 %

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