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Special: Mein Weg zum Manga – Micha

Mein Weg zum Anime habe ich ja schon beschrieben, aber wie kam der komische Redakteur eigentlich zu Manga?

Natürlich unterscheiden sich die Geschichten nicht so sehr, denn es fand ja alles im gleichen Kuhkaff statt. Also liebe Kinder setzt euch und lauscht meine Worte (stellt euch noch ein Lagerfeuer vor). Es war einmal vor langer langer Zeit …

Fangen wir mal ganz am Anfang an, wisst ihr, was wirklich doof ist? Richtig, in einem kleinen Kuhkaff aufzuwachsen. Wisst ihr was, noch viel doofer ist? In den 80ger Jahren in einem Kuhkaff aufzuwachsen, und wisst ihr, was am so richtig doof ist? Zu der Zeit war das Internet noch Neuland im eigentlichen Sinne.

Da lebte also so ein kleiner Steppke, grün hinter den Ohren (ja ich hab Seife damals gehasst, abtrocknen nach dem Duschen übrigens auch, daher befürchte ich, dass es Algen waren) und Comic-Fan. Kennt ihr noch die Marvel-Taschenbücher? Dafür ging mein Taschengeld regelmäßig drauf.

Tja, und wenn man in einem Kuhkaff, in den 80igern und ohne Internet wohnt, dann ist das ungefähr so, als würdet ihr in einem Raum ohne Fenster, Radio und sonstiges leben. Neues schwappte ziemlich spät zu uns. Tja bis auf Akira, komischerweise hatte unsere Buchhandlung in der Abteilung Schundliteratur genau ein Exemplar. Ein Exemplar eines seltsam aussehende Comics, von den ich noch nie etwas gehört habe, aber immerhin das Carlsen-Logo war auf den Cover und da ich viele Comics von Carlsen gelesen hatte (Gaston, um nur einen wirklich guten Comic zu nennen), habe ich also mein Taschengeld mal nicht für Marvel ausgegeben, sondern mir meinen ersten Manga zugelegt. Natürlich wusste ich es damals noch nicht, war aber nach ein paar Seiten total mitgenommen von der Geschichte. Es war mal was anderes, als das was ich sonst so gelesen hatte, dazu strotzen die Bilder nur so vor Details und es war gut erzählt. Zugegeben, natürlich hat mich auch die dargestellte Kultur, die ja nun mal japanisch war, fasziniert.

Woher aber nun Band 2 nehmen? Immerhin war der Preis für mich damals ein halbes Vermögen und die Buchhändlerin hat einen halben Herzinfarkt bekommen, als ich nach dem zweiten Band gefragt habe. Also hieß es Job suchen, um sich die anderen Bände leisten zu können und ganz nebenbei für die Erwachsenen als „Na, der könnte doch eventuell böse sein, weil er ja so ein Kram liest“. Sagte ich schon, dass ich in einem Kuhkaff groß geworden bin und dort das Telefon noch als Wunder der Menschheit gefeiert wurde?

Na ja, so stiefelte ich als kleiner Steppke bewaffnet mit Prospekten durch das Dorf und verdiente mir das Geld für die anderen Bände extrem hart. (ich hasse seitdem übrigens Berge)

Na jedenfalls kam Band zwei und Band drei und eine immer ängstlicher werdende Buchverkäuferin. Tja und dann kam Kamui, ein Ninja auf der Flucht. Brutal und Brüste, das war glaube ich zu viel für die Frau, den als sie gesehen hatte, was ich denn da bestellt habe, gab es einen Anruf bei meinen Eltern. Ich hoffe übrigens immer noch, dass ich nicht das erste Kind war, dass wegen Manga den Hintern versohlt bekommen hatte.

Danke übrigens noch mal an Carlsen für die schlechte Bindung von Akira, denn nach 2 Jahren sind sie alle auseinandergefallen.

Zu meinen Glück wechselte die Besitzerin des Buchladens und die neue Verkäuferin hatte etwas, das ich vorher nicht kannte: Ahnung.

Das war übrigens das erste Mal, dass ich das Wort Manga gehört habe und netterweise wurde mir dann auch mal erzählt, woher die eigentlich kommen. Und weil die Frau wirklich Ahnung hatte, folgte Xenon und Crying Freeman und Sancuary. Zugegeben Crying Freeman war so eine Sache, aber pssst, verratet das bloß nicht. Zum Schluss folgte Appleseed.

Tja und dann kam das Wunder auch zu uns. Die AnimaniA gab es im Zeitungsladen zu kaufen. Gut zugegeben, die Artikel waren damals zweitrangig, denn hey da war immer ein Poster mit einer Frau mit T**. Hey ich war noch sehr jung damals, und Jungs na ja ihr wisst ja ne.

Jedenfalls hatte ich eine Informationsquelle und somit konnte ich mich endlich mal ins Thema einlesen.

Und ich konnte neue Titel kaufen, Ghost in the Shell zum Beispiel, von dem Titel bin ich immer noch ein riesengroßer Fan.

So den Rest könnt ihr in meinem Anime-Teil nachlesen, also machen wir mal einen Zeitsprung.

Tja, da ich nicht ganz zufrieden war, mit dem was auf den deutschen Markt erschien, fing ich irgendwann wann mir eine Importmöglichkeit zu suchen und gebe immer noch viel Geld dafür aus, mir Bände aus Japan zu ordern (und ja ich kann es lesen 😉 )

Heute lese ich allerdings nicht mehr so viel, wenn ich ehrlich bin. Ich greife aktuell lieber zu einen Anime, da ich durch meine Arbeit hier, manchmal einfach nur das Gehirn abschalten möchte. Trotzdem kann ich auf eine große Sammlung blicken, die mittlerweile meinen Keller füllt. Und immer wieder kommen neue Pakete aus Japan mit neuen Schätzen.

Was macht aber die Faszination für mich aus? Wenn ich ehrlich bin, bin wähle ich meine Manga sehr genau aus. Mich interessiert der Ecchi-/Action-Krams eher weniger. Allerdings überraschen mich immer wieder Geschichten, weil sie einfach tiefer gehen und ganz andere Aspekte einer Geschichte behandeln, wie man das sonst gewohnt ist.

Dazu kommt, dass das Design gerade durch das Fehlen der Farbe deutlich angenehmer ist. Natürlich werden jetzt einige Sagen, dass es da durch weniger Details hat, aber weit gefehlt. Es ist oft sogar detailreicher. Zusammenfassend gesagt: Die Story ist besser und oft durchdachter, es wiederholt sich in einer Geschichte nicht ständig etwas, weil man sich immer neue Gegner ausdenken muss und die Auswahl ist riesig, so das für jeden Geschmack etwas dabei ist.

So, das war also meine Geschichte, ich hoffe, man kann etwas verstehen, warum mich das ganze fasziniert.

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