Megumi Hayashibara spricht über moderne Synchronsprecher

Seit Ende der 1990er Jahre ist Megumi Hayashibara sowohl als Synchronsprecherin als auch Sänger sehr erfolgreich. In einem Interview spricht sie sowohl über ihre Rolle und das Selbstverständnis als Synchronsprecherin. Dabei wirft sie auch einen kritischen Blick in die Zukunft.

The Mook, welches sowohl Magazin als auch Buch ist, interviewte Synchronsprecherinnen, deren Karriere Anfang der 1990er Jahre begann. Zu dieser Zeit hatte die Nachfrage bezüglich weiblicher Stimmen stark zugenommen. Eine dieser Seiyu ist Megumi Hayashibara, die bereits Figuren wie Rei aus Neon Genesis Evangelion oder der weiblichen Ranma aus Ranma ½ ihre Stimme lieh. Sie spricht darüber, wie sich ihre Aufgabe im Laufe der Jahre verändert hat.

Obwohl Hayashibara es damals schaffte sowohl als Sprecherin als auch Sängern erfolgreich zu sein, äußert sie bedenken, was die Rolle der aktuellen Sprecher als Allround-Entertainer anbelangt. “Wenn sie ihr eigenes Gesicht so sehr in der Öffentlichkeit präsentieren, was bedeutet dies für die glaubwürdig der Figuren, denen sie ihre Stimme leihen?” Da sie allerdings selbst eine Berühmtheit ist, akzeptiert Megumi Hayashibara natürlich auch den Wunsch der Zuschauer, die Gesichter hinter den Stimmen zu sehen. Dies führe aktuell aber auch dazu, dass die aktiven Karrieren der heutigen Sprecherinnen sich verkürzen. Megumi Hayashibara beschrieb ihre Funktion als “Schattenschönheit”.

Auf die Frage, ob sie für junge Seiyu einen guten Rat habe, antwortet Hayashibara:

“Es gab Zeiten, da las ich diese stereotypischen Texte so gut ich konnte … Ich wurde oft danach gefragt, wie man solche Dialoge ließt. Es geht nicht darum, die richtigen Emotionen hinzubekommen, weil es schwer ist, genau die richtige Art und Weise für die jeweiligen Sätze zu finden. Sprecht mit all eurem Können und haltet euer Innerstes heraus. ”

Die Künstlerin beschreibt das Leben moderner Stimm-Geberinnen als eine hektische und geschäftige Bühne, mit viel Tumult drumherum als Zugabe. “Aktuell fühlst du dich noch unersetzbar, aber in drei Jahren könnte es schon ganz anders aussehen.” Megumi Hayashibara beklagt auch, dass viele Manager ihre Schützlinge nicht richtig “fördern”, sondern nur daran denken, mit ihnen kurzfristig Gewinn zu machen. Gleichzeitig stellte sie auch fest, dass dieser Zustand “weder gut noch schlecht ist, sondern es genau unsere Position in dieser Boom-Phase beschreibt.”

Die Sprecherin beklagte sich ebenfalls über den Mangel an Originalität in modernen Anime. Viele würden inzwischen nach “Schema F” ablaufen, wobei Charaktere, wie zum Beispiel Rei aus Evangelion, eine zu oft aufgewärmte Idee darstellten. “Ich möchte heute einmal bei etwas mitmachen, das noch einzigartig ist.”

Kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here