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Gesehen: Nobunaga Concerto (Live Action)

Der Sender Fuji TV feierte 2014 das 55.Jubiläum mit “Nobunaga Concerto”. Hierbei handelt es sich jedoch nicht nur um einen JDorama, im Juli 2014 ging auch der gleichnamige Anime an den Start. Beide basieren auf den Manga von Ishii Ayumi, der 2009 im Monthly Shonen Sunday veröffentlicht wurde.
Wir haben uns die Live Action Verfilmung mit Oguri Shun angeschaut.

Worum geht es?
Saburo ist ein Oberstufenschüler, der nicht gerade ein Ass im Lernen ist. Er weiß nichts über die Geschichte seines Landes, doch eines Tages kommt es dazu, dass er in der Zeit ins Jahr 1549 zurückreist. Zunächst glaubt er, er sei bei Dreharbeiten oder einer historischen Vorführung dabei. Er trifft zunächst auf einen jungen Lord, der ihn zum verwechseln ähnlich sieht. Er sagt zu ihm “Sei mein Stellvertreter. Ich bin der älteste Sohn der Oda-Familie, Oda Nobunaga”. Darauf hin verschwindet der junge Lord und er wird von Nobunagas engsten Vassal, Tsuneoki aufgegriffen und als Oda Nobunaga in die Burg gebracht. Erst später, als vor ihm in der Schlacht Menschen umgebracht werden, wird ihm klar, dass alles um ihn herum gar kein Schauspiel ist, sondern die harte Realität.
Seit diesem Tag führt er das Leben des jungen Feudalherren im alten Japan und hat die Aufgabe, den Traum eines vereinten Japans zu erfüllen. Saburo, ein Mensch der modernen Zeit, hat jedoch keinerlei Erfahrung darin Menschen zu töten, versteht auch nicht die Bereitwilligkeit der Krieger der Sengoku-Ära.

Die Story:
Es handelt sich hier um einen historischen Drama, der durch eine Figur aus der Moderne aufgelockert wird.
Wer nicht so viel Ahnung von der japanischen Geschichte und der Zeit der Streitenden Reiche hat, wird sicherlich zunächst von dem Drama abschrecken. So viele unbekannte Namen, die man kennen sollte als Zuschauer, viele Schlachten und Betrüge.
Aber auch jemand, der davon nichts weiß, bekommt hier Gelegenheit zu erfahren, wie sich einige Dinge zu dieser Zeit abgespielt haben. Und das nicht auf eine zu trockene Art, wie man es aus einigen historischen Filmen vielleicht kennt, nein … Gemischt mit der modernen Comedy seitens Saburo, wird das ganze unglaublich gut aufgelockert.
Die Idee dieses Dramas gefiel mir von Mal zu Mal besser. Zuerst hatte ich zwar Bedenken, dass hier der Fakt vollkommen außer Acht gelassen wird, dass Saburo mit seinem Handeln vielleicht die Geschichte Japans ändern könnte, aber ziemlich schnell wurde einem bewusst, dass genau sein Handeln die Geschichte so einlenkte, wie man sie auch kennt.
Nach einigen Folgen, wo ein erneuter Betrug und eine erneute Schlacht bevorstand, kann man sicherlich denken „Nicht schon wieder“, aber an sich war jede Folge für sich sehr interessant und wurde zunehmend spannender.

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Die Charaktere und Schauspieler:
Die Rolle des Saburo und des Oda Nobunaga hat niemand geringeres als Oguri Shun eingenommen.
Ich kenne ihn einfach als herausragenden Schauspieler und ich bin wirklich sehr froh darüber, dass er diese Rolle in dem Drama einnahm. Er passte wirklich sehr gut. Vor allem nachdem ein paar Jahre vergingen und er vom Alter her noch besser in die Rolle passte, als zum Anfang wo er als 31-jähriger Schauspieler einen Oberstufenschüler spielen musste.
Oguri Shun kann einfach sehr überzeugend beide Seiten dieses Oda Nobunagas spielen. Den lustigen und herum quengelnden Saburo, aber auch den ernsten, in sich kehrenden oder aber auch den kalten und abweisenden Oda Nobunaga.
Jedoch fehlte mir hier etwas mehr an Tiefe des Charakters Saburo. Er kommt immerhin aus der modernen Welt, wo für ihn alles lustig und spaßig erschien … ich hätte mir gewünscht, dass er vielleicht mehr darüber nachgedacht hätte, wie er irgendwann mal zurückkehrt. Er nahm recht schnell das Pflichtbewusstsein an und war einfach nur in seiner Rolle, in die er gesteckt wurde, auch wenn seine eigene Art nie verloren gegangen ist.

In Nobunaga Concerto spielen neben Oguri Shun noch weitere viele bekannte Schauspieler mit, die meiner Meinung nach auch alle ihre Rolle sehr gut an den Zuschauer brachten.
Angefangen bei Tsuneoki der von Osamu Mukai gespielt wird. Er war der typische treue Vassal, den man irgendwie ins Herz schließen musste.
Yamada Takayuki der zunächst als geheimnisvoller Spion sein Unwesen trieb und später zum „Affen“ wurde. Ein Charakter der einem ziemlich auf die Nerven gehen konnte, aber auch zur nötigen Entwicklung der Geschichte viel beisteuerte.

RolleSchauspieler
Oda Nobunaga / SaburoOguri Shun
KichoShibasaki Kou
Ikeda TsuneokiMukai Osamu
Denjiro TaharaYamada Takayuki
Takenaka HanbeeFujiki Naohito
Tokugawa IeyasuHamada Gaku

 

Die Umsetzung:
Die Umsetzung war sehr gelungen, die Kulissen, die Darstellung der Menschen, wie sie früher dachten und handelten, Saburos Konflikt mit der damaligen Zeit, zum Beispiel wenn es um das Thema Seppuku ging.
Jedoch war es anfangs sehr seltsam, dass niemand Nobunagas plötzlichen Charakterwandel verwirrend fand. Der echte Nobunaga und Saburo waren ja wie Tag und Nacht und niemand, bis auf Nobunagas Schwester fand es anfangs seltsam, dass er nun so vollkommen anders war oder und solche Kleidung am Hof trug.

Jedoch muss man dazu sagen, dass die Darstellung Nobunagas durch Saburo hier nichts ungewöhnliches ist, wenn man sich die echte geschichtliche Darstellung betrachtet.
Oda Nobunaga war jemand, der sich nicht immer an traditionelle Normen hielt und nicht die Kleidung trug, die oft üblich war. Er war einer der Feldheeren der bereitwillig mit den Ausländern verhandelte und keinerlei Scheu gegenüber ausländischen Wahren besaß.
Daher war die Darstellung Saburos und Nobunagas keineswegs zu weit hergeholt in diesem Drama. Im Gegenteil, der Drama versuchte hier durch das einbauen von fantasiereichen Elementen Nobunagas Art und sein Handeln zu erklären.

Fazit:
Hier handelt es sich um einen Drama, der vor allem historisch ist, aber auch moderne Elemente mit einfließen lässt und die ganze Sache auflockert. Es gab sehr viel zu lachen, aber die tragischen und ernste Momente kamen keineswegs zu kurz und gestalteten den Verlauf des Dramas wunderbar.
Mir gefiel die Darstellung Nobunagas durch den Charakter Saburo hier sehr. Er versuchte zwar viele Werte die in der heutigen Zeiten für normal hielt auch in die damalige Zeit miteinzubinden, aber man wünschte sich als Zuschauer mehr Momente, in denen Saburo über seine eigentliche Zeit nachdachte oder wie er mehr in sein Geschichtsbuch wälzt.
Der Drama ist keineswegs nur für Leute gedacht, die Fans der japanischen Geschichte sind und sich bereits darin auskennen. Auch Nichtwissende können sich diese Serie durchaus anschauen, um allein eine gute, gelungene und lockere Darstellung der Zeit der Streitenden Reiche zu betrachten.

“Du willst Seppuku begehen, um ein Samurai zu sein? Dann sei einfach kein Samurai mehr”, weise Worte die von Saburo kamen, um einen seiner Gefolgsleute vom ehrenhaften Selbstmord abzubringen.

Info
Nobunaga Concerto
Deutscher Titel: Nobunaga Konzert
Originaltitel: 信長協奏曲
Format: Renzoku (Serie)
Produktion: Fuji TV
Originalidee: Ishii Ayumi (Manga)
Regie: Matsuyama Hiroaki, Hayashi Toru, Kanai Ko
Drehbuch: Nishida Masafumi
Musik: Taku Takahashi
Titelsong: Ashioto ~Be Strong von Mr.Children
Länge: 11 Episoden (á 46 – 60 Minuten)
Genre: Geschichte, Live Action
Sprache: Japanisch
Ausstrahlungsdatum: 13.Oktober – 22.Dezember 2014
Deutscher Sub: Crunchyroll

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