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Manga über Todeskandidaten Iwao Hakamada startet im Februar

Ein Manga über den Todestraktinsassen Iwao Hakamada soll das Bewusstsein für die Betroffenen schärfen. Der Japaner landete nach einer falschen Anklage für fast 50 Jahren in der Todeszelle. Seine Anwälte sagen, die Anklage habe das Leben eines unschuldigen Mannes zerstört.

Hakamada, mittlerweile 82 Jahre alt, ist ein ehemaliger Profiboxer, der angeblich während eines Raubüberfalls eine vierköpfige Familie ermordete. 1966 soll er das Haus der Familie in der Präfektur außerdem noch in Brand gesetzt haben. Obwohl Hakamada während des gesamten Prozesses seine Unschuld beteuerte, verurteilte ihn das Gericht 1968 zum Tode. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil.

Nachdem er fast ein halbes Jahrhundert in der Todeszelle verbrachte, gewährte ihm das Regionalgericht von Shizuoka 2014 eine Wiederaufnahme seines Verfahrens. Darin legten seine Anwälte DNA-Beweise vor, die die Unschuld des Mannes belegten. Im Juni 2018 hob der Oberste Gerichtshof den folgenden Freispruch wieder auf. Obwohl das Urteilt nicht bedeutet, dass Hakamada sofort ins Gefängnis zurück muss, bleibt ihm nichts weiter als abzuwarten, was das Urteil für ihn bedeutet.

Manga soll an Schicksal erinnern

Manga über Ex Boxer Hakamada
Bild: Shigemi Mori

Unter dem Titel Split Decision: Hakamada Iwao Mujitsu no Moto Pro Boxer (Geteilte Entscheidung: Iwao Hakamada ein schuldiger Ex-Profi-Boxer) produziert die Japan Pro Boxing Associations den Manga im Eigenverlag. Die Geschichte erscheint einmal im Monat auf den offiziellen Webseiten der verschiedenen angeschlossenen Verbände. Der Manga soll aus sechs Bänden bestehen. Das erste Kapitel erscheint am 15. Februar 2019.

Shosei Nitta, Direktor und Generalsekretär der Japan Pro Boxing Associations erklärte, dass Hakamada bald wieder inhaftiert werden könnte, obwohl ein Gericht ihn als unschuldig freisprach. Der Manga soll die Erinnerung an seine Geschichte wachhalten.

Shigemi Mori, der in der Nähe der Shimizu-Station in Shizuoka wohnt, zeichnet den Manga und schreibt die Geschichte. In der Nähe des Bahnhofs lag einst auch der Tatort des Mordes. Mori war ebenfalls Profi-Boxer, bevor er im Alter von 25 Jahren entschied, als Assistent einer Mangaka nach Tokyo zu ziehen.

Eine Fehlentscheidung veränderte das ganze Leben

Mori interessierte sich seit seiner Kindheit für Hakamadas Fall und respektierte ihn als Boxer für seine Leistungen sehr. Der Boxer trat 1960 in insgesamt 19 Kämpfen an, ein Rekord in Japan.

Der Manga zeigt das Leben Hakamadas und das der Menschen in seiner Umgebung. Neben Hakamadas Schwester Hideko steht Norimichi Kumamoto im Mittelpunkt der Geschichte. Er war der Bezirksrichter im ersten Prozess gegen den Ex-Boxer. Nachdem er als Richter zurücktrat, bezeichnete Kumamoto das Todesurteil gegen Hakamada als unsicheres Urteil. Er sei damals gegen die Todesstrafe für den Mann gewesen, seine beisitzenden Richter sprachen sich allerdings dafür aus. Die überstimmten ihn.

Mori will mit seinem Manga zeigen, wie eine einzige unsichere Entscheidung eines Richters den Lauf eines ganzen Lebens drastisch verändert. Der Titel des Manga wurde gewählt, um diese schwierige Entscheidung zu unterstreichen. Die Anwälte Hakamadas boten ihre Unterstützung bei der Arbeit am Manga an. Sie stellten Mori Tonbänder mit den Verhören und Materialen aus der Verhandlung zur Verfügung. Außerdem prüften sie die Details des Manga auf ihre Richtigkeit.

Quelle: The Asahi Shimbun

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