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Kommentar: Werden ältere Generationen bei Manga-Lizenzen vergessen?

Es ist immer wieder interessant, Reaktionen auf Artikel von uns zu lesen. Auf unseren Artikel Tokyopop: Im Girls- und Boys-Love-Bereich sehen wir ein großes Interesse gab es viele Stimmen, die meinen, dass es an Lizenzen für ältere Semester fehlt.

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Das ist eine Tatsache, die ich so unterschreiben kann. Ich habe zwar auch in meiner Sturm- und Drang-Zeit Manga gelesen, aber je älter ich wurde, desto weniger hat es mich interessiert und heute, da fasse ich deutsche Manga nicht mehr an. Wie viele Stimmen anmerkten, sind es oft „Weichspülgeschichten“, ein wenig Romantik hier, Boyslove da usw. Aber der wirkliche große Markt der Titel für Menschen jenseits der Pubertät wird sehr gerne außer Acht gelassen.

Zugegeben, der Markt für Manga ist nicht so groß bei uns, wie man meinen mag, allgemein haben Comics in Deutschland einen schweren Stand, herrscht doch die Meinung vor, dass es „Kinderkram“ ist. Zwar ist die Meinung heute nicht mehr so stark vertreten, wie noch zu meiner Jugend, aber sie ist immer noch da. Der Markt orientiert sich natürlich an potentiellen Käufern und jeder Werbestratege sieht die Geldmaschine natürlich in sehr jungem Publikum, was ja auch nicht verwerflich ist.

Aber man vermisst schon Manga wie Crying Freeman, Xeon usw., die in den Anfängen ihren Weg zu uns gefunden haben. Zwar haben wir mit Carlsen Manga!, Altraverse und Manga Cult drei Vertreter auf dem Markt, die hier und da auch Titel für ältere Semester auf den Markt bringen, besonders Manga Cult überrascht hier sehr angenehm, aber es ist trotzdem nur ein Bruchteil von dem was möglich wäre.

Bei Anime ist die Auswahl zum Glück größer, gerade KSM Anime, Kazé und Universum Anime fallen hier positiv auf. Animoon versucht sich im Moment daran und Nipponart verkauft sehr viele ältere Sachen, die aber interessanter als SAO, Haikyu usw. (was natürlich Geschmackssache ist) sind. Bei peppermint spare ich mir den Kommentar, das würde zu lange dauern.

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Im Streaming-Bereich fällt Crunchyroll und Netflix positiv auf, ab und zu auch mal Amazon und Anime on Demand.

Liebe Publisher mal im Ernst, zählen wir eigentlich gar nicht? Ich meine, über 30 heißt ja nun nicht gerade, dass man im Altenheim sitzt und nur noch ARD und ZDF schaut. Es ist zwar ein gewisser Vorteil, das man für die Werbung nicht mehr interessant ist, aber das heißt doch nicht, dass wir gar keine Manga kaufen wollen. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: In der Regel geben wir sehr gerne Geld dafür aus. Es ist schon seltsam, dass man ab einem gewissen Alter nicht mehr für euch interessant genug erscheint. An mangelnden Möglichkeiten kann es jedenfalls nicht liegen, in Japan erscheint definitiv genug.

Und ja, kaum zu glauben aber wahr: Es gibt sie, die Menschen, die bereits ihre Ausbildung hinter sich haben, vielleicht sogar schon Frau und Kinder mit Haus und Garten und ruhig zu einen Manga greifen würden, wenn es denn mal eine interessante Lizenz gibt.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen darüber mal nachdenken, denn wir wollen Geld dafür ausgeben, die Möglichkeiten sind aktuell nur sehr klein.

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