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»Toriko« Band 21 – Manga-Test

Fans haben bereits 20 Bände Toriko intus. Mehr als drei Jahre versorgt uns Kazé Manga damit schon mit actiongeladenen Abenteuern voller Kämpfen, ob nun gegen wilde Bestien oder (halbwegs) menschliche Gegner, speziell der Gourmet-Bund sei hier erwähnt, und Lebensmitteln, bei denen einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Der titelgebende Protagonist Toriko ist ein weltberühmter Delikatessenjäger, welcher zusammen mit Coco, Sunny sowie Zebra zu den vier Königen gehört. Sein Kombi-Partner Komatsu ist ein begnadeter Koch, der mit jeder Mission mehr von seinem innewohnenden Talent offenbart. Da verwundert es zu erfahren, dass die beiden keine »Tischmanieren« besitzen. In der Welt von Toriko versteht man unter der Etikette des Essens aber auch etwas anderes, als wir es gewohnt sind. Band 21 von Mitsutoshi Shimabukuros Gourmet-Manga liegt seit 2. Juli 2015 auf Deutsch vor und widmet sich nicht nur dem Training in Tischmanieren.

Toriko und Komatsu lernen den Lehrmeister des Shokurin-Tempels, die lebende Gourmet-Legende Chinchin Chin kennen. Das trifft sich bei ihrer Suche nach der Seifenblasen-Frucht gut. Um den Tempelschatz zu erbeuten, müssen die beiden gehörig an ihren Tischmanieren feilen. Bei ihrem jetzigen Können gelingt es ihnen nämlich gerade einmal nur unter großen Mühen, das stark gesicherte Gelände zu betreten. Toriko und Komatsu bekommen vom stellvertretenden Lehrmeister Shû vorgeführt, wie das Erlernen von Tischmanieren sowohl im Kampf als auch in der Küche von überwältigendem Vorteil sein kann.

Das Duo unterzieht sich einem beschwerlichen Training, welches mit der Zeit Früchte trägt. Gerade noch rechtzeitig möchte man meinen, damit Toriko, von Chinchin Chin geleitet, den Blasenweg betreten kann, der zum Tempelschatz führt. Hier erfährt Toriko von der innersten Technik der Tischmanieren – der Essenshingabe. Auf dem Tempelgelände bricht in der Zwischenzeit das Chaos aus. Der Gourmet-Bund greift an und schickt eine schwierige Kämpferin ins Rennen, während Komatsu einen alten Freund wiedersieht.

Auf dem Cover von Band 21 lächelt dem Betrachter Toriko voll Entschlossenheit an und trägt dabei einen violetten Trainingsanzug. Die Hände sind aneinandergelegt, was sowohl an Meditation als auch die aus Toriko gewohnte Danksagung vor einer Mahlzeit erinnert (nebenbei sticht einem das ungleiche Verhältnis zwischen den gigantischen Handflächen und dem dazu kleinen Kopf ins Auge. Aber Toriko war schon immer ein Manga der schrägen Proportionen). Das sind bereits gute Assoziationen dafür, was Mitsutoshi Shimabukuro im Band erzählt. Im letzten Teil mussten wir lernen, dass es tatsächlich Lebensmittel gibt, die Toriko und Komatsu nicht essen können. Dabei sind die Speisen bereits zubereitet und serviert. Es mangelt schlichtweg an Tischmanieren. An dieser Stelle denke ich gerne an eine Szene aus Volume drei zurück, als unser blauhaariger Delikatessenjäger seinen berühmt-berüchtigten Toriko-Burger zusammenbaut, der so hoch gestapelt ist, dass er, um diesen verzehren zu können, seinen eigenen Kiefer aus- und später wieder einrenkt. Ich gestehe ihm zu, dass dies für seine Leidenschaft fürs Essen spricht. Andererseits fällt er damit wohl auch durch jeden Knigge-Benimmratgeber. Bei Torikos Tischmanieren geht es zum Glück nicht etwa um die richtige Verwendung des Bestecks oder Ellbogen vom Tisch. Damit bewegen sich die Ratefüchse unter euch in die völlig verkehrte Richtung.

Ohne zu sehr in die Details gehen zu wollen, diese werden euch ausführlich im Manga offengelegt, dreht es sich bei den Tischmanieren um die – Chinchin Chins Worte verwendend – richtige Herzenshaltung, Dankbarkeit und Respekt. Auf dem Gebiet dürfen Toriko und Komatsu erst einmal kräftig die Schulbank drücken – im Toriko-Stil versteht sich. Beim Einverleiben der Essensetikette kommen daher wenig überraschend allerhand hilfreiche Lebensmittel zum Einsatz, welche die Lehrlinge jedoch mehr quält, als ihnen Gaumenfreuden zu bereiten. Dem Leser unterbreitet sich auf humorvolle Art und Weise der beschwerliche, aber lohnenswerte Leidensweg der Protagonisten. Letztendlich ermöglicht ihnen das Lernen von Tischmanieren nämlich nicht nur den Verzehr von bestimmten Gerichten.

Der Charakter Chinchin Chin tauchte bereits am Ende des letzten Bandes auf und erhält nun eine genauere Vorstellung. Man möchte dem klein gewachsenen, rundlichen Herrn, der schon definitiv so einige Jahre auf den Buckel hat, auf den ersten Blick gar nicht zutrauen, oberster Lehrmeister des Shokurin-Tempels zu sein. Wie Fans wissen, trügt der Schein in Toriko gerne einmal, gerade bei alten Menschen, man nehme nur Setsuno, Jirô oder Ichiryû als Beispiel her. Dass es Chinchin Chin faustdick hinter den Ohren haben muss, zeigt sich nicht nur an mehreren Stellen im vorliegenden Band, sondern sogar in einer früheren Mission von Toriko und Komatsu, welche man erst jetzt in Zusammenhang mit dem Lehrmeister bringt. Die Rede ist vom Abenteuer am Todesfall in Band 17, wo sich die beiden mit Unterstützung von Sunny auf die Jagd nach dem Leucht-Gurami begeben und dabei in ziemliche Bedrängnis kommen, als im wahrsten Sinne des Wortes ein Berg auf sie herabstürzt. Wie sich herausstellt, hatte Chinchin da seine Finger im Spiel. Zudem steht er in Verbindung mit einer anderen Aufmerksamkeit erregende Person, die im 21. Teil vorgestellt wird und für allerhand Wirbel sorgt. Mehr sei hier aber nicht verraten.

Wie gewohnt erwarten Leser neue Folgen von Verzeichnis der Tiere und Lebensmittel, zwischen die Kapitel gestreute Informationen zur bereits präsentierten Flora und Fauna in Toriko. Dieses Mal werden die Beiträge 212 (Higer) bis 223 (Kartoffelaal) abgehakt. Zum Abschluss hinterlegt Mitsutoshi Shimabukuro die Profildaten zu Chinchin Chin, dessen Kräftediagramm noch einmal bestätigt, dass es Fans mit einem nicht zu unterschätzenden Kaliber zu tun haben.

Ich habe mich beim 21. Band von Toriko herrlich amüsiert. Toriko und Komatsu unterlaufen ein lustig zuzusehendes Training, das man selbst wohl eher weniger über sich ergehen lassen möchte. Streckenweise überkommt mich fast Mitleid für die beiden, aber Helden wachsen mit ihren Aufgaben. Die Tischmanieren erweitern das Universum um eine vielversprechende Facette, in der noch einmal klar hervorsticht, dass sich in dieser Welt auch wirklich alles ums Essen dreht. So richtig spannend wird es jedoch erst gegen Ende hin mit dem Aufkreuzen des Gourmet-Bundes. Ein gemeiner, aber zugegeben gut gewählter Cliffhanger entfacht die Neugierde auf den nächsten Teil. Zum Glück liegt Band 22 seit 3. September auf Deutsch bei Kazé Manga vor.

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Toriko, Band 21.

Details

Titel: Toriko, Band 21
Originaltitel: トリコ (Toriko), Vol. 21
Mangaka: Mitsutoshi Shimabukuro
Erscheinungsjahr: 4.10.2012 (JP), 2.07.2015 (DE)
Verlag: Shueisha (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Action, Abenteuer, Shonen, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
Preis: 6,50 Euro
Bestellen: [amazon text= ISBN-10: 288921320X&chan=animey&asin=288921320X]

TORIKO © 2008 by Mitsutoshi Shimabukuro/SHUEISHA
© 2015 VIZ Media Switzerland SA

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