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Home Popkultur Manga Mangaka wehrt sich online gegen illegale Übersetzung ihrer Werke

Die Zeichnerin wendet sich an ihre internationalen Fans

Mangaka wehrt sich online gegen illegale Übersetzung ihrer Werke

Hatoko Machiya ist Mangaka, die vor allem Boys Love Titel zeichnet. Vor Kurzem veröffentlichte die Zeichnerin das Bild zweier hübscher Männer, die mit einem Hund kuscheln. Was für Gesprächsstoff sorgt, ist aber nicht das Bild, sondern die Mitteilung dazu, die vollständig in englischer Sprache verfasst wurde.

Die Mangaka selbst spricht kein Englisch, sodass sie sich extra die Arbeit machte, ihre Mitteilung ins Englische zu übersetzen. Allerdings ist dieser Schritt logisch, denn die Zeichnerin richtet sich an ihre internationalen Fans, die ihre Werke in Englisch online lesen. Leider aber auf illegalen Webseiten.

Illegale Übersetzungen bringen der Mangaka nichts

Machiya berichtet, dass sie sich vor Kurzem mit ihrem Verleger getroffen hat, der ihr mitteilte, dass alle englischen Übersetzungen, die online veröffentlicht wurden, illegal und nicht vom Verlag autorisiert sind. Sie ruft die Leser auf, nicht für diese Seiten zu bezahlen.

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Die Zeichnerin erklärte, wie viel Zeit und Mühe sie in die Erstellung ihrer Werke steckt. Deswegen ist sie finanziell nicht in der Lage, ihre Arbeiten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Gelder, die auf diesen illegalen Seiten gezahlt werden, fließen nicht an die Künstler, was nicht nur für sie, sondern auch für alle professionellen Zeichner ein Problem darstellt.

Im Großen und Ganzen gibt es, was die Piraterie angeht, zwei Varianten. Eine stellt gewinnorientierte Modelle dar, bei denen kostenpflichtige Seiten die Werke der Künstler anbieten. Allerdings gibt es auch Plattformen, die kostenlos arbeiten. In beiden Fällen sieht der Mangaka aber keinen Cent.

Insgesamt richtet sich die Zeichnerin gegen beide Arten der illegalen Verbreitung, wobei sie sich mehr auf die Seiten bezieht, auf denen die Fans zahlen müssen, um die Werke zu lesen. Allerdings müssen sie im Hinterkopf haben, dass die Künstler von dem Geld nichts abbekommen. Der Hinweis, dass Arbeiten nicht kostenfrei angeboten werden können, bezieht sich wiederum auf die kostenfreien Seiten.

Da es bisher keine autorisierte englische Version ihrer Werke gibt, führen einige Fans an, dass sie die Raubkopien lesen müssen, weil sie kein Japanisch sprechen und die Werke deswegen in der Original-Sprache nicht kaufen würden. Durch die Raubkopien sinkt aber gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass die Werke bestimmter Mangaka überhaupt übersetzt werden, wenn keine Nachfrage besteht.

Fans gespalten, was Raubkopien angeht

Damit ein Manga in eine andere Sprache übersetzt wird, muss ein gewisser Markt an Käufern vorhanden sein. Dieser wird aber kleiner, wenn Leute die Möglichkeit bekommen, eine bestimmte Geschichte illegal zu lesen. Echte Fans würden wahrscheinlich nicht zu dieser Variante greifen, allerdings reichen diese als potenzielle Käufergruppe oft nicht aus. Bei allen anderen ist es oft so, dass sie die Werke, die sie online bereits kostenfrei gelesen haben, hinterher nicht mehr als Print kaufen.

Piratenseite
Die neue Piratenseite basiert wohl auf einem alten Bekannten, mit dem die Verlage bereits kämpften. Bild: Kyodo

Einige Künstler betrachten diese kostenfreien Seiten als Sprungbrett, um bekannter zu werden, aber auch diese müssen eine Möglichkeit finden, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und Materialien für neue Werke zu kaufen, sodass solche Aktionen nur sehr selten laufen und meist nicht lange anhalten.

Insgesamt kämpft der internationale Anime- und Manga-Markt bereits seit Jahren gegen unautorisierte Übersetzungen oder Weitergabe der Titel. Auch seitens der Fans gibt es keinen einheitlichen Konsens, was den richtigen Umgang mit diesen Piraterie-Seiten angeht. Die Mangaka allerdings machte ihre Meinungen immer wieder mehr als deutlich.

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