Mangaka Shigeru Mizuki schrieb Essay über die Darstellung von Kriegen in Manga

Verlage verlangten von ihm, Japan in einem bestimmten Licht darzustellen

Shigeru Mizuki
Shigeru Mizuki / © Natalie.mu.

Die Tochter des 2015 verstorbenen Mangaka Shigeru Mizuki entdeckte ein bisher unveröffentlichtes Essay ihres Vaters, das über die Darstellung von Kriegen in Manga handelt.

In dem handschriftlich geschriebenen Aufsatz erinnerte sich Mizuki daran, dass er einen Manga über den Zweiten Weltkrieg für das Shonen Seneki Magazin zeichnen wollte. Er merkte an, dass Jungen nur bis zu dem Punkt über die Schlacht um Guadalcanal und das er deshalb den Krieg in einem positiven Licht darstellen muss, sonst werden die Bücher nicht verkauft.  “Es ist nicht möglich, genau das zu schreiben, was man denkt, dann würde sich der Manga nicht verkaufen”, so der Mangaka.

Außerdem schrieb er: “Ich möchte einen Manga über die Kriegsniederlage zeichnen, aber es ist mir nicht erlaubt worden.” Damit zeigt er auf, wie sich Verlage Manga über den Zweiten Weltkrieg vorstellen und wie Japan porträtiert werden soll.

Die Tochter des Mangaka und der Chef von Mizuki Production, Naoko Haraguchi, sagten zu diesem Essay: “Ich glaube der Wunsch meines Vaters war es, die Kriegsniederlage so zu zeigen, wie es wirklich war. Noch einmal spüre ich seinen innerlichen Konflikt, nachdem ich diesen Aufsatz gelesen habe.”

Shigeru Mizuki wurde 1922 in Osaka geboren und wuchs in der Tottori Präfektur auf. Im Zweiten Weltkrieg verlor er seinen linken Arm. Direkt nach dem Krieg zeichnete er mehrere Manga, die auf seinen Erfahrungen im Krieg beruhen.

Bekannt wurde er durch seine Manga, die von den Yōkai handeln. Seine Manga und Nachforschungen über die Yōkai beeinflussen bis heute Mangaka.

Außerdem war er der erste japanische Zeichner, der auf dem französischen Angoulême Internationale Comic-Festival die Fauve d’Or Auszeichnung gewonnen hat.

2010 wurde er als “Person of Cultural Merit” von der japanischen Regierung ausgezeichnet.

Er verstarb im November 2015 im Alter von 93 Jahren.

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