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»Toriko« Band 16 – Manga-Test

Seit 4. September 2014 kann der 16. Band von Mitsutoshi Shimabukuros Gourmet-Manga Toriko in der Buchhandlung des Vertrauens gekauft werden. Fans, die dies noch nicht getan haben, sollten das schnellstmöglich ändern. In der aktuellen Mission bekommt man nämlich den letzten der vier Könige vorgestellt: Zebra. Die lange Wartezeit auf den Charakter, der schon seit Volume zwei angedeutet wurde, hat sich gelohnt. Komatsu und Toriko mussten zuletzt den gewalttätigen Delikatessenjäger erst einmal aus dem Honey Prison abholen, wo Zebra ein Dasein in der Todeszelle fristete, bevor sie in Richtung Gourmet-Pyramide aufbrechen konnten. Auf den Weg dorthin geht der Koch jedoch in den Sanddünen verloren, sodass unser Trio nun in zwei Gruppen aufgeteilt agiert.

Komatsu entdeckt in den Katakomben der Pyramide ein altes Buch in einer fremden Sprache. Bevor er es jedoch näher studieren kann, wird der kleine Mann von einem merkwürdigen, fast ausgetrockneten Wesen angegriffen, das mit seiner Gestalt der Kreatur ähnelt, welcher der Koch und Toriko einst im Gemüsehimmel begegnet sind. Dank Zebras Sound-Membran und etwas Glück rettet sich Komatsu vor den Attacken. Die beiden Delikatessenjäger müssen sich indes beeilen, denn der nächste Gegner steht schon auf dem Plan: die Salamander-Sphinx.

Das Ziel der Mission ist klar: Es gilt, die Mellow Cola zu erbeuten, welche in der Gourmet-Pyramide verborgen liegt. Komatsu lüftet dank des alten Buches das Geheimnis der Zutat: Bei dem legendären Getränk handelt es sich um die Tränen der Salamander-Sphinx. Um an diese zu gelangen, müssen unsere Helden auf Komatsus Fähigkeiten als Koch zurückgreifen und gleichzeitig im Kampf ihr Bestes geben. Doch die Salamander-Sphinx ist nicht der einzige Gegner in dem altertümlichen Gemäuer, denn auch das merkwürdige Wesen von zuvor lungert dort noch herum.

Der letzte Band war stark von Zebra dominiert, und auch im neuen Volume spielt der frisch eingeführte Charakter mit seinem forschen Auftreten sowie der immensen Kampfkraft eine zentrale Rolle. Mitsutoshi Shimabukuro kostete es in den Kapiteln zuvor sichtlich aus, seinen Lesern zu präsentieren, wie sich der mit Narben übersäte Gigant dank einem feinen Gehör und beeindruckenden Schallattacken unbeirrt, ohne großen Widerstand zu erfahren, seinen Weg durch gefährliches Territorium ebnet. In der Weiterführung des »Mellow Cola«-Arcs besinnt sich der Mangaka aber auf sein Protagonisten-Duo und streicht deren Fähigkeiten wieder verstärkt hervor.

Insgesamt harmonieren Toriko, Komatsu und Zebra im Kampf sehr überzeugend, wobei die beiden Könige die eigentliche Auseinandersetzung bestreiten. Der kleine Mann mit der großen Nase agiert dagegen aus dem Hintergrund und unterstützt seine Freunde mit seinem Kochwissen. Das mag auf Anhieb nicht nach viel klingen, wenn es um einen Kampf auf Leben und Tod mit einer monströsen Kreatur wie der Salamander-Sphinx geht, hat man aber die Manga-Szenen vor Augen, wird Komatsus Notwendigkeit deutlich. Gleich zwei Gefechte versüßen das Lesevergnügen und lassen den Spannungspegel in die Höhe gleiten.

Minimale Abstriche bei den Action-Einlagen gibt es dennoch. Da die Gegner nacheinander auftreten und jeweils für sich innerhalb des Bandes besiegt werden, könnt ihr euch sicherlich schon denken, dass der Platz für den Schlagabtausch eher knapp bemessen ist. Hier hätte ich mir von Mitsutoshi Shimabukuro längere Kampfsequenzen gewünscht. Erstmals führt der Zeichner für Toriko und Zebra eine Kalorienleiste ein, die ihren Energiebedarf in Zahlen beschreibt. Dass man sich dabei in einem überdimensionierten, mehrstelligen Bereich befindet, kann jeder von euch wohl selbst erahnen. Um das Ganze schön abzurunden, offenbart Shimabukuro auch, wie viele Kalorien die jeweiligen Attacken unserer Helden aufbrauchen. Diese kleine aber feine Nebeninformation dürfte besonders die leidenschaftlichen Toriko-Fans freuen.

Im 16. Band nimmt klarerweise die Mellow Cola, wegen der unser Trio in Ichiryûs Auftrag überhaupt aufgebrochen ist, eine essentielle Rolle ein. Dennoch packt der Mangaka noch viel mehr Inhalt auf die Seiten. Schon seit der Kugelwalfisch-Mission tauchen immer wieder Kreaturen mit den langen Schnäbeln auf. In der Jagd nach dem Juwelenfleisch des Regal-Mammuts entpuppten sich die Gegner noch als hoch entwickelte GT-Roboter, doch später im Gemüsehimmel – bei der Suche nach dem Ozon-Lauch – durften wir alle lernen, dass durchaus Lebewesen dieses Aussehens existieren. Während die Begegnung damals ohne Kampf ausging, kommt es dieses Mal jedoch zu einer Konfrontation. Neugierige können sich darauf einstellen, Näheres zu den Monstern namens »Nitro« zu erfahren.

Beim Design des Mellow-Cola-Arcs setzt Mitsutoshi Shimabukuro auf altertümliche Kulissen und Tiere. Die Gourmet-Pyramide sah von außen schon gigantisch aus. Im letzten Volume haben wir aber alle schon herausgefunden, dass es sich beim Konstrukt gerade einmal um die Spitze einer unvorstellbar riesigen Palastanlage handelt. Leider geht Mitsutoshi Shimabukuro nicht auf diese pompöse Sehenswürdigkeit ein. Zu schnell müssen unsere Helden durch wenige Räume rasen, um Komatsu zu Hilfe zu eilen. Ähnliches bekommen die Monster in den antiken Ruinen zu spüren. Bis auf die Salamander-Sphinx werden alle mühelos niedergeschlagen und verzehrt. Ich hätte gerne mehr zum Setting sowie dem Ökosystem der Gourmet-Pyramide und des restlichen Wüstengebiets erfahren. Ein paar Informationen übermittelt uns Shimabukuro aber bestimmt noch im Verzeichnis der Tiere und Lebensmittel, das dieses Mal mit den Folgen 155 (Pommes Frites-Quelle) bis 170 (Furnip) aufwartet. Bei den Charakter-Profilen wird Melk I. näher beleuchtet.

Ade, Mellow-Cola-Arc! Es kommt gar nicht so selten vor, dass mir ein Handlungsbogen in einem Manga zu lang wird, in diesem Fall gilt jedoch das Gegenteil. Wenn die Mission rund um die legendäre Cola auch nur ein Abschnitt eines größeren Abenteuers, dem Beschaffen von Ichiryûs Zutaten, ist, so wären dennoch ein paar Kapitel mehr wünschenswert gewesen, um das Wüsten-Setting richtig würdigen zu können. Zumindest von Zebra erhält der Leser ein gutes Bild und lernt den Menschen hinter dem ruppigen Äußeren besser kennen. Besonders die kleinen Szenen zwischen ihm und Komatsu offenbaren eine vollkommen andere Wesensart. Zusammen mit den ersten Informationen über die mysteriösen »Nitros« inklusive Kampfszenen punktet der 16. Band von Toriko trotz des zu schnellen Erzählstils. Auf dieses Lesevergnügen lasst uns mit einem Glas Cola anstoßen!

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 16.

Details

Titel: Toriko, Band 16
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 16
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 2.9.2011 (JP), 4.9.2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 2889213153&chan=animey&asin=2889213153]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA
© 2014 VIZ Media Switzerland SA

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