Auch 2015 beschert uns Kazé Manga mit Mitsutoshi Shimabukuros Gourmet-Titel Toriko allerhand Delikatessen. Seit 15. Januar liegt hierzulande der 18. Band auf Deutsch vor, wir nähern uns der 20er-Marke. An Nachschub mangelt es der Shonen-Reihe nicht. In Japan erschien Anfang des Jahres Volume 33. An was für einen Punkt die Handlung dort schon angelangt sein mag, ist für den deutschen Stand noch Zukunftsmusik. Spannungsvoll geht es aber auch im aktuell vorliegenden Teil zu. Zuletzt haben sich Toriko, Sunny und Komatsu zum Todesfall aufgemacht, um den Leucht-Gurami zu fangen.

Mit vereinten Kräften konnten sich Toriko und Sunny durch die tödlichen Wassermassen kämpfen. Dabei haben sie jedoch all ihre Energie aufgebraucht, sodass es, im Höhlensystem angekommen, nun an Komatsu liegt, den Leucht-Gurami zu ergattern. Während sich Sunny Sorgen um den kleinen Koch macht, setzt Toriko voll und ganz auf dessen Gourmet-Glück, denn Komatsu wird wie kein anderer von den Lebensmitteln geliebt. Gelingt es seinem Kombi-Partner tatsächlich, diese Delikatesse, welche einer besonderen Zubereitung bedarf, zu servieren?

Auf der monatlichen Koch-Weltrangliste entdeckt Komatsu auf Platz 99 einen vertrauten Namen. Otake ist ein alter Freund, der mit ihm einst das Kochen lernte. Nun führt er das Sieben-Sterne-Restaurant »Märchenschloss«. Bei einem Besuch muss Komatsu jedoch feststellen, dass sich sein Freund sehr verändert hat – und das nicht zum Guten. Andernorts begeben sich Toriko und Coco ins achte Biotop der IGO, um dort die Vorspeise von Ichiryûs Menü zu bergen.

Der 18. Band greift die Atmosphäre vom vorigen Teil auf. So spielen sich dieses Mal ebenfalls wieder sehr viele kleine Ereignisse ab. Kampfhandlungen bleiben zwar aus, aber dennoch erwecken die Kapitel Neugier und laden zum Verweilen ein. Im 17. Volume wurden vor allem in sich abgeschlossene Kurzabenteuer von Toriko und Komatsu eingebaut, die wohl keine große Relevanz für spätere Ereignisse haben. In der vorliegenden Handlung streut Mitsutoshi Shimabukuro dagegen bereits Andeutungen auf eine vage Zukunft. Dabei geht der Mangaka sowohl humorvoll als auch düster mit einem gefährlichen Unterton vor. Letzteres trifft besonders auf ein Wiedersehen mit dem Gourmet-Bund und dem dortigen Vize-Chefkoch Stör zu. Was die Organisation auch immer im Dunklen planen mag, es hört sich unheilvoll an.

Unter anderem findet die Mission rund um den Leucht-Gurami ihren Abschluss. Die Aufgabe war in ihren Grundzügen sehr überschaubar und wenig innovativ, wenn man sie mit den Szenerien vergleicht, welche sich der Zeichner in früheren Handlungsbögen aus den Fingern gelutscht hat. Was einem eher in Erinnerung bleibt, sind neben der Mutterschlange Queen und Sunnys gewonnener Kampfkraft Komatsus Solo-Einsatz. Vollständig ohne Hilfe der Delikatessenjäger gelingt dem kleinen Koch, der bezüglich physischer Stärke selbst gegenüber »normalen« Menschen höchstwahrscheinlich den Kürzeren zieht, etwas, woran die legendäre Setsuno gescheitert wäre.

Das Konzept des »Gourmet-Glücks«, was sich schon seit ein paar Bänden heimlich als roter Faden durch die Handlung schlängelt, gewinnt stärker an Bedeutung. Dadurch rückt Komatsu immer mehr in den Mittelpunkt. Da ist es wenig verwunderlich, wenn Shimabukuro beginnt, mehr aus seinem Leben zu erzählen. Die Begegnung mit dem neuen Charakter Otake eröffnet erstmals einen winzigen Einblick in die Vergangenheit von Torikos Kombi-Partner. Gerade aufgrund der Unterschiedlichkeit der einstigen Freunde erweckt Otake sofort Aufmerksamkeit, sodass man gerne mehr über ihn erfahren möchte und warum er sich so verändert hat. Der Verlauf der Handlung prophezeit ihm zumindest keine rosige Zukunft.

Im 18. Band tauchen viele neue Personen auf, wobei der Großteil nur kurz eingeblendet wird. Teilweise werden die Figuren nicht einmal namentlich genannt. Das ausgeprägte Charakterdesign verheißt jedoch ein interessantes Wiedersehen, bei dem dann hoffentlich mehr Details an die Oberfläche dringen. Dem Betrachter kredenzt Mitsutoshi Shimabukuro wie so oft detaillierte Szenerien. Besonders gegen Ende hin legt sich der Mangaka wieder so richtig ins Zeug. Aber auch kleine Details, die in diesem Band besonders wichtig erscheinen, lenken die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich. Toriko bleibt ein skurril humorvoller Manga, der zum Extremen neigt und über Grenzen gerne mal hinausschießt. Wenn man glaubt, von nichts mehr überrascht werden zu können, setzt der Zeichner eines oben drauf. Es ist erstaunlich, was für abseits gelegene Themen Shimabukuro mit Essen in Verbindung bringen kann – und das nach 17 Bänden, in denen bereits sehr viele originelle Ideen eingeflossen sind.

Den Buchrücken ziert dieses Mal Tummy Rott, den sicher noch alle aus der Eishöllen-Arc kennen, in der er Toriko und dessen Begleitern mit seinen Insekten gehörig zusetzte. Auf der Rückseite prangert der Leucht-Gurami im zubereiteten Zustand. Das Verzeichnis der Tiere und Lebensmittel hält die Folgen 185 (Grow-Saurus) bis 192 (Sandblumenfisch) bereit. Im Figurenprofil stehen euch Informationen zu Guemon zur Verfügung, der zum 0. Biotop gehört und für seine phänomenale Intuition im Kampf berüchtigt ist. Zudem findet ihr im 18. Volume die Auswertung einer Charakterumfrage aus 2011 anlässlich des dreijährigen Jubiläums von Toriko.

Komatsu rückt mit seinem Gourmet-Glück in den Mittelpunkt. Wie kostbar dieses Talent tatsächlich ist, muss sich in späteren Handlungsverläufen beweisen. Einen ersten Vorgeschmack gibt es nun. Der 18. Band weicht von der aktuellen Aufgabe, Ichiryûs Liste abzuarbeiten, ab und lässt den Leser in Zwischenkapiteln gleichzeitig ausruhen als auch einen Blick auf andere Örtlichkeiten werfen, bevor es mit frisch getankter Kraft ins nächste Abenteuer geht. Dieses streckt in den letzten Kapiteln seine Fühler aus. Die großen Höhepunkte bleiben im 18. Volume zwar aus, aber dennoch erwartet Käufer eine lesenswerte Story mit allerlei Informationen und Vorzeichen. Besonders die Detailjäger unter euch werden hier ihre wahre Freude haben. Nach dieser Lektüre sehe ich gespannt dem 19. Band entgegen, der am 5. März erscheint.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 18.

Details

Titel: Toriko, Band 18
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 18
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 3.02.2012 (JP), 15.01.2015 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 288921317X&chan=animey&asin=288921317X]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA
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