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Eye Of The Storm – Das neue Album von ONE OK ROCK

Am 15. Februar erscheint mit Eye Of The Storm das neunte Album der japanischen Rockband ONE OK ROCK. Wer die Band schon länger kennt, weiß, dass sie sich über die letzten Alben hinweg immer mehr der Pop- und Alternative-Musik zugewendet hat. Eye Of The Storm reiht sich in diesen Trend ein und bildet definitiv das bisher „poppigste“ Album der Band. Inwieweit den japanischen Musikern der Stilwechsel gelungen ist, erfahrt ihr in dieser Rezension.

ONE OK ROCK besteht aus Sänger Taka, Gitarrist Toru, Schlagzeuger Tomoya und Bassist Ryota. Die 2005 gegründete Band ist schon lange eine der erfolgreichsten Rock-Bands in Japan. Ihre beiden letzten Alben 35xxxv und Ambitions landeten auf Platz 1 der Oricon Charts und brachten der Band den internationalen Durchbruch. Eye Of The Storm ist nun das dritte Album, von dem es eine vollkommen englische Version gibt. Es wurde unter dem Label Fueled By Ramen (bekannt durch Twenty One Pilots, Panic! At The Disco etc.) produziert, bei dem die Musiker seit 2016 unter Vertrag stehen.

Eine ganz neue Richtung?

Dass ONE OK ROCK gern mit verschiedenen Stilen experimentiert, ist nichts Neues – Eye Of The Storm bildet dabei keine Ausnahme. So kommentiert Taka das neue Album mit den Worten: „Für dieses Album haben wir uns selbst herausgefordert und dazu angetrieben, neue Dinge auszuprobieren. Zugleich haben wir die Essenz dessen bewahrt, was unsere Band ausmacht. Ich denke, man wird einige Dinge hören, die man von ONE OK ROCK noch nie gehört hat.“ Die Andersartigkeit der Songs im Vergleich zu früheren Werken ist nicht zu bestreiten, ob die Band ihre Essenz bewahrt hat, liegt jedoch im Auge des Betrachters.

Das 13 Titel lange Album ist wohl die bisher „poppigste“ Schöpfung der Musiker. Songs wie „Giants“, „Letting Go“, „In The Stars (feat. Kiiara)“ oder „Unforgettable“ erinnern in einigen Elementen an erfolgreiche westliche Pop-Künstler. Sie besitzen eine lebhafte bis entspannte „Wir sind jung und leben den Moment“-Stimmung, die sich problemlos in den Vibe aktueller Pop-Hits einreiht. Diese Lieder bilden den stärksten Kontrast zu bisherigen ONE OK ROCK-Werken, ein Pop-Album ist Eye Of The Storm aber nicht. So lassen sich die meisten Songs dem Rock- oder Alternative-Spektrum zuordnen, selbst wenn sie von Pop-Elementen beeinflusst werden. Gerade der erste Track „Eye Of The Storm“, sowie „Push Back“, „Worst In Me“ und „The Last Time“ beweisen, dass der „Rock“ in ONE OK ROCK nicht verschwunden ist. Songs wie „Head High“, „Grow Old Die Young“ und „Wasted Nights“ verbinden Rock-Elemente geschickt mit softeren Klängen und schaffen so eine Brücke zwischen altem und neuem Stil. Das Ganze wird abgerundet mit den elektrisierenden Tracks „Stand Out Fit In“ und „Change“.

Eine neue Dimension der Bedeutung

Während die einzelnen Lieder von Eye Of The Storm musikalisch sehr unterschiedlich sind, bemerkt man bezüglich der Lyrics schnell, dass das Album eindeutig einem roten Faden folgt. Alle Songs befassen sich in irgendeiner Form damit, man selbst zu sein. Dabei steht besonders die Selbstwahrnehmung bzw. Selbstverwirklichung von jungen Menschen im Vordergrund. „Stand Out Fit In“ beschäftigt sich sowohl lyrisch als auch in dem bereits veröffentlichten Musikvideo sehr offensichtlich mit der Schwierigkeit, man selbst zu sein, wenn dieses Selbst nicht akzeptiert wird. Aber auch in den bereits veröffentlichten Songs „Change“ und „Wasted Nights“ geht es darum, sich nicht von anderen unterkriegen zu lassen und sein eigenes Leben zu leben. Die rockigen Töne unterstreichen die rebellische und bestärkende Message.

In Anbetracht dessen erhält die musikalische Diversität des Albums eine ganz neue Bedeutung. Sie beruht nicht nur auf dem Wunsch, etwas Neues auszuprobieren, sondern repräsentiert gleichzeitig die Komplexität und Vielfältigkeit des übergeordneten Themas: Selbstfindung. Die poppigen „Lebe den Moment“-Tracks tragen die Zuversichtlichkeit von gefundenem Selbstvertrauen oder auch dem Bewusstsein dafür, was für einen selbst das Beste ist. Betrachtet man das Album also als Ganzes, porträtiert es die Reise eines Menschen zu seinem Selbst – die genauso vielseitig ist, wie das Album selbst.

Aber ist ONE OK ROCK noch ONE OK ROCK?

Das liegt im Auge des Betrachters. Es wird sicherlich einige langjährige Fans geben, die die neue Richtung nicht gutheißen. Dennoch können auch diese Fans dem Album eine Chance geben, denn wie oben dargestellt, hat die Band das Rock-Genre nicht vollkommen verlassen. Aber auch abgesehen von den rockigeren Songs haben die Musiker in meinen Augen „ihre Essenz bewahrt“, um es mit Takas Worten auszudrücken. Diese Essenz liegt in ihrem Bestreben, sich als Künstler weiterzuentwickeln. Egal, welches Genre die Band anfasst, ihre Leidenschaft für Musik sowie die Gedanken und der Aufwand, den sie in ihre Werke stecken, sind immer ersichtlich.

Fazit

Eye Of The Storm hebt sich definitiv von den bisherigen Alben der Band ab. Ob man diese Veränderung gutheißt oder nicht, ist vom eigenen Geschmack abhängig. Mit diesem vielseitigen Album dürfte für (fast) jeden etwas dabei ist. Besonders junge Menschen können sich zudem mit den Texten identifizieren. Ob es nun den eigenen Geschmack trifft oder nicht, das Album ist sowohl musikalisch als auch hinsichtlich der Texte absolut durchdacht und gut gemacht. Mit dem durchgehenden, aber dennoch vielseitig verarbeiteten Thema, der starken Message und der besonderen Verbindung zwischen Musik und Text bildet Eye Of The Storm eine künstlerische Weiterentwicklung, auf die die Band stolz sein kann.

Bisher veröffentlichte Musikvideos:

TracklisteEye of the storm One Ok Rock Cover
01 : Eye of the Storm
02 : Stand Out Fit In
03 : Head High
04 : Grow Old Die Young
05 : Push Back
06 : Wasted Nights
07 : Change
08 : Letting Go
09 : Worst in Me
10 : In the Stars (feat Kiiara)
11 : Giants
12 : Unforgettable
13 : The Last Time

Info
Eye Of The Storm
von: ONE OK ROCK
Label: Fueled By Ramen
Erscheinungsdatum Japan: 13.02.19
Erscheinungsdatum Deutschland: 15.02.19
Tracks: 13
Format: Stream

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3 Kommentare

    • Danke für den netten Kommentar 🙂 Ich musste mich auch erst einmal an einige Songs „gewöhnen“, aber jetzt freue ich mich schon auf das Album-Release. Es ist ja letztendlich auch nur natürlich, dass sich Bands im Laufe der Jahre verändern 🙂

      • Ja, Ambitions gefiel mir anfangs auch nicht, nach dem München Konzert 2017 gehört es allerdings zu meinen liebsten OOR Alben.
        Dennoch fehlen mir die Japanischen Songs ein wenig, selbst die japanische Album Version ist ja nur teilweise in japanisch und das wirkt irgendwie aufgesetzt. =/

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