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»Toriko« Band 19 – Manga-Test

Seit 5. März 2015 liegt hierzulande bei Kazé Manga der 19. Band von Mitsutoshi Shimabukuros Gourmet-Reihe Toriko vor, zum zeitlichen Vergleich: In Japan erschien am 3. April Volume 34, während die hier enthaltenen Kapiteln zwischen 2011 und 2012 in Shueishas Shonen Jump herauskamen. Zuletzt haben sich Toriko, Komatsu und Coco in die Glücksspiel-Stadt im Köngreich Jidar aufgemacht, um im Gourmet-Casino, das vom Boss des Küchen-Untergrunds – Lifebearer – betrieben wird, etwas über den Meteor-Knoblauch zu erfahren.

Lifebearer führt Torikos Gruppe hinter den VIP-Bereich. Dort zeigt sich den Männern das Geheimnis der Spielhölle. Lifebearer stiehlt den Verlierern ihre kulinarischen Erinnerungen, um so einerseits wichtige Informationen über seltene Lebensmittel zu ergaunern und andererseits das entwendete Geschmackserlebnis in Form von elektrischen Signalen zahlungswilligen Kunden einzuflößen. Auch der Meteor-Knoblauch ist anscheinend Teil der Datenbank. Toriko und seine Freunde müssen gegen Lifebearer im Gourmet-Memory antreten, um an die Delikatesse zu gelangen. Als Einsatz setzen sie ihre Geschmackserinnerungen.

Beim Gourmet-Memory handelt es sich um kein gewöhnliches Kartenspiel. Die Motive zeigen Lebensmittel, welche in einer bestimmten Zeit zubereitet und gegessen werden müssen, um die Punkte gutgeschrieben zu bekommen. Darunter befinden sich jedoch ebenfalls gefährliche Zutaten. Ob unsere Helden mit Cocos Fähigkeiten und Verstand gegen Lifebearers Tricks bestehen können?

Es hat wohl so ziemlich jeder in seinem Leben einmal Memory gespielt. Es geht darum, aus verdeckten Karten Paare zu bilden – ein einfaches Spiel, das bei großer Langeweile als Zeitvertreib dient. In Toriko stellt Shimabukuro nun Memory in den Mittelpunkt. Statt den Mangaka für verrückt zu erklären, dürfen sich Fans auf ein spannendes Kartenduell mit aufgepepptem Regelwerk freuen, welches dem hohen Einsatz entsprechend Nervenkitzel mit der Frage erzeugt, wie Coco die Gruppe da rausmanövrieren will, wo doch Lifebearer so ziemlich alle Fäden in der Hand hält. Da gerät der Meteor-Knoblauch, das eigentliche Ziel der gesamten Aktion, vollkommen in den Hintergrund.

Verglichen mit der letzten Mission, bei der Toriko und Komatsu mit Sunny unterwegs waren, um den Leucht-Gurami zu fangen, weiß das Abenteuer im Königreich Jidar von Anfang an, mich mitzureißen. Die Delikatessenjagd damals am Todesfall war simpel gestrickt und wies nur wenige Highlights auf. Zum Glück fiel die Reise kurz aus. Auch die Konfrontation im Casino, um den Meteor-Knoblauch zu ergattern, nimmt zwar nur noch diesen Band in Anspruch, aber die Kapitel erzählen eine intensive Handlung, welche die typischen Freuden von Toriko in sich vereint.

Im Laufe des Gourmet-Memorys werden dem Betrachter im Schnelldurchlauf eine Vielzahl von neuen Lebensmitteln vorgeführt, manche sind harmlos, und von anderen sollte man lieber die Finger lassen. Teilweise ist hier Komatsus vielversprechendes Talent als Koch gefragt, das sich im Laufe der Missionen immer mehr entfaltet. Ebenfalls von Nöten sind Torikos Kampfkraft und Gefräßigkeit. Coco kombiniert diese Fähigkeiten und mixt noch sein eigenes Können hinein. Zuletzt hat man diese dynamische Konstellation in Band 2 gesehen, als es galt, Kugelwalfische am Grottenstrand zu fangen. Seitdem ist in Toriko so einiges geschehen, als Team funktionieren sie trotzdem nach wie vor einmalig. Diese Stärke könnte nur noch davon übertroffen werden, wenn sich vielleicht eines Tages alle vier Könige und Komatsu zu einem gemeinsamen Abenteuer zusammenfinden.

Mit Lifebearer schickt Mitsutoshi Shimabukuro nach langer Zeit endlich wieder einen Menschen als Kontrahenten in den Ring, der zudem ein Koch ist, aber nicht zum Gourmet-Bund gehört, sondern mit dem Küchen-Untergrund eine neue Fraktion bildet. Allein seine kolossale Erscheinung und der mit Tätowierungen übersäte Körper, was an einen klassischen Yakuza erinnert, dürfte einem normalen Menschen das Fürchten lehren. So würde er mit seinen 260 cm selbst Zebra knapp überragen. Komatsu wirkt neben ihm wie ein Kind. Lifebearers Selbstbewusstsein lässt den Giganten jedoch zur Überheblichkeit neigen.

Zeichnerisch treibt Mitsutoshi Shimabukuro seine kleinen Späße mit dem Casinobetreiber. In so manchen Momenten zieht er seine Mimik ins Skurrile, sodass Lifebearer nur zu oft wie ein vor Schadenfreude wild gewordener Dämon wirkt, der sich gerade noch im Zaum halten kann, um nicht vorzeitig seine Beute zu verschlingen. Die Zeichnungen bringen so Lifebearers Gefühl der Überlegenheit zur Geltung und untermalen die Gefahr, in welche sich unsere Helden begeben. Gleichzeitig ringen mir die verzerrten Gesichtsmuskeln immer wieder ein Schmunzeln ab und heitern dadurch die Atmosphäre zumindest für den Leser auf. Obwohl er der Antagonist des Handlungsbogens ist, heimst Lifebearer mit seinem überspitzten Design den einen oder anderen Sympathiepunkt ein.

Die diesmaligen Folgen von Das Verzeichnis der Tiere und Lebensmittel – 193 (Gorgolops) bis 200 (Salamander-Sphinx) – führen uns in die Gourmet-Pyramide zurück. Ein Profil zu Lifebearer schließt den Band ab und liefert dem Leser so manches Detail.

Besonders im Kontrast zum letzten Storyabschnitt drückt Mitsutoshi Shimabukuro im Casino-Abenteuer wieder aufs Spannungspedal. Mit Lifebearer präsentiert der Mangaka einen würdigen Gegner für das Trio aus Toriko, Komatsu und Coco, der gleichzeitig mit seiner überzogenen Mimik eine humorvolle Note in die Handlung einbringt. Ich bewundere, was Mitsutoshi Shimabukuro mit viel Fantasie aus einem einfachen Kartenspiel wie Memory basteln kann. Dies werden andere Toriko-Fans sicher genauso sehen. Das größte Highlight verbirgt sich aber auf der letzten Seite, ohne an dieser Stelle zu viel verraten zu wollen. Da greift man mit Vorfreude zum 20. Band, der seit 7. Mai 2015 erhältlich ist und das zweite Zehnerpack der Reihe vollmacht.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 19.

Details

Titel: Toriko, Band 19
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 19
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 4.04.2012 (JP), 5.03.2015 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 2889213188&chan=animey&asin=2889213188]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA
© 2015 VIZ Media Switzerland SA

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