Daytime Shooting Star, Band 1 – Manga-Test

Mika Yamamori ist im deutschsprachigen Raum noch ein unbeschriebenes Blatt. Selbst in Japan ist die Mangaka recht neu im Geschäft. 2008 debütierte sie dort mit der sechsbändigen Serie Sugars. Im Jahr 2011 folgte das bisher neun Volume umfassende Werk Hirunaka no Ryuusei, das aktuell in Shueishas Margaret-Magazin läuft und welches Kazé Manga seit April 2014 hierzulande unter dem Titel Daytime Shooting Star publiziert. Und dieser Shojo-Manga beginnt schon mal sehr vielversprechend, sodass ich ihn euch durchaus an Herz legen möchte. Was der Startband parat hält, erfahrt ihr in diesem Review.

Die Oberschülerin Suzume hat es aktuell nicht gerade einfach. Kurzerhand muss sie ihr Leben in einer ländlichen Gegend und dort sämtliche Freunde aufgeben, da ihr Vater einen neuen Job hat, um nun in Tokyo bei ihrem Onkel zu wohnen und selbstverständlich eine neue Schule zu besuchen. Allein ihre Ankunft in der Großstadt wird schon zum Problem. Wie gut, dass ein lockerer und cooler Typ ihr ein bisschen aus der Patsche hilft.

An Suzumes ersten Schultag entpuppt sich dieser Unbekannte als ihr neuer Lehrer, der 24-jährige Satsuki Shishio. Dieser scheint sehr populär zu sein, nimmt seinen Job äußerst ernst und hat stets ein offenes Ohr für seine Schüler. Suzume kann ihn zuerst nicht wirklich leiden, doch der junge Mann gibt ihr nützliche Tipps, wie sie es als Neuling in den Klassenverbund schafft. So freundet sich Suzume auf eine ziemlich direkte Art mit dem zunächst abweisenden – Mädchen gegenüber ziemlich schüchternen – Daiki an.

Doch ihre Freundschaft kommt bei Suzumes Mitschülerin Yuyuka nicht gerade gut an, da sie ein Auge auf den Jungen geworfen hat. Sie spielt dem Mädchen nun übel mit. Wie Suzume die Situation meistert, das solltet ihr besser selber herausfinden. Und zu guter Letzt bahnen sich so langsam in der Schülerin auch noch Gefühle für ihren Lehrer an.

Mika Yamamori zaubert mit Daytime Shooting Star sicherlich keine Story mit völlig neuen Aspekten herbei. Das Konzept ist shojotypisch, es existieren sicherlich viele Vertreter, in denen die Protagonistin auf eine neue Schule kommt, dort mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen hat und Gefühle für ihren Lehrer entwickelt, der ihr stets mit Rat und Tat zur Seite steht, allerdings seinen Job sehr ernst nimmt, dem zufolge auch niemals einer Schülerin näher kommen würde. Romantik steht aber im Startband nicht großartig im Vordergrund, vielmehr die Entwicklungen von Suzume auf ihrer neuen Schule.

Daytime Shooting Star punktet allerdings mit seinen Figuren, die charakterliche Eigenarten besitzen, welche sie überaus sympathisch machen.  Wer denkt Suzume ist ein naives Ding, dem man übel mitspielen kann, der täuscht sich gewaltig. Das Mädchen hat teilweise männliche Charakterzüge und ist absolut nicht auf den Mund gefallen. Mit Satsuki Shishio erhält der Leser einen süßen, manchmal etwas kindlichen, aber auch seriösen Typen. Die Konversationen zwischen ihm und Suzume fallen oftmals sehr witzig aus. Im ersten Band schließt die Protagonistin der Geschichte Freundschaft mit Daiki, der Mädchen gegenüber recht überempfindlich ist und stets mit harten Worten versucht, sie von sich fernzuhalten. Die Frage nach dem Warum wird noch nicht beantwortet. Auch die Interaktionen zwischen Daiki und Suzume dürften der Serie viel Unterhaltungswert geben. Zu guter Letzt wäre da noch Yuyuka, die auf kleinen Umwegen auch in Suzumes Freundeskreis gelangt.

Mika Yamamoris Zeichnungen fallen shojotypisch aus, so liegt ihr Fokus auf dem Design der Charaktere, welches aber über eine spezielle Note verfügt. Man kauft ihren Figuren ab, dass sie schon etwas reifer sind – ihr Aussehen schaut also nicht kindlich aus.

Shojotypische Schulgeschichte mit Slice-of-Life-Elementen, Comedy und Romantik sowie überaus sympathischen Protagonisten – so lässt sich wohl Mika Yamamoris Daytime Shooting Star in Kurzform beschreiben. Figuren wie Suzume, Satsuki und Daiki werden Leser wahrscheinlich überaus schnell in ihr Herz schließen. Die Dialoge sind witzig, frech aber auch ernst. Des Weiteren liegt der Fokus der Story nicht auf das Thema Romantik, sondern vielmehr auf den Alltag von Suzume, die auf ihrer neuen Schule zurechtkommen muss. Das erste Volume endet mit Suzumes Erkenntnis, Gefühle für ihren Lehrer entwickelt zu haben. Bleibt abzuwarten, wie die Schülerin zukünftig damit umgeht. Mich persönlich hat der Startband überaus positiv überrascht, sodass ich dieses Werk allen Shojo-Fans empfehlen würde.

Freundlicherweise wurde uns ein Rezensionsexemplar zu  Daytime Shooting Star, Band 1 von Kazé zur Verfügung gestellt.

HIRUNAKA NO RYUSEI © 2011 by Mika Yamamori/SHUEISHA Inc.
Daytime Shooting Star © 2014 VIZ Media Switzerland SA