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IP Man die Serie – Wie alles begann oder so ähnlich

Mit zehn Episoden startet die Serie um die Kampfsportlegende

Die Filmreihe rund um den Wing-Chun Meister IP Man begeisterte in den letzten Jahren Millionen von Menschen. Zu sehen war dabei jedoch immer nur ein Teil des Lebens des Großmeisters in seinen älteren Jahren. Aus diesem Grund sollte eine Serie aus der Feder von Chang Tang die Anfänge des legendären Mannes erzählen. Mittlerweile ist „IP Man die Serie“ ebenfalls in Deutschland angekommen und wir haben die erste Staffel mal genauer unter die Lupe genommen.

Die Serie handelt von dem jungen IP Man, der aus einem traditionellen Dorf kommt. Als er um 1921 nach Kanto kommt, steht er einer plötzlich modernen und ganz anderen Welt gegenüber. Während er noch versucht sich anzupassen, kämpfen die nördlichen und südlichen Warlords des Landes um die Führung Chinas. Ausgetragen wird das Ganze jedoch in Kampfsportwettkämpfen. Gleichzeitig droht ein Bürgerkrieg und IP Man hadert zusätzlich mit seinem persönlichen Leben. Es ist an der Zeit für ihn, sich als würdig zu erweisen und zu zeigen, dass er ein wahrer Kämpfer ist.

Bemühte Schauspieler mit mühsamen Dialogen

Die Rolle des taufrischen IP Man übernimmt niemand Geringeres als Kevin Cheng, der Fans des chinesischen Kinos durchaus bekannt sein sollte. Cheng versucht dabei mit großer Mühe, dem Namen IP Man Ehre zu machen und spielt den Charakter mit viel Ernsthaftigkeit, ohne seine junge fehlerhafte Seite zu vergessen. Seinen Job macht er dabei recht gut. Die restliche Besetzung gibt ebenfalls ihr Bestes, um die Geschichte der Kampfsportlegende möglichst authentisch herüberzubringen.

Überragend ist das Endergebnis aber nicht und einige Darstellungen wirken zu übertrieben. Besonders einige Nebenrollen wollen nicht so recht sympathisch und authentisch werden. Viele Dialoge sollen hingegen für ein gewisses Maß an Charaktertiefe sorgen und besonders IP Mans Entwicklung zeigen.

Ip Man die Serie
Kevin Cheng übernimmt die Rolle als IP Man und macht seinen Job gar nicht so schlecht. Bild KSM

Allerdings wirkt das Ganze auf Dauer ein wenig zu erzwungen und zu hölzern. Fast schön öde wirken einige Szenen, bei denen Unterhaltungen irgendwie nicht wirklich interessant wirken, obwohl sich die Darsteller darum bemühen. Andere Szenen wirken hingegen manchmal unfreiwillig komisch. Das kann jedoch ebenfalls an dem Problem liegen, dass die Story nur sehr langsam in Fahrt kommt und es viel Nebengeplänkel gibt. Die eingebaute Romanze wirkt ebenfalls etwas plump.

Dazu ist das Ende ungünstig gesetzt, was an der Vermarktung in Deutschland liegt. Im Original erschien die Serie in 50 Episoden in einer Staffel. Hierzulande entschied sich der Publisher jedoch dazu jeweils zehn Folgen in eine Staffel zu stecken und macht so fünf Staffeln daraus. Das verursachte jedoch in dem Fall, dass nach zehn Folgen bei gerade aufgenommenem Tempo einfach Schluss ist.

Kameraführung des Grauens

Die Kampfszenen sind gut durchdacht und setzen halbwegs auf Realismus. Kein Wunder, denn die Söhne von IP Man halfen bei den Choreografieren. Allerdings gibt es hier ebenfalls etwas zum Nörgeln. Die Serie setzt zu sehr auf Zeitlupen, um auf gewisse Details einzugehen. Manche Fans von typischen Martial-Arts-Filme werden das vielleicht mögen, wer jedoch auf saubere, einfache Kämpfe steht, eher nicht. Dazu kommt die fragwürdige Kameraführung.

Allgemein geht es in der ersten Staffel nur wenig um den eigentlichen Werdegang von IP Man im Kampfsport, sondern mehr um die Beziehung mit anderen Charakteren und den historischen Hintergrund. Authentisch ist die Handlung dabei nicht wirklich und weist kaum Gemeinsamkeiten mit dem wirklichen Leben der Legende auf.

Ip Man die Serie
Kämpfe sind in IP Man die Serie gut durchdacht, leider machen Kamera und Schnitt etwas von der Action kaputt. Bild: KSM

„IP Man die Serie“ versucht, halbwegs authentische Bilder zu liefern, die einen jedoch nicht wirklich vom Hocker reißen. Das Ganze wird jedoch immer wieder durch eine Kammerführung unterbrochen, die einfach nicht wirklich das Wahre ist. Die Einstellungen sind teil zu hektisch und amateurhaft gewählt. Die Schnitte sind ebenfalls besonders in den Kämpfen zu schnell und oft gesetzt.

In dem Fall hätte es ruhig etwas weniger und etwas mehr an den richtigen Stellen sein können, denn hier wurde definitiv viel Potenzial bei „IP Man die Serie“ verschenkt. Die Bildauflösung ist von der Farbgebung etwas gräulich, was an dem verwendeten Filter liegt, sonst jedoch zufriedenstellend.

In Mandarin please!

Worüber es hingegen sehr viel zu schimpfen gibt, ist die schreckliche Synchronisation. Die Stimmen passen nicht recht und der Rest ist ebenfalls alles andere als gut. Es wird deswegen dringens von uns empfohlen, auf den originalen Ton zu schalten und die passenden Untertitel zu wählen. So kommt die Story definitiv besser, rüber genauso wie das Können der Schauspieler. Tontechnisch und musikalisch gibt es weiter nichts Erwähnenswertes. Beides ist zufriedenstellend jedoch nicht außerordentlich lobenswert.

Die Extras der ersten Staffel sorgen ebenfalls für geringe Begeisterung. Zu den drei Blu-rays sind neben der zehn Folgen nur drei zusätzliche Inhalte zu finden. Neben einer Fotogalerie gibt es lediglich noch Trailer und ein B-Roll. Ein paar mehr Extras rund um die Serie hätten wir uns schon gewünscht, jedoch ist es besser als gar nichts.

Fazit

„IP Man die Serie“ versucht an den Erfolg der Filme anzuknüpfen und die Story nochmal in einer anderen Form zu erzählen. So recht will der Funke jedoch nicht überspringen. In vielen Punkten ist die Serie nur mittelmäßig.

Die Schauspieler kommen nicht ganz aus sich heraus, die Story braucht eine Menge Anlauf, den Kämpfen fehlt es etwas an Kreativität und Action und bei der Kameraführung gibt es ebenfalls Mängel. Abgeschlossen wird das noch mit einer äußerst schlechten Synchronisation und dem sehr offenen Ende. Alles wirkt allgemein amateurhaft und erinnert an altes Hongkong-Kino.

Am Ende ist die Serie ziemlich weit von den viel gelobten Filmen entfernt und scheint über ihren eigenen Schatten zu stolpern. Das Gesamtpaket macht nicht wirklich Spaß und Fans quälen sich wahrscheinlich eher von Folge zu Folge. Wer vielleicht das Ganze nicht so ernst nimmt und leichte Kost will, findet dann doch noch Gefallen.

Info

IP Man Die Serie:

Ip Man die Serie
Ip Man die Serie Staffel eins. Bild : KSM

Original Name: 葉問
Transkription: Ye Wen
Studio: Suzhou Funa Films and Television
Deutscher Publisher: KSM GmbH
Regisseur: Fan Xiaotian, Zheng Wie, Hu Kai
Erschienen am: 10. April 2017
Freigegeben ab: 16 Jahren
Länge: 10 Episoden á 45 Minuten
Genre: Action, Martial Arts, Drama
Medium: Blu-ray, DVD

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Unsere Meinung

Story
70 %
Darsteller
65 %
Bild
60 %
Synchronisation
50 %
Preis
85 %

Unser Fazit

Statt einer authentischen Kampfsportgeschichte mit einer mitreißenden Story und Atmosphäre gibt es einen zweitklassigen, langsamen Versuch einer Dramaserie rund um IP Man. Wer was Einfaches zum nebenbei Gucken will, kann mal hereinschauen. Fans sollten hingegen lieber bei den Filmen bleiben.
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