»Toriko« Band 13 – Manga-Test

Die großen Fans unter euch haben ihn sicher längst: den 13. Band von Mitsutoshi Shimabukuros Toriko. Das Volume ist bereits seit 6. März 2014 erhältlich und markiert damit das zweijährige Jubiläum des kulinarisch anspruchsvollen Mangas im hiesigen Raum. Mit fünf Titeln ging Kazé Manga 2012 an den Start. Mittlerweile sind mit Midnight Secretary und Akuma to Love Song zwei davon abgeschlossen, während bei Nura – Herr der Yokai zumindest die japanische Veröffentlichung schon ihr Ende gefunden hat. Die vier Neulizenzierungen für das Winterprogramm 2014 (Teil 1, Teil 2) stehen ebenfalls fest. Bei den ganzen zukünftigen Highlights wollen wir aber nicht die bereits bekannten mitreißenden Titel vergessen. Toriko bewies bisher in jedem Band von Neuem, warum das Werk in Japan so gefeiert wird. Im zwölften Teil erhielten Toriko und Komatsu vom IGO-Vorsitzenden Ichiryû den Auftrag, Ozon-Lauch im Gemüsehimmel zu beschaffen, doch dort angekommen, erregt ein merkwürdiger Fußabdruck die Aufmerksamkeit des Delikatessenjägers.

Schnell gelingt es Toriko und Komatsu, die gesuchte Zutat zu finden. Viel schwieriger gestaltet sich dagegen das Ernten. Beim Versuch, die äußeren Blätter zu entfernen, verfault das Gemüse in wenigen Sekunden. Ozon-Lauch ist nämlich ein Lebensmittel, das einer speziellen Zubereitung bedarf. Dank Komatsus Gespür als Koch finden die beiden den optimalen Weg, die Pflanze zu schälen und endlich den hochgepriesenen König des Gemüses zwischen die Zähne zu bekommen. Die schmackhafte Mahlzeit wird je von einem ungebetenen Gast unterbrochen, der äußerlich an einen GT-Roboter erinnert, aber keine Maschine, sondern ein lebendes Wesen ist.

Als Delikatessenjäger und Vielfraß scheint Torikos Sehnsucht nach der Gourmet-Welt grenzenlos. Die Frage, ob seine Kraft für dieses kaum erforschte kulinarische Reich genügt, nagt an dem Mann. Er sucht Rat bei Sunny und bricht kurz darauf Richtung Gourmet-Welt auf, ohne Komatsu etwas davon zu erzählen. Es gibt mehrere Wege in diesen Teil der Erde, der mal als Paradies und mal als Hölle verschrien ist. Toriko wählt den Sprung von der »Klippe des Todes«. Was für Wunder und Gefahren werden den Delikatessenjäger danach erwarten?

Die Mission rund um den Ozon-Lauch beansprucht nicht viele Kapitel, beinhaltet jedoch einen wichtigen Meilenstein in der Handlung: Toriko und Komatsu bilden eine Kombi, die Verbindung von einem Delikatessenjäger, der Lebensmittel besorgt, mit einem Koch, welcher diese zubereitet. In einer Welt, wo kulinarische Genüsse im Mittelpunkt des täglichen Lebens stehen, ist so eine Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt und muss daher gut überlegt sein – besonders wenn man wie Toriko als einer der vier Könige zu den besten seines Schlags gehört.

Wer hätte im ersten Band von Toriko gedacht, dass Komatsu das Rennen machen würde? In den bisherigen zwölf Teilen hat der kleine Koch mit der großen Nase bereits viel Unvorstellbares erlebt. Im Kampf selbst ist der junge Mann vollkommen nutzlos. Mit seiner Begeisterung und Liebe für Lebensmittel konnte er aber auf Anhieb Coco sowie Sunny für sich gewinnen. Zwei von den drei bereits festgelegten Speisen auf Torikos Menüplan wurden von Komatsu zubereitet. Im Jahrhundertsuppen-Arc bekam der Leser zudem einen ersten richtigen Einblick darin, was für Fähigkeiten in den sonst so unscheinbaren Küchenchef stecken. Der Abschnitt rund um den Ozon-Lauch bestätigt den Eindruck um ein Neues. Während in der allerersten Mission, die Beschaffung des Aggrogators, Komatsu noch wie ein Einführungscharakter wirkte, der jeden Augenblick auf Nimmerwiedersehen von der Bildfläche verschwindet, hat er Mal zu Mal an Boden erobert. Inzwischen kann man sich den gutherzigen Protagonisten nicht mehr wegdenken. Die Kombi mit Toriko ist nun eine offizielle Bestätigung, was für eine große Rolle Komatsu im Manga zuteilwird. Gleichzeitig muss sich Mitsutoshi Shimabukuro keine Gründe mehr ausdenken, warum der 25-Jährige seinen Job im Hotel Gourmet vernachlässigt, um mit dem Delikatessenjäger auf große Abenteuer zu gehen.

Auf viele Reisen der beiden dürfen sich die Leser trotz des kleinen Einschubs in der Gourmet-Welt gefasst machen. Der Ozon-Lauch war nur die erste Zutat auf einer Liste von Ichiryû für Toriko, um bei der Suche gleichzeitig Erfahrungen in extremen Ökosystemen zu sammeln. Diese Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Gegenden sind auch dringend von Nöten, wenn man sich Torikos ersten Abstecher in das Land hinter der Klippe des Todes zu Gemüte führt. Die Gourmet-Welt macht 70 Prozent der Erdoberfläche aus. Genug Platz für Mitsutoshi Shimabukuro also, sich zeichnerisch mit Flora und Fauna so richtig auszutoben. Die Kreaturen und Pflanzen in Band 13 sind bei solchen Ausmaßen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Noch ist es aber nicht so weit, dass unsere Helden dieses unglaubliche Reich in vollen Zügen erkunden. Traurig darüber müssen wir Leser jedoch kaum sein, denn dafür ist die Menschenwelt noch von zu vielen Geheimnissen umwoben.

Nach den vielen Pflanzen im Gemüsehimmel mischt Mitsutoshi Shimabukuro die Handlung in den späteren Kapiteln wieder mit ein paar gigantischen, gefährlichen, zähnefletschenden Bestien auf, welche den Spannungslevel nach oben helfen. In einem Dutzend Bände hat der Mangaka bereits seiner Fantasie freien Lauf gelassen, ohne langweilig zu werden. Das ändert sich auch in diesem Volume nicht. Detailliert verfolgt Shimabukuro die Essgewohnheiten seiner Figuren. Bei so viel Hunger bleibt der Humor ebenso wenig aus, sodass sich Fans auf ein paar Schmunzler bereitmachen sollten. Beim Verzeichnis der Tiere und Lebensmittel sind die Folgen 121 (Therapie-Tulpe) bis 129 (Blutkäfer) mit von der Partie. Unter den Profilen entdeckt ihr Informationen zu Alfaro vom Gourmet-Bund und dem Wiederbeleber Yosaku. Die Rückseite beansprucht der Ozon-Lauch für sich, während ein braun gebrannter Ichiryû auf dem Buchrücken weilt.

Die Gourmet-Welt: Der Traum eines jeden Delikatessenjägers und Kochs, aber auch ein wohl tiefverankerter Wunsch in den Herzen aller Toriko-Fans. In Band 13 öffnen sich erstmals die Pforten ein wenig, schlagen aber genauso schnell wieder zu. Wie schon im letzten Teil hält sich die Action eher im Hintergrund. Den Lesegenuss beeinträchtigt das aber kaum, da Toriko aus viel mehr als bloß Kämpfen besteht. Zwei Abenteuer finden dieses Mal ihren Abschluss, ein anderes steht bereits in den Startlöchern. Voller Vorfreude sehe ich dem nächsten Volume entgegen.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 13.

Details

Titel:Toriko, Band 13
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 13
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 4.3.2011 (JP), 6.3.2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 2889213129&chan=animey&asin=2889213129]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA
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