»Toriko« Band 14 – Manga-Test

Seit 2. Mai liegt der 14. Band von Mitsutoshi Shimabukuros Gourmet-Manga Toriko im hiesigen Handel vor. Der japanische Stand beträgt dagegen seit 3. April 2014 29 Volumes. Bedenkt man, dass beim deutschen Start im März 2012 Toriko im Original mit 18 Teilen bereits eine weite Strecke vorgelegt hatte, ist der Abstand kaum verringert worden. Dies liegt unter anderem daran, dass Shimabukuro zu den fleißigen Zeichnern zählt und anscheinend mit einer guten Gesundheit versehen ist. Positiv betrachtet dürfen sich Fans hierzulande darüber freuen, für lange Zeit noch einen großen Nachschub gesichert zu wissen. Zuletzt begleiteten wir Delikatessenjäger Toriko und Sternekoch Komatsu dabei, wie die beiden schwindelerregende Höhen erklommen, um den Ozon-Lauch, seines Zeichens König des Gemüses, zu ernten. Dieses heikle Unterfangen war aber nur der erste Punkt auf einer besonderen Liste des IGO-Vorsitzenden Ichiryûs. Die nächste Beschaffung führt das Duo zum Messerschleifer Melk.

Toriko und Komatsu sind überrascht, als sich wider Erwarten ein junger, adretter Mann als Melk vorstellt. Während der kleine Koch hin und weg von dessen Messerschleifkunst und den ausgestellten Klingen ist, zweifelt Toriko Melks Kräfte an, sodass dieser wutentbrannt den Delikatessenjäger zu einem Kampf herausfordert. Ohne große Anstrengung gewinnt der blauhaarige Vielfraß die Auseinandersetzung und veranlasst seinen Gegner, das zuzugeben, was Toriko schon längst vermutet hat: Bei dem Burschen handelt es sich gar nicht um den berühmten Melk.

Trotzdem ist die anfängliche Lüge nicht zu weit von der Wahrheit entfernt. Vielmehr sind Toriko und Komatsu auf den Schüler des Meisters gestoßen. Der richtige Melk hat nämlich vor sechs Jahren seine Sachen gepackt, um im »Schwereloch« Schleifsteine zu besorgen. Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Toriko beschließt, dem Verschollenen nachzueilen, schließlich gibt es an diesem Ort auch den von Ichiryû verlangten »Melk-Sternennebel«. Komatsu bleibt bei Melk dem Zweiten zurück, um diesem bei der Arbeit zuzusehen. Wie sich herausstellt, hält der junge Messerschleifer noch ein paar tief sitzende Geheimnisse verborgen.

Ähnlich zur Mission rund um den Ozon-Lauch ist auch die Beschaffung des Sternennebels in wenigen Kapiteln abgeschlossen und komplett im 14. Band enthalten. Wegen der Kürze darf man auf keine spannenden Kämpfe hoffen, womit Toriko seit dem Schlagabtausch mit dem Gourmet-Bund in der Eishölle, welche im elften Volume sein Ende fand, ein eher ruhigeres Tempo eingeschlagen hat. Während der Gemüse-Himmel und der kurze Abstecher in die Gourmet-Welt noch mit einer interessanten Flora beziehungsweise Fauna glänzen konnten, bleibt das Schwereloch in dieser Hinsicht im Rückstand.

Vielmehr lebt der neueste Teil von Comedy-Einlagen und den zwei Melks, die auf Anhieb die Sympathie des Lesers für sich gewinnen können. Einblicke in deren Vergangenheit verleihen den Figuren mehr Tiefe und Lebendigkeit. Gegensätzliche Erscheinungen und Charakterzüge bei den beiden geben dem kurzen Handlungsbogen mehr Ausdrucksstärke, sodass sich die neuen Figuren perfekt ins Toriko-Universum einfügen und man als Betrachter hofft, das Duo bald wieder im Geschehen vorzufinden.

Dieses Mal stellt Mitsutoshi Shimabukuro nicht ein Lebensmittel in den Mittelpunkt, auch wenn Toriko einer Zutat nachjagt, sondern ein anderes Thema, welches in der Kulinarik ebenso verankert ist: Küchenmesser und deren Herstellung. Wenig überraschend geht der Zeichner auch hier einen Weg der Superlative. Dass man mit Messern nicht spielen soll, lernt jedes Kind in frühen Jahren. Von den scharfen Klingen aus der Melk-Werkstatt sollten aber auch der Großteil der Menschheit lieber die Finger lassen, wenn man nicht gerade darauf aus ist, genau jene zu verlieren. Als weiteres Highlight des Bandes trennen sich erstmals gewollt Torikos und Komatsus Pfade, sodass beide in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich für sich allein wachsen können. Gleichzeitig vermitteln die wechselnden Szenarien eine Gleichstellung in der kürzlich gebildeten Kombi. Während Toriko ein Mann fürs Grobe ist und sich durch Kämpfe sowie unwirtliche, gefährliche Umgebungen schlagen muss, erntet Komatsu mit seinem natürlich freundlichen, zuversichtlichen Wesen nicht nur das Vertrauen der Lebensmittel, sondern auch der Menschen um ihn herum.

Das Cover präsentiert Toriko, Komatsu sowie die beiden Melks. Ebenfalls eingeschlichen hat sich der goldene Sternennebel, welcher zudem auf der Rückseite prangert. Den Buchrücken beansprucht dagegen dieses Mal der längst bekannte Akupunktur-Meister Jirô, der trotz seines raren Auftretens einen wichtigen Charakter darstellt, nicht zuletzt weil er Toriko in der letzten Ausgabe das Leben gerettet und mit seinem um Jahrzehnte jüngeren Aussehen in der Gourmet-Welt neue Fragen aufgerüttelt hat. Der Band enthält beim Verzeichnis der Tiere und Lebensmittel die Folgen 130 (Medizin-Biene) bis 144 (Schweinerindhuhn). Bei den Profilen sind Ichiryû und Melk II vertreten.

Volume 14 ist definitiv nicht der spannendste Teil in der Toriko-Reihe, Fans werden aber dennoch so manches interessante Detail entdecken. Humorvolle Einlagen geleiten den Leser durch die Handlung, während sich die fantasievolle Welt mit Melk I. und II. um zwei sympathische Charaktere erweitert. Dennoch vermisst man langsam die ausschweifenderen Kämpfe und eine längere Mission. Dass dem eventuell Abhilfe geschafft werden kann, versprechen die letzten Seiten, welche eine kleine Überraschung bereithalten, auf die sich sicherlich schon viele gefreut haben.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 14.

Details

Titel:Toriko, Band 14
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 14
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 4.4.2011 (JP), 2.5.2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 2889213137&chan=animey&asin=2889213137]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA
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