Meine Lieblings-Anime: Kindheitsklassiker

Es gibt Anime, die kann man sich immer wieder ansehen. Ganz besondere Geschichten, die auf die eine oder andere Weise faszinieren und den persönlichen Geschmack mehr als andere ansprechen. Für mich sind das insbesondere die Anime meiner Kindheit.

In den nächsten Wochen möchte ich euch immer mal wieder Anime und Manga vorstellen, die zu meinen absoluten Favoriten gehören. Beginnen werde ich mit den Klassikern meiner Kindheit. Einige kennen diese Serien vielleicht gar nicht, weil sie damals noch zu jung waren. Andere werden wiederum die schönen Erinnerungen an die Stunden, die man nach der Schule vor dem Fernseher verbringen durfte, mit mir teilen. Interessant werden die vorgestellten Titel aber sicher für beide Gruppen von Lesern sein.

Lady Oscar

© KSM Anime
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Adelsspiel, die französische Revolution und ganz untypische Geschlechterrollen – Lady Oscar ist ein Anime, der einiges zu bieten hat.

1755 in Frankreich: Oscar Francois de Jarjayes ist die vierzehnjährige Tochter eines französischen Generals. Ihr Vater gibt ihr den Namen eines Mannes, weil er sich eigentlich immer einen Sohn gewünscht hat und lässt sie kurzerhand wie einen Jungen erziehen. Oscar lernt daher schon früh Fechten und Reiten. Später entscheidet sie sich, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und beginnt eine militärische Karriere am Hof. Anfangs führt sie die königliche Schlosswache an und begleitet die junge Marie Antoinette zum Hof von Versailles. Dort wird sie zu einer engen Vertrauten der jungen Königin und steht zunächst loyal zu ihr, bis das Bauernmädchen Amelie ihr die Augen öffnet. Oscar erkennt, dass das Volk unter der Herrschaft des unerfahrenen Königspaars leidet und zieht ihre Konsequenzen.

Der Anime benutzt als Rahmenhandlung die Zeit vor, während und nach der französischen Revolution und hangelt sich dabei an historischen Ereignissen entlang. Eine Erzählerstimme kommentiert außerdem die entscheidenden Momente, wie zum Beispiel den Sturm der Bastille oder das tragische Ende der Königsfamilie. Im Vordergrund stehen aber immer die  persönlichen Handlungsmomente von Oscar, Marie Antoinette und Hans-Axel von Fersen. Daraus entsteht eine Geschichte aus Liebe, Intrigen und dem Kampf um Macht vor dem Hintergrund des prunkvollen Königshauses im spätbarocken Frankreich des 18. Jahrhunderts.

Dass ich diesen Anime gesehen habe, ist schon viele Jahre her und es war schon damals Liebe auf den ersten Blick. Mittlerweile ist die komplette Serie auch auf DVD und Blu-ray erhältlich, perfekt, um sie noch einmal anzusehen und dabei zu bemerken: Oscars tragisches Schicksal ist auch aus heutiger Sicht für mich nicht weniger bewegend als damals.

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Robin Hood

© KSM Anime
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Abenteuer und wilde Gefechte erlebt der ikonische Robin Hood in diesem Anime ausnahmsweise mal nicht als erwachsener Mann sondern als Junge im Teenager-Alter.

Robert Huntington wird als Sohn einer adligen Familie geboren, die König Richard gegenüber loyal ist. Nachdem seine Eltern auf mysteriöse Weise ums Leben kommen, lässt der gierige Lord Alwyn, Baron von Nottingham, auch ihr Schloss niederbrennen. Dadurch ist Robert gezwungen mit seinem Cousin Will in den Sherwood Forest zu fliehen. Dort schließen die Kinder sich einer Bande von ebenso jungen Banditen an. Robert, bewaffnet mit dem Bogen seines Vaters, nimmt den Namen Robin Hood an, um gegen die bösen Machenschaften seiner Widersacher zu bestehen.

Die Serie spielt im England des 13. Jahrhunderts und konstruiert die Geschichte von Robin Hood, einer Figur, die seit dem Spätmittelalter immer wieder in der Literatur auftaucht. Der Anime orientiert sich dabei, zumindest teilweise, an der Geschichte um Robin von Locksley aus dem historischen Roman Ivanhoe und macht Robert Huntington zu einem ritterlichen, ehrenhaften Banditen, für den das Streben nach Gerechtigkeit unerlässlich ist. Im Gegensatz dazu sind die – übrigens allesamt erwachsenen Antagonisten – in erster Linie von ihrer Machtgier getrieben. Trotzdem schafft es Robin im Verlauf der Handlung, einige von ihnen zum Guten zu bekehren.

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Die kleine Prinzessin Sara

© KSM Anime
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Das moderne Märchen erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich trotz harter Prüfungen immer den Glauben an sich selbst und an das Gute im Menschen bewahrt.

Sara Crewe wurde in Indien als Tochter wohlhabender Eltern geboren. Nachdem ihre Mutter früh verstarb und ihr Vater immer eine englische Erziehung für seine Tochter vorgesehen hat, bringt er sie in seine Geburtsstadt: London. Dort soll sie das Internat “Miss Minchins Institut für junge Damen” besuchen.

Der Anime erzählt im Prinzip den Roman Sara, die kleine Prinzessin von Frances Hodgson Burnett nach, nimmt aber dennoch einige Veränderungen an der Geschichte vor. So fehlt in der Vorlage beispielsweise die Figur des Charakters Peter komplett. Einer der gravierendsten Unterschiede ist für mich außerdem – natürlich aus heutiger Sicht –, dass Sara im Buch versucht, eine Prinzessin zu sein, um mit ihrer furchtbaren Lebenssituation umzugehen. Im Anime hingegen besteht sie die harten Prüfungen mit Phantasie, Willenskraft und so würdevoll, dass sie von allen anderen als Prinzessin wahrgenommen wird.

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Die Schatzinsel

© KSM Anime
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Gold und Rum – und irgendwo auf einer Insel ist ein Schatz versteckt. Das ist der Stoff, den man für eine klassische Piratengeschichte braucht.

Dieser Anime basiert auf dem gleichnamigen Roman von Robert Louis Stevenson und erzählt in insgesamt 26 Episoden dessen Handlung nach. Der Junge Jim Hawkins trifft im Gasthaus seiner Mutter auf den mysteriösen Billy Bones und gelangt dadurch in den Besitz einer geheimnisvollen Schatzkarte. Daraufhin stellt der wohlhabende Mr. Trewlaney die finanziellen Mittel und sein Schiff zur Verfügung, um den Schatz zu bergen. Jim ist ebenfalls Teil der zusammengestellten Crew und findet schnell einen Freund in dem als Koch angestellten John Silver.

Noch bevor die Reisegruppe die Insel erreicht, meutert ein Großteil der Besatzung unter der Führung von besagtem Schiffskoch. Jim, Mr. Trewlaney, der Kapitän und einige andere loyale Matrosen können glücklicherweise fliehen und versuchen dann die Karte und den Schatz gegen die Meuternden zu verteidigen.

Besonders fasziniert hat mich – neben Piraten und geheimnisvollen Schätzen – die Beziehung zwischen Jim und John Silver. Der Beleuchtung des Dilemmas, das Jim nach dem Verrat des einstigen Freundes durchmacht, wird im Anime ein deutlich höherer Stellenwert als in Stevensons Roman zugemessen. Dadurch gewinnen beide Charaktere zusätzlich an Komplexität.

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Georgie

© KSM Anime
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Auf der Suche nach Erinnerungen an ihre Vergangenheit, entdeckt Georgie eine komplizierte Familiengeschichte, wird Opfer von Intrigen und knüpft zerbrechliche Liebesbande.

Die fröhliche Georgie wächst zusammen mit ihren älteren Brüdern Abel und Arthur auf einer Farm in Australien auf. Das unbeschwerte Leben hat allerdings ein jähes Ende, als ihr Vater bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt. Ihre Mutter, die sich dem Mädchen gegenüber schon immer eher abweisend verhalten hat, gibt ihr nun auch noch die Schuld am Tod des Vaters und macht ihr das Leben im Haus so schwer wie möglich. Georgie, gestärkt durch den Beistand ihrer Brüder, erträgt alles und bewahrt sich ihr positives Wesen. Als die Kinder weiter heranwachsen, wird immer deutlicher, dass zwischen den beiden Brüdern eine ernste Rivalität entsteht, denn beide empfinden mehr für Georgie als nur geschwisterliche Liebe.

Als die Mutter das erkennt, schreitet sie ein und gesteht endlich die Wahrheit, die jeder außer Georgie bereits kannte: Das Mädchen ist adoptiert. Ihr Vater hat sie als Baby gerettet und aufgenommen. Geschockt entschließt sich Georgie die Familie zu verlassen, um mehr über ihre Herkunft zu erfahren.

Für Georgie beginnt eine Reise, die nicht weniger beschwerlich ist, als das Leben auf der Farm und so einige Überraschungen bereithält. Es entsteht eine faszinierende Geschichte mit erstaunlich viel Tiefgang und Dramatik für eine Kinderserie. Die ausgefeilten Charaktere überzeugen vor dem malerischen Hintergrund der Landschaften Australiens und auch im belebten London. Der Anime ist eindeutig mehr, als man auf den ersten Blick vermutet und schafft es, mich heute wie damals zu faszinieren.

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