In der Zeit voraus: meine 3 liebsten Manga-Welten aus der Zukunft

    Manga, die meinen Weg beeinflusst haben.

    Zum Anfang jedes neuen Jahres stellen sich viele die selbe Frage: „Was wird die Zukunft wohl bringen?“ Manch einer geht mit Zuversicht voran, während andere eher etwas ängstlicher sind und die Sorge in ihr Herz lassen. Und dann gibt es Menschen wie mich, die sich ausmalen, wie es wohl wäre, in einer Zukunft zu leben, die man aus den liebsten Manga kennt.

    Besonders die Welten von Hiniiru, No.6 und Deadman Wonderland haben es mir angetan. Gut, zugegeben – hierbei handelt es sich nicht gerade um fröhliche Welten voller guter Laune und Regenbögen, aber sie haben alle ihren ganz eigenen Charme.

    Im Laufe des Artikels möchte ich euch erzählen, was mich ganz persönlich mit diesen Manga verbindet. Beachtet also bitte, dass von nun an auch Spoiler folgen.

    Hiniiru – Wenn Mutter Erde zurück schlägt

    Hiniiru
    Hiniiru Band 1 © 2014 by Yuichi Kato / Kadokawa Shoten Co., Ltd.

    Kagero ist eigentlich ein ganz normaler Schüler, der jeden Tag den gleichen Trott durchläuft. Seine Freundin Momiji steht ihm dabei jederzeit zur Seite. Als jedoch seine Schule von den sogenannten Dross angegriffen wird, ist nichts mehr wie es war. Seine Kindheitsfreundin ist plötzlich selbst ein Dross, sein lang verschollener Vater scheitert beim Retten der Welt und der Wille der Erde selbst macht Jagd auf die Menschheit? Wirklich eine „tolle“ Zeit, um am Leben zu sein.

    Doch warum mag ich die Welt von Hiniiru trotzdem so gerne? Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir selbst diese Frage beantworten konnte. Auch wenn die Vorstellung von Dross gejagt zu werden beängstigend ist, gefällt mir der Gedanke, dass die Erde sich gegen das Leid wehrt, was ihr zugefügt wurde. Ich finde es belastend zu wissen, wie große Teile unseres Planeten zerstört werden, nur weil wir „zu faul“ für die bessere Alternative sind. Auch wenn ein echter Weltuntergang nicht wünschenswert ist, ist das Setting gut gewählt und schön illustriert. Super Ausgangssituation für die eher düstere Story.

    Aber auch auf meine eigene Zukunft hatte der Manga Einfluss. Ich ertappe mich selbst dabei, wie ich mich mehr und mehr mit Themen wie Mülltrennung und Umweltschutz auseinander setze. Gleichzeitig weiß ich die Natur um mich herum ein wenig mehr zu schätzen.

    No.6 – Die perfekte Welt?

    no. 6
    NO.6 © 2011 Atsuko Asano, Hinoki Kino / Kodansha Ltd.
    © 2014 Egmont Verlagsgesellschaften mbH

    Shion gehört zur Bildungselite und wohnt in der Stadt No.6. Diese gilt als absolut perfekt und gehört zu den wenigen Städten, die nach einem zerstörerischen Atomkrieg noch existieren. Die Regierung, deren wichtigste Interessen Wissenschaft und Fortschritt sind, legt ein hartes Regime an den Tag. Jeder Fehler wird sofort hart bestraft. So ergeht es auch Shion, als er an seinem 12. Geburtstag dem flüchtigen Nezumi Unterschlupf gewährt. Kurz darauf werden ihm seine Rechte als Eliteschüler entzogen, was auch seine Zukunftsperspektiven erheblich einschränkt.

    Als er dann einige Jahre später auch noch wegen Mordes angeklagt wird, bleibt nur noch die Flucht in die äußeren Bezirke. Zusammen mit Nezumi und anderen Rebellen beginnt nun sein Kampf gegen ein System voller Unrecht.

    Ja, bei No.6 werden wir wieder mit einer Dystopie konfrontiert. Doch auch hier könnte ich mich wohlfühlen. Diesmal fällt es mir nicht einmal schwer zu bestimmen, warum das so ist. Das gezeigte System ist nun wirklich nicht ansprechend. Eine Rebellion, die über das Unrecht siegt, allerdings schon. Aus diesem Grund hoffe ich, dass meine Zukunft zumindest ein bisschen Ähnlichkeit mit No.6 hat. Den Atomkrieg würde ich allerdings gern überspringen.

    Auch dieser Manga hatte auf seine Art und Weise Einfluss auf mein weiteres Leben. Dank dieser Geschichte fühlte ich mich darin bestärkt, für meine Ziele zu kämpfen. Das hat mir in manchen Situationen sehr geholfen und mir Mut gegeben.

    Deadman Wonderland – We’re all mad here

    Deadman Wonderland Band 1
    Deadman Wonderland Band 1 ©Jinsei KATAOKA ©Kazuma KONDOU

    Ganta ist ein gewöhnlicher Schüler mit normalen Freunden. Seine Klasse plant derzeit einen Auflug in einen örtlichen Vergnügungspark, welcher auch als Gefängnis dient – das Deadman Wonderland. Dieses wurde nach dem großen Erdbeben errichtet, welches Tokyo vor einigen Jahren fast zerstörte. Doch anscheinend kann ein Insasse des Gefängnisses den Besuch kaum abwarten. Also beschließt Wretched Egg der Klasse selbst einen Besuch abzustatten. Allerdings endet dieser für alle außer Ganta tödlich. Dieser wird daraufhin des Mordes beschuldigt und verhaftet. Somit wird das Wonderland auch sein neues Zuhause.

    Okay, ich gebe es zu – ich mag düstere Welten. Deshalb imponiert mir auch die Szenerie von Deadman Wonderland.  Der Wahnsinn, der die dortige Welt beherrscht, weckt mein Interesse. Dementsprechend zieht mich auch der Gedanke magisch an, dort zu sein. Natürlich möchte ich nicht wie Ganta und die anderen Deadman am Carnival Corpse teilnehmen. Doch die Menschen kennen lernen, deren Verrücktheit zur Entstehung dieser Umgebung geführt hat, würde mich sehr reizen.

    Dies hatte auch zur Folge, dass ich mich durch den Manga noch einmal in meinem Ziel bestärkt gefühlt habe, Psychotherapeut zu werden. Besonders Shiro hat das für mich bestätigt. Ihre gespaltene Persönlichkeit, die aus ihrem Leid entstanden ist, ihre unglaubliche Trauer und Einsamkeit und der Wahnsinn, der in jeder ihrer Taten mitschwingt, haben in mir das Bedürfnis geweckt, zu helfen und für Andere da zu sein. Gleichzeitig hat sich Deadman Wonderland zu meinem absoluten Lieblings-Manga entwickelt.

     

     

     

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