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Spiel nicht mit meinem Herz – 2 x 3 sind zwei zuviel

Der neue Manga von Yuo Yodogawa im Check

Mit ihrem aktuellen Werk Spiel nicht mit meinem Herz liefert Yuo Yodogawa wieder Boys Love der sehr expliziten Art. Ihrem Muster bleibt die Zeichnerin also treu.

Das erste Paar, Yohei und Senri, dürfte den Lesern der „Shades in Pink“-Reihe von Kazé bereits bekannt sein. Denn der junge Lehrer und sein anstrengender Lover gehörten zu den Figuren, die sich in Catch my Heart bereits sehr genau kennenlernten. In die ehemals sehr turbulente Beziehung der beiden sollte inzwischen Ruhe eingekehrt sein, sollte man meinen. Weit gefehlt, denn spätestens als Yohei eine Liebeserklärung von seinem Schüler Ichiro bekommt und Seiichi, Senris jüngerer Bruder, das mitbekommt, hat der Pädagoge wieder an allen Fronten zu kämpfen …

Bei Seiichi sieht es allerdings nicht weniger kompliziert aus. Obwohl er eigentlich mit seinem Freund Shiro in einer festen Beziehung steckt, lauert auch hier Gefahr in Form eines alten Freundes. Plötzlich steht Shiro zwischen allen Stühlen: Auf der eine Seite sein Liebster und auf der anderen sein alter Freund Izuki, der ihm den Hof macht. Jetzt ist auch hier guter Rat teuer.

3 x 2 ergibt 6, so weit, so bekannt

Bereits in den ersten Bänden Yuo Yodogawas bemerkte man, dass die Zeichnerin einen Hang zu kürzeren Geschichten hat, die allerdings letzten Endes aufeinander aufbauen. Genau so sieht es auch bei Spiel nicht mit meinem Herz aus. Die alten und das neue Pärchen teilen sich einen Band, sodass jede Geschichte zwar ihren eigenen Raum erhält, diesen aber trotzdem mit der Story um die anderen Paare teilen muss. Vor allem für die ersten beiden Handlungsbögen sind Vorkenntnisse aus Catch my Heart empfehlenswert, um die Figuren besser einordnen zu können, denn für eine Vorstellung bleibt wenig Zeit.

Die Geschichten sind so konzipiert, dass man nicht allzu viel Zeit mit Interpretationen verschwendet. Die Zeichnerin pflegt in ihren Storys eine sehr klare und einfache Struktur, sodass man schnell einsteigen kann. Und auch die Idee des Störers in einer bereits bestehenden Partnerschaft ist nicht neu. Klassischerweise hat man sich auch noch für das Naheliegendste entschieden. Dass ein Schüler gegenüber einem Lehrer, den er sehr verehrt, auch mal romantische Gefühle entwickelt, wurde in verschiedenster Form schon zig Mal durchgespielt. Genau das Gleiche ist es mit der Idee des alten Freundes, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht und Ansprüche geltend machen möchte. Da braucht es nun wirklich keine große Fantasie, um zu erkennen, wie diese Annäherungsversuche wohl ausgehen.

Deswegen stellt Spiel nicht mit meinem Herz nun wirklich keine weltbewegende Innovation dar, was das Storytelling angeht. Trotzdem bietet die Handlung einige nette Anspielungen die das bekannte Muster zwar nicht aufbrechen, aber bereichern, was sicher auch an den reichlich überspannten Figuren liegt.

Wer will denn schon normal sein?

Wer Catch my Heart kennt der weiß, was ihn erwartet. Die Figuren wurden damals ein wenig vorgestellt und haben sich in den letzten zwei Jahren nicht wirklich weiterentwickelt. Sie sind immer noch sehr speziell und entweder man mag sie, oder eben nicht. Vor allem Senri ist seit jeher einer dieser besonderen Charaktere, die man gerade wegen seiner Macken mögen muss, oder ihn eben hassen wird.

Aber auch die anderen Charaktere sind nicht weniger extrem in ihren Darstellungen. Vor allem was die sexuelle Freigiebigkeit angeht, heißt es hier eindeutig klotzen und nicht kleckern. Da geht es schon sehr schnell, sehr deutlich zur Sache. Deswegen sei allen gesagt, dass die Altersempfehlung „ab 18“ nicht von ungefähr kommt.

Wo die Liebe hinfällt

Ähnlich speziell wie die Charaktere ist die grafische Umsetzung. Die Zeichnerin versteht es sehr gut, ihre Figuren in Szene zu setzen. Es dominieren klare Forme und eine individuelle Gestaltung. Wie bei Yuo Yodogawa nicht anders zu erwarten, wird es innerhalb der Handlungen aber auch schnell explizit. Viele nackte Haut und eindeutige Darstellungen bleiben nicht lange aus. Hier arbeitet die Künstlerin an einer scharfen Grenze und muss aufpassen, nicht ins extrem pornografische abzugleiten.

Insgesamt gestaltet sich die Umsetzung von Spiel nicht mit meinem Herz aber sehr gelungen. Die Storys bieten kurzweilige Unterhaltung und sind nett anzusehen. Auch die Umsetzung von Kazé weiß zu überzeugen. Der Manga enthält eine farbige Startseite und, wie alle Bände der Reihe, ein Miniposter mit den „Coverboys“. Dass es sich dabei „nur“ um eine größere Darstellung einer der Farbseite handelt, finde ich persönlich etwas schade. Eventuell hätte man dafür auch noch eine andere Illustration finden können.

Spiel nicht mit meinem Herz
© 2014 Yuo Yodogawa / KADOKAWA CORPORATION ENTERBRAIN.

Info

Spiel nicht mit meinem Herz
Original Name: Original Name: 片想いラブ・ゲーム
Transkription: Kataomoi Love Game
Von: Yuo Yodogawa
Verlag: Kazé
Verfügbar: One-Shot
Preis: 6,95 €
Genre: Boys Love, Schule
Empfehlung: 18 +
ISBN: 978-2889218806

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Spiel nicht mit meinem Herz

Story - 80%
Charaktere - 77%
Zeichnungen - 82%
Aufmachung - 85%

81%

Yuo Yodogawas Manga Spiel nicht mit meinem Herz beinhaltet insgesamt drei Geschichten, die zwar aufeinander aufbauen, aber jeweils ein Pärchen in den Mittelpunkt stellen. Leser von Catch my Heart müssen hier eigentlich zugreifen, denn sie erfahren endlich, wie es mit den Shinonme-Brüdern weitergeht. Ansonsten ist der Manga allen Boys-Love Lesern zu empfehlen, die sich nicht von sehr deutlichen Darstellungen und einer eher seichten Handlung abschrecken lassen.

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