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Home Popkultur Manga Japanische Leser diskutieren, ob schlecht gezeichnete Manga die bessere Geschichte haben

Bei dem großen Angebot heißt es immer wieder die Juwelen unter den Geschichten zu finden

Japanische Leser diskutieren, ob schlecht gezeichnete Manga die bessere Geschichte haben

In Japan ist das Angebot an neuen Manga noch wesentlich größer als hierzulande. Während jüngere Leser mehr Zeit in ihr Hobby investieren, müssen erwachsene Manga-Fans ihre wenige freie Zeit zum Lesen einteilen, da wird die Wahl der passenden Reihe schon eine echte Herausforderung.

Ein japanischer Twitter-Nutzer sorgte online für Diskussionsstoff, indem er eine These aufstellte, mit der er seiner Meinung nach die Serien mit den besten Storys aus diesem überwältigenden Angebot herausfindet. Die Strategie stammte angeblich von einem Freund des jungen Japaners, der ihm erklärte, dass er immer nach den Werken mit dem schlechtesten Cover-Artwork sucht. Gibt es mehrere Bände, deren Cover ähnlich „bescheiden“ aussieht, würde sich die Serie als absolut lesenswert erweisen.

Schlechte Zeichnungen = gute Story?

Auf den ersten Blick ist das eine seltsame Idee, denn Manga leben in einem besonderen Maße auch von den Zeichnungen, sodass ein unschönes Cover nicht unbedingt für Qualität spricht. Denn wer sich nach einem Manga ohne Bilder sehnt, der landet schnell bei einem Roman oder zumindest einer Graphic-Novel.

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Andere Twitter-Nutzer äußerten sich unterschiedlich zu dieser etwas sonderbaren Idee, um die richtige Serie zu finden. Immerhin ist es die Mischung aus Bildern und Wörtern, die einen Manga ausmacht. Allerdings ist es auch logisch, dass Zeichner, die nicht über eine besonders filigrane Art zu zeichnen verfügen, mit interessanten Geschichten, Themen oder Charakteren punkten müssen, wenn sie eine längere Reihe auf den Markt bringen wollen und diese sich dann auch noch verkaufen soll.

Hart umkämpfter Manga-Markt

In Japan werden fast alle neuen Reihen erst einmal in regelmäßig erscheinenden Anthologien veröffentlicht, in denen unbeliebte Serien schnell ausgetauscht und durch neue ersetzt werden. Ein Sammelband umfasst in der Regel mindestens sechs Kapitel, sodass eine Reihe schon eine Weile laufen muss, bis sie es schafft, drei Bände zu füllen. Gleichzeitig ist der japanische Manga-Markt stark umkämpft, gerade weil so viele Player mitspielen. Deswegen überlegen es sich die Verlage sehr gut, welche Werke sie in Serie veröffentlichen, wobei sie sich selbstverständlich von den Reaktionen der Fans beeinflussen lassen.

Aber auch das gewisse Etwas spielt eine immer größere Rolle. Vergleicht man verschiedene Anime- und Manga-Reihen, fällt doch auf, dass sich manche Reihen sehr ähneln, was die Charaktere und deren Darstellung angeht. Außerdem spielen immer wieder aktuelle Trends eine Rolle, denen sich auch die Zeichner anschließen, wenn sie wollen, dass ihre Werke verlegt werden.

Zeichner, die sich nicht im Mainstream verlieren wollen, müssen mehr bieten als die aktuelle Leser-Norm verlangt. An dieser Stelle zeichnet sich aus, wer einen eigenen Stil mit einer außergewöhnlichen Geschichte mit besonderen Figuren zu kombinieren weiß, selbst wenn er nicht der beste Künstler ist.

JIN

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