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Meisterdetektiv Pikachu – Sherlock Holmes war gestern

Nach zwei Jahren Wartezeit können westliche Fans ebenfalls mit Spürnase Pikachu auf Spurensuche gehen. Ob Nintendo bei Meisterdetektiv Pikachu allerdings wirklich den richtigen Riecher beweist oder das Game eher kalter Kaffee ist, erfahrt ihr hier in der Review.

Der Junge Tim Goodman reist nach Ryme City, um seinen vermissten Vater zu suchen, der Detektiv ist. Er trifft auf ein Pikachu, das er überraschenderweise problemlos versteht. Zusätzlich stellt sich das vorlaute Pokémon als Assistent seines Vaters vor. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach ihm und erleben dabei merkwürdige Ereignisse. Überall in der Stadt rasten plötzlich Pokémon aus. Tim vermutet einen Zusammenhang zu seinem Vater und bevor er sich versieht, ist er mit dem Pikachu einem ganz großen Fall auf der Spur.

Der Junge und das Pikachu mit der großen Klappe

Die Geschichte rund um den verschwundenen Detektiv, die wütenden Pokémon und das Pikachu mit Gedächtnislücken ist in neun Kapitel aufgeteilt und damit weitaus länger als beim ersten Release in Japan. Eine gute Entscheidung, denn damit kommt das Game auf ein knapp zehn Stunden langes Abenteuer, das zu fesseln weiß und dem Spieler regelmäßig neue Geheimnisse vor die Füße wirft. Die Story überfordert die Spieler nicht und wie es sich für eine Detektivgeschichte gehört, ist alles etwas dramatisiert und kitschig.

Die Twists sind für fortgeschrittene Spürnasen etwas vorhersehbar und selten überraschend. Rundum ist es allerdings eine gelungene Story, die mit eigenem Charme und dem ungewöhnlichen neuen Blickwinkel auf die Welt der Pokémon begeistert. Dank des offenen Endes ist Luft nach oben für ein weiteres Game oder eben einen Film, der gerade schon in Arbeit ist.

Meisterdetektiv Pikachu 3
Bild: Nintendo

Tim ist der typische Durchschnittstyp mit sympathischem Charakter. Dasselbe gilt für die meisten Nebenfiguren, die ihre eigene Persönlichkeit haben, allerdings nie so außergewöhnlich werden, wie in den anderen Pokémon-Games. Am Ende ist immer noch Pikachu der Liebling. Mit seinem ganz eigenen, leicht erwachsenen Humor, der vorlauten Klappe und leicht emotionalen Momenten wirkt Pikachu als Charakter hervorragend ausbalanciert.

Wer ebenfalls seinen ganz eigenen Charme versprüht, sind die anderen Pokémon. Die meisten Personen im Game besitzen ein Partnerpokémon, das die Persönlichkeit der Menschen ergänzt. Der gut gelaunte Cafébetreiber hat ein ausgelassenes, tanzfreudiges Kappalores und der hochnäsige Inspektor ein eingebildetes Voltenso. Persönlichkeit schreiben die Entwickler bei Meisterdetektiv Pikachu groß.

Hinweise sammeln und sich den Mund fusselig reden

Wie die Altersfreigabe vermuten lässt, ist der Titel eher für jüngere Fans gedacht. Dementsprechend bemerkt der Spieler das beim Gameplay. Größtenteils sind Pikachu und Tim damit beschäftigt, sich bei den Mitmenschen durchzufragen. Der Spieler lernt währenddessen die Charaktere und die zahlreichen Pokémon genauer kennen. Wichtige Informationen, Beobachtungen oder Hinweise werden sofort in Anhaltspunkte umgewandelt. Die sind wichtig für die Ermittlungen, die in verschiedene Abschnitte eingeteilt sind. Sind alle abgearbeitet, kommt es am Ende jedes Kapitels zum Grande Final und das Verbrechen klärt sich auf.

Wer Hilfe benötigt, kriegt sie auch

Zwischendurch bekommen es Tim und Pikachu mit kleineren Rätseln und Quick-Time-Events zu tun, die allerdings niemanden so richtig herausfordern. Ebenfalls etwas schade ist, dass Fehler beim Ermitteln keine Konsequenzen haben. Wer auf Pikachus Fragen die falsche Antwort wählt, darf noch mal ran. Da die Handlung komplett geradlinig ist, bleibt kein Freiraum für andere Möglichkeiten. Das senkt den Wiederspielwert natürlich und nach dem Abspann gibt es keine weiteren Anreize, den Titel noch einmal zu spielen. Ebenfalls mittelmäßig fiel der besondere Amiibo aus, der ausschließlich Pikachus Zwischensequenzen freischaltet.

Meisterdetektiv Pikachu 4
Bild: Nintendo

Das Hauptmenü von Meisterdetektiv Pikachu ist simpel und übersichtlich gehalten. Die Funktionen des Menüs erklärt das Game dem Spieler während des ersten Kapitels. Hinweise und alle weiteren Informationen zu den Ermittlungen ruft der Spieler simpel über das Menü auf dem unteren Screen auf. Wer nicht weiter kommt, lässt sich von Pikachu helfen. Eine Karte gibt es ebenfalls, wobei sich keiner wirklich in den eher kleinen Abschnitten verläuft. Das Spiel speichert regelmäßig automatisch, selbst speichern ist nicht möglich.

Die Welt von Pokémon erstrahlt in einem ganz neuen Glanz

Wer beim Anblick des knuddeligen Pikachus nicht verzückt ist, ist es spätestens bei den restlichen Pokémon. Die Grafik des Games ist erstaunlich detailliert und begeistert mit einem süßen, bunten Look. Dank der flüssigen Animationen spielt sich der Titel fast wie die Folge eines Anime. Die detaillierten Hintergründe und zahlreichen NPCs sind allerdings ab und zu zu viel für den Nintendo 3DS und es kommt zu Rucklern beim Laufen. Komplett sauber laufen allerdings die Cutscenes, die wirklich alles aus dem Handheld rausholen und qualitativ hochwertig sind.

Meisterdetektiv Pikachu 1
Bild: Nintendo

Der Soundtrack ist mittelmäßig, was überhaupt nicht stört. Perfekt auf die Situation abgestimmt und schön durchgemischt, halten die Melodien sich stets im Hintergrund und geben allem den perfekten Schliff. Eine ordentliche Ladung Bonuspunkte erhält die Synchronisation, die in Japanisch und Englisch verfügbar ist. Beide sind hervorragend und die englische Ausgabe fast gleichauf mit dem Original. Alle Sprecher machen einen sehr guten Job und gerade bei Pikachu beweist Nintendo das richtige Händchen: Statt mit einer nervigen Piepsstimme überrascht das Pokemon mit einer tiefen, männlichen Stimme, die direkt an schwarzen Kaffee erinnert und perfekt passt.

Fazit

Meisterdetektiv Pikachu hat seinen ganz eigenen Charme und erlaubt einen anderen interessanten Einblick in die Welt der Pokémon. Der Gedanke eines sprechenden Pikachus ist im ersten Moment merkwürdig, funktioniert für den kleinen Detektiv allerdings erstaunlich gut. Die Story ist spannend, wenn auch kitschig, aber Pikachus große Klappe lockert alles etwas auf. Das Ganze erhält trotz der sehr knuddeligen Grafik einen erwachsenen Anteil. Die Rätsel und Quick-Time-Events fordern allerdings keinen. Des Weiteren ist das Abenteuer komplett geradlinig und bietet kaum Freiheit. Das mindert den Wiederspielwert massiv. Pluspunkte gibt es hingegen für den deutschen Text und die hervorragende Synchronisation, bei der vor allem Pikachu überzeugt.

Liebhaber sollte sich den Titel ruhig gönnen. Jüngere Fans oder Neueinsteiger dürfen dank nicht benötigter Vorkenntnisse und simplem Gameplay ebenfalls zugreifen. Wer die Hirnwindungen zum Qualmen bringen möchte, greift eher zu den Reihen Professor Layton oder Ace Attorney. Für Unentschlossene veröffentlichte Nintendo als kleine Entscheidungshilfe eine kostenlose Demo.

Info
Name: Meisterdetektiv Pikachu
Original Name: Meitantei Pikachu
Publisher: Nintendo, The Pokémon Company
Entwickler: Creatures, Inc.
Plattform: Nintendo 3DS, Nintendo 2DS
Genre: Action , Adventure
USK: 0
Release: 23. März 2018
Preis: 39,99 Euro
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