»Toriko« Band 12 – Manga-Test

Im Januar hieß es für Toriko einen Monat Pause, da sich der Schaffer Mitsutoshi Shimabukuro auf den nächsten Handlungsbogen vorbereiten musste. Mittlerweile wieder im Shonen Jump-Magazin von Shueisha wöchentlich am Start dürfen sich auch deutsche Fans mit dem Erscheinen vom zwölften Band am 9. Januar bei Kazé Manga auf einen neuen Abschnitt im Geschehen freuen. Mit dem kommenden Volume am 6. März feiert das Gourmet-Abenteuer zweijähriges Bestehen auf dem hiesigen Manga-Markt. Was in Japan bereits seit Längerem eine große Fangemeinschaft besitzt, verblieb hierzulande eher ein Geheimtipp. Tatsächlich findet sich der erste Band von Toriko in Kazé Mangas Top 10 für 2013 auf Platz 8 wieder. Vielleicht erhält dieser empfehlenswerte Titel langsam doch die verdiente Resonanz im Manga-Bereich. Warum sich auch der zwölfte Teil der Reihe nicht hinter seinen Vorgängern verstecken muss, erzähle ich euch in den folgenden Abschnitten.

In Life, dem Land der Heilung, gelingt es Toriko, seinen Arm nachwachsen zu lassen. An anderer Stelle ist ebenfalls Komatsus Versuch, die Jahrhundertsuppe zu kochen, von Erfolg gekrönt. Damit findet das Abenteuer rund um die Eishölle einen positiven Abschluss und der Delikatessenjäger ein deliziöses Gericht für sein Menü.

Mit dem Ziel im Auge, eines Tages in die Gourmet-Welt zu gehen, besucht Toriko Ichiryû, den Vorsitzenden der IGO. Nach einem Probekampf erhält Toriko von ihm die Aufgabe, den Ozon-Lauch, König des Gemüses, zu ernten. Diesen gibt es jedoch nur in mehreren zehntausend Metern Seehöhe im sogenannten »Gemüsehimmel«. Ein neues Ökosystem sowie eine weitere Delikatesse fordern Toriko und Komatsu zu einer spektakulären, gefährlichen Reise auf.

Adieu, »Jahrhundertsuppe«-Arc. Bereits am Ende von Band elf zeichnete sich mit der Entdeckung der entscheidenden Zutat für das Gericht der Abschluss dieses Handlungsbogens ab. Noch einmal versammeln sich die Helden aus dem Eishöllen-Abenteuer am Tisch, um Komatsus Kreation gebührend zu würdigen. Bei so einem wohltuenden Geschmack entgleisen die Gesichter auch sofort zu einem einschlägigen Ausdruck der Glücksseligkeit, welcher die aufgelöste Atmosphäre um ein weiteres Stück aufheitert. Als Endresümee ist zu sagen, dass die Mission rund um die Jahrhundertsuppe einen entscheidenden Schritt in der Handlung ausmacht, da hier viele wichtige Charaktere eingeführt wurden als auch Gruppierungen wie die Gourmet-Ritter und die Gourmet-Mafia. Setsunos Erklärung, dass nicht der Koch die Lebensmittel auswählt, sondern gerade das Gegenteil der Fall ist, nimmt ebenfalls einen wichtigen Stellenwert in der Welt von Toriko ein. Zuletzt bleibt die Entfaltung von Komatsus kulinarischem Können zu erwähnen, was aus dem bisher eher passiven Charakter eine verstärkt zentrale Figur in der Story macht.

Bevor es in den nächsten Handlungsbogen geht, stattet Mitsutoshi Shimabukuro das 100. Kapitel mit einer in sich abgeschlossenen Geschichte aus. In dieser lässt sich Toriko ein neues Haus anfertigen. Passend zum Vielfraß muss jenes natürlich komplett aus Süßigkeiten bestehen. Na ob dieses Konstrukt bei seinem Appetit lange stehen wird?

Nach Erwähnungen in früheren Kapiteln feiert der Charakter Ichiryû – von Setsuno auch Einsilein genannt – seinen ersten Auftritt. Der Spitzname der lebenden Legende kommt nicht von ungefähr, schließlich verbirgt sich die Zahl Eins (Japanisch »ichi«) im Wort. Als Vorsitzender der IGO nimmt der ältere Mann mit dem markanten Schnurrbart eine wichtige politische Position ein, aber auch im Kampf lässt er schnell seine Stärke erahnen. Da muss auch unser tollkühner Toriko schnell den Kürzeren ziehen. Als Veteran des Gourmet-Zeitalters tun sich aber auch überraschende Verbindungen zu anderen wichtigen Figuren wie dem ersten Delikatessenjäger Akazie, Akupunkturmeister Jirô und sogar dem Boss des Gourmet-Bunds auf. Unter Ichiryûs Obhut wuchsen zudem Toriko, Coco, Sunny und der bisher immer noch fehlende Zebra auf. Damit macht der Vorsitzende, der keinen Alkohol verträgt und einen getigerten Morgenmantel trägt, mehr als deutlich, dass man ihn trotz seines späten Auftritts im Auge behalten sollte. Eine inoffizielle Weisheit aus dem Shonen-Genre besagt schließlich, dass besonders ältere Männer es manchmal ziemlich in sich haben können, siehe etwa Muten Roshi (Dragonball), Jiraiya ( Naruto) oder Whitebeard (One Piece).

Bei der Gestaltung der »Ozon-Lauch«-Mission setzt der Mangaka auf bewährte Mittel. Ein neuer, fantasievoll gestalteter Lebensraum muss her. Übertreibungen der Superlative sind dabei in Toriko stets willkommen. Beim Lesen von Band zwölf muss wohl jeder Leser zustimmen, dass sich das Gemüsehimmel-Design tadellos in das Gourmet-Universum einordnet. Das startet bereits beim Eingang in dieses luftige Ökosystem über den Wolken. Dazu gehörende Tier- und Pflanzenarten fehlen ebenso wenig. Selbst eingefleischte Toriko-Fans dürften bei diesem Ideenreichtum immer noch erstaunt sein und sich am liebsten ein paar geschmackvolle, ungefährliche Kreationen in der Realität wünschen.

Lange ist es her, dass Toriko und Komatsu wirklich alleine unterwegs waren. Tatsächlich war dies zuletzt im ersten Band der Fall. Danach hatten die zwei stets Begleiter wie Coco, Sunny, Rin, Match oder Takimaru an ihrer Seite. Diesen Alleingang nutzt Mitsutoshi Shimabukuro gleich aus, um ein weiteres wichtiges Konzept in der Serie einzuführen, das bereits einmal kurz angeschnitten wurde: der Zusammenschluss eines Delikatessenjägers und eines Kochs. Bereits Setsuno teilte uns einmal mit, dass sie einst mit dem Akupunktur-Meister zusammen auf die Jagd ging. In einer Welt, wo alles durch kulinarische Ergüsse geprägt ist, sticht eine Kombination aus einem Nahrungsbeschaffer und jemandem, welcher die Beute dann zubereitet, stark hervor und besitzt eine große Bedeutung. Diese Art von Partnerschaft wird auch als »Kombi« bezeichnet. Ob Toriko und Komatsu diesen Weg einschlagen?

Der Buchrücken wird dieses Mal vom Wiederbeleber Yosaku geziert. Auf der Rückseite finden Interessierte eine Abbildung vom 85-prozentigen Regenbogen-Frucht-Wein, der auch einen Auftritt im Band aufweist. Fans vom Vize-Chefkoch Tummy Rott des Gourmet-Bunds oder Teppeis dürfen sich ebenfalls besonders freuen, da zu den beiden Charakterprofile zur Verfügung stehen. Beim Verzeichnis der Lebensmittel und Tiere zählt der zwölfte Band Folge 107 (Kaiserparasit) bis 120 (Morgenrose) auf.

Eine total aufgebauschte Umwelt mit erstaunlicher Flora und Fauna ist in Toriko eine bekannte Devise. Diese alt bewährte Methode, den Leser zum Staunen zu bringen, klappt auch beim Gemüsehimmel mühelos. Comedy-Einlagen lockern die Atmosphäre auf, während hier und dort verstreute Informationen die Konzentration sowie Neugier des Lesers hochhalten. Toriko ist wie eh und je ein Titel, dessen Bände zum nochmaligen Schmökern einladen, wenn die Handlung bereits weiter fortgeschritten ist. Wer hätte etwa gedacht, dass Setsunos Bemerkung über ihr Verhältnis zu Jirô damals nun solche Kreise zieht? Das Gefahrenniveau ist in diesem Band eher niedriger gehalten, dennoch trifft das Duo auf ein paar Probleme und Toriko verbessert sein Können. Die angenehme, abenteuerliche Stimmung färbt auf den Leser ab. Ein Gefühl von Hunger bei den leckeren Lebensmitteln sowie Gerichten ist in bisher jedem Band gegeben und fehlt natürlich auch dieses Mal nicht. Nahtlos reiht sich damit Teil zwölf ins Geschehen der Serie ein.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 12.

Details

Titel:Toriko, Band 12
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 12
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 29.12.2010 (JP), 9.01.2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 2889213110&chan=animey&asin=2889213110]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA Inc.
© 2014 VIZ Media Switzerland SA