Sport-Manga: im deutschsprachigen Raum ein zweischneidiges Schwert!

Wo Sport-Manga in Japan schon lange Kult sind, haben es solche Titel im deutschsprachigen Raum schwer, Fuß zu fassen. Doch warum hat es das Genre hierzulande so schwer?

In Japan sind zahlreiche Sportarten beliebt. Dazu gehören nicht nur solche, die auf traditionelle japanische Kultur basieren (zum Beispiel Judo, Bogenschießen, Shogi). Mittlerweile etablierten sich beispielsweise auch moderne Mannschaftssportarten wie Eiskunstlauf, Baseball, Rugby und Fußball aber auch Rennfahr-, Ski- und Schwimmsport. Diverse Sportarten sind also fester Bestandteil in der japanischen Gesellschaft und Kultur integriert. Da Manga in Japan ebenfalls ein wichtiges Kulturgut ist und mehrere Millionen Leser/innen in allen Altersklassen begeistert, dürfte es nicht verwunderlich sein, dass Autoren auch Sportthemen aufgreifen. Aufgrund der zahlreichen japanischen Konsumenten und dem Genre-Mix entwickelte sich die eine oder andere Geschichte zur Erfolgsstory, wie beispielsweise Yuji Terajimas Baseball-Story Ace of Diamond. In vielen Fällen erhalten derartige Erfolgstitel eine Anime-Adaption.

Ace of Diamond Act II - 11
Baseball-Geschichte „Ace of Diamond Act II“ mit momentan elf Ausgaben

Bezogen auf Deutschland sieht das weitaus anders aus. Zwar besitzt Sport auch hierzulande eine große Bedeutung, Unterhaltungsmedien fokussierten jedoch den kommerzialisierten Sportmarkt wie Fußball, Formel 1 und Boxen. Allerdings gibt es im deutschsprachigen Raum ein verhältnismäßig kleines Manga- bzw. Comic-Lesepublikum, von dem sich eine kleine Gruppe für Sportthemen begeistert. Besser schneiden dagegen andere Genres wie Boys Love, Romance oder Action ab. Sich gezielt Lizenzen in diesen Bereichen anzueignen, erweist sich für die Manga-Verlage in den meisten Fällen nicht als verkehrte Entscheidung. Stattdessen bleibt bei einem Sport-Manga die Ungewissheit, ob die Kaufbereitschaft ausreicht, damit sich eine Lizenzierung im Endeffekt lohnt.

Kann ich als Manga-Leser etwas tun, damit mehr Sportgeschichten nach Deutschland kommen?

Beeinflusst durch den Anime-Boom in den 90er Jahren, wo Sportserien wie Captain Tsubasa, Mila Superstar oder Kickers sehr beliebt waren, gelangten kurz nach der Jahrtausendwende einige Sport-Manga in den deutschsprachigen Raum – beispielsweise Captain Tsubasa oder Hikaru no Go. Ein Jahrzehnt musste vergehen, bis sich ein Verlag erneut dazu entschied. Völlig abwegig kommt diese Entscheidung nicht, denn Sport-Anime – wie Haikyu!!, Yuri!! On Ice, Free! oder Ace of Diamond – sind momentan dank deutscher Simulcast-Angebote angesagt. Demzufolge dürften sich zumindest Anime-Zuschauer nicht über ein zu geringes Sport-Angebot beklagen können.

Da aber nicht jeder Anime-Zuschauer automatisch Manga-Leser ist, lässt sich der Erfolg einer Manga-Lizenz schwer abschätzen. Das Unterstützen von bereits lizenzierten Sport-Manga mag zumindest ein Anfang sein, um Leseinteresse zu bekunden. Allerdings ändert sich das Leserverhalten so ohne Weiteres nicht. Daher bleibt mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft alles beim Alten, dass eher selten Sport-Manga lizenziert werden. Bei diesem Genre handelt es sich in den meisten Fällen um Shonen-Titel, die nicht selten über mehrere Bände gehen. Demzufolge könnte ein Flop auch wirtschaftliche Folgen für einen Verlag mit sich ziehen. Und gerade bei langen Serien, wäre es schade, wenn sie im Endeffekt eingestellt werden müssten.

Was zum Reinschnuppern!

Haikyu!! 30
Volleyball-Manga „Haikyu!!“ umfasst aktuell 30 Ausgaben

KAZÉ sicherte sich einen in Japan sehr angesagten Volleyball-Titel, nachdem peppermint anime bereits das Anime-Franchise lizenzierte: nämlich Haikyu!!. Bis Februar 2018 besaß die Geschichte international 28 Millionen Exemplare im Umlauf. Auch warfen wir für euch einen Blick in die ersten beiden deutschsprachigen Bände, die im Oktober 2017 auf dem Markt kamen.

Die Geschichte des Volleyball-Manga handelt von Shoyo Hinata, der mit dem Volleyballspielen begann, nachdem er in der Grundschule den »kleinen Giganten« spielen gesehen hat. In der Mittelschule musste Hinata jedoch dank seines Rivalen Tobio Kageyama eine derbe Niederlage hinnehmen. Schließlich tritt der Junge dem Volleyball-Team der Karasuno Highschool bei, um sich an Kageyama zu rächen. Wie sich nun herausstellt, spielt dieser jedoch im selben Team. Mit Hinatas Beweglichkeit und Kageyamas Ballspieltechnik nehmen sie es mit anderen Volleyball-Mannschaften auf.

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