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»Toriko« Band 17 – Manga-Test

Am 6. November 2014 erschien, dem kalten Herbstwetter trotzend, der 17. Band von Mitsutoshi Shimabukuros Toriko bei Kazé Manga. Dabei haben wir schon im Volume zuvor die heißen Wüsten und die darin versunkene Gourmet-Pyramide hinter uns gelassen. Zurück in der modernen Zivilisation wurden unsere Helden von Mansome über die geheimnisvolle und alte Spezies der Nitro aufgeklärt, welche uns erstmals im Gemüsehimmel begegnete. Toriko und Komatsu müssen aber schon die nächste Zutat von Ichiryûs Liste in Angriff nehmen. Statt Zebra steht ihnen ein anderer starker Verbündeter zur Seite.

Beim Leucht-Gurami handelt es sich um einen wunderschönen Fisch, der nur an einem Ort in der Menschenwelt vorkommt – in einer Höhle hinter einem Wasserfall. Da liegt auch schon das Problem und damit gleichzeitig die Herausforderung begraben. Der »Todesfall« trägt seinen Namen nämlich zu Recht. Die herabstürzende Strömung erreicht eine Dicke von einem Kilometer, und es gibt keinen anderen Weg zum Höhleneingang als die frontale Variante durch den unbezwingbar erscheinenden Wasserwall. Um dieses Kunststück möglichst unbeschadet zu bewältigen, benötigen Toriko und Komatsu Hilfe.

Sunny hat seinen Sinn für Schönheit und Harmonie nicht verloren. Der Leucht-Gurami, welcher durch einen Reichtum an Nährstoffen Licht ausstrahlt, weckt sein Interesse. Für die Reise kommt zudem Sunnys Begleittier gelegen, die aus der Gourmet-Welt stammende Mutterschlange Queen. Sunny selbst hat ein hartes Training hinter sich. Welche Früchte dieses trägt, zeigt sich im Kampf gegen die Fluten des Todesfalls.

Wer sich noch an das Ende von Band 16 erinnert, wird schon ahnen, dass die Handlung nicht gleich mit dem Leucht-Gurami und Sunny fortfährt. Im letzten Kapitel sind Toriko und Komatsu Vize-Chefkoch Stör vom Gourmet-Bund begegnet, ohne in einen Kampf verwickelt zu werden. Da ihnen das Glück so hold war, hat Toriko entschieden, dem Gourmet-Tempel einen Besuch abzustatten. Davon erzählt das erste Kapitel des 17. Bandes. Auch die beiden folgenden Abschnitte Die Schreckäpfel und Das Ei des Higers sind in sich abgeschlossene Abenteuer.

Trotz der Kürze entpuppen sich alle drei Geschichten als sehr lesenswert, da sie kompakt neue Einblicke und -drücke rund um das Toriko-Universum verleihen. Verglichen zu den oft von Kampfhandlungen und wilden Bestien durchzogenen großen Missionen, fällt hier der Erzählstil ruhig aus. Von Langeweile ist dennoch keine Spur. Stattdessen setzt Mitsutoshi Shimabukuro auf gut positionierten Humor, Detailliebe und Emotionen. Beim Gourmet-Tempel fließt etwa die japanische Kultur ein, während Toriko selbst ansonsten eine Mischung aus allen möglichen kulinarischen Reizen unserer Welt ist (ich erinnere zum Beispiel daran, dass zuletzt eine Cola im Mittelpunkt stand und Toriko seine eigene Burger-Kreation hat). Für mich waren diese drei Kapitel zudem eine Erholungspause von der eigentlichen Aufgabe, Ichiryûs Zutatenliste, welche unser Duo Punkt für Punkt abklappert.

Frisch und motiviert geht es dann endlich auf die Jagd nach dem Leucht-Gurami. Wie bereits erwähnt, mit dabei: Sunny. Die Diva unter den vier Königen hat sich gleichzeitig verändert und doch nicht. Sunnys letzter Kampfeinsatz liegt mit dem Regal-Mammut-Arc schon eine Weile zurück. Dass in der Zwischenzeit Können und Stärke um einiges gestiegen sind, ist daher wenig verwunderlich. Wie genau das aussieht, und wodurch er das geschafft hat, dürft er im 17. Band selbst nachlesen. Aber auch charakterlich ist Sunny gewachsen. Er wirkt umgänglicher und selbstbewusster im Auftreten. Das liegt nicht nur an seinem Training, sondern wohl ebenso an Komatsu, der selbst Zebra durch sein freundliches Wesen zum Positiven verändert hat. Mit der Mutterschlange Queen, die mehrere hundert Meter lang ist, stößt nach Cocos riesiger Krähe Kiss, Torikos Kampfwolf Frottee und Komatsus Walpinguin-Küken Yun ein weiterer tierischer Begleiter zu unseren Helden. Shimabukuro weiß mit einem ernsten und einem lachenden Auge Queen so zu präsentieren, dass sich einerseits Parallelen zu Sunnys Vorlieben auftun, andererseits dessen heikle Ansprüche durch den Kakao gezogen werden.

Zeichnerisch tobt sich der Mangaka wie gewohnt von der ersten bis zur letzten Seite aus. Dank des fischigen Themas werden die meisten Szenen eine sehr nasse Angelegenheit. Shimabukuro bringt die immensen Wassermassen mühelos in strömende sowie tödliche Bewegung. Ebenso agil schießt Queen mit 400 km/h über Landschaften hinweg oder schlängelt sich Felsbrocken hoch. Wenn es um Dynamik geht, braucht niemand Shimabukuro etwas vorzumachen. Stück für Stück baut er seine Welt weiter aus und hat dabei nichts von seiner Kreativität oder seinem Mut zum Extremen verloren.

Das Cover leitet die neue Mission bereits ein. Darauf zu sehen sind Toriko, Komatsu, Sunny und Queen. Den Buchrücken ziert ein Bild von Stör mit seinem auffälligen Brandmal im Gesicht, während ein Erschreckapfel auf der Rückseite die Stellung hält. Im Verzeichnis der Tiere und Lebensmittel findet ihr dieses Mal die Folgen 171 (Schuppen-Kong) bis 184 (Hauerbewehrtes Panzerschwein). Am Ende liegt noch ein Profil von Honey-Prison-Direktorin Love vor.

Zebra ist leider nicht mehr mit von der Partie. Dafür verstärkt Sunny das Team. Es überrascht zu sehen, wie sehr er sich seit seinem ersten Auftritt im Manga verändert hat. Da bekommt man richtig Lust, alle vier Könige auf einmal in Aktion zu erleben. Aber auch die Jagd nach dem Leucht-Gurami verspricht Unterhaltung. Allzu lang dürfte das Abenteuer jedoch nicht werden. Mit Die Schreckäpfel enthält der 17. Band eine meiner Lieblings-Mini-Missionen, die Mitsutoshi Shimabukuro mit viel Humor und vollkommen ungefährlich – außer man ist ein Apfel – erzählt. Wie für den Manga üblich, lädt dieser Teil zum Träumen ein, selbst in so einer Welt, vielleicht mit etwas weniger bedrohlichen Monstern, aber ebenso coolen »Haustieren« leben zu wollen.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 17.

Details

Titel: Toriko, Band 17
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 17
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 4.11.2011 (JP), 6.11.2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 2889213161&chan=animey&asin=2889213161]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA
© 2014 VIZ Media Switzerland SA

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