Musik-Special: Punk in Japan – 1990 bis heute (Teil 2)

Bereits in den 1970er Jahren fand Punkrock in Japan ein breites Publikum. Seitdem ist Punk, genauso wie Manga und Anime, ein grundlegendes und wichtiges Element der japanischen Jugendkultur.

VIVISICK
© Vivisick Recordings

Wie schon im vorherigen Artikel beschrieben, waren der Auslöser für eine entstehende Punkbewegung Wut und Frust über die soziale Situation. Punk war und ist für viele Jugendliche eine Möglichkeit, aus den vorherrschenden sozialen Strukturen auszubrechen und ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen. Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Specials mit den Anfängen des japanischen Punkrock beschäftigt haben, befassen wir uns nun mit der zeit kurz vor der Jahrtausendwende bis heute. Musikalisch hat sich einiges getan. Es wurden immer mehr Stile miteinander kombiniert und euch neue Sub-Genres erblickten das Licht der Welt.

Die 90er Jahre

Nicht nur zum Ende der 80er gründeten sich viele neue Bands, auch in den 90er Jahren schossen Punkbands wie Unkraut aus dem Boden. Vor allem im Bereich des Hardcore-Punk. Zu dieser Zeit gründeten sich beispielsweise Bands wie Anti Feminism, Qp-Crazy oder Vivisick. Andere Bands, welche eher eine Art melodischen Streetpunk spielten, die zu dieser zeit entstanden sind, waren die immer noch aktiven Hat Trickers oder die Band The Erect.

Der Graf vs. Horrorpunks
© Gan-Shin Records

Zudem entstand Anfang der 90er die Band Balzac, welche bis heute besteht. Diese dürfte eine der ersten japanischen Punkbands gewesen sein, die den sich vom Horrorpunk der amerikanischen Band Misfits inspirieren lies. Mittlerweile haben Balzac internationale Bekanntheit erlangt, was unter anderem auf eine Split-EP mit Bela.B von den Ärzten zurückzuführen ist, auf der sich die Musiker gegenseitig covern.

Ende der 90er gründete sich auch eine der bekanntesten japanischen Bands, die auch international große Erfolge feiert: Maximum the Hormone. In ihren Songs lassen sich alle nur erdenklichen musikalischen Einflüsse finden. Sei es Ska, Reggae, Hardcore, Punk oder Grindcore. Diese steuerten unter anderem den zweiten Ending-Song zum Anime Death Note oder das Titellied zum Animefilm Dragon Ball Z: Resurrection F bei.

Das 21. Jahrhundert

Zu beginn der Jahrtausendwende entstand in Japan ein regelrechter Hype was den Teen-Punk anbelangt. Bands wie GaGaGaSP, Going Steady und Stance Punks wurden vom Sound von Bands wie Green Day und Blink 182 inspieriert und feierten damit große Erfolge. Deren Fans waren zum Großteil ungefähr im High-School-Alter.

Auch heute noch gibt es in Japan unzählige Punkbands. Der Sound ist so lebendig wie nie und es werden regelmäßig verschiedene Konzerte und Festivals veranstaltet. Unter den Musikmagazinen die sich mit Punkrock beschäftigen, ist das alle zwei Monate erscheinende „Bollocks“ das bekannteste. Es gibt in Japan, vor allem in Tokio, auch einige Kneipen und bars, welche sich auf Punkrock spezialisiert haben. Zum Beispiel das 2003 eröffnete „Hair of the Dogs“ in Shinjuku oder die „Loft Bar“, welche sich auch in Shinjuku befindet. In letzterer werden von der Veranstaltungsgruppe „Kappunk“ regelmäßig Konzerte organisiert. Außerdem findet dort einmal im Jahr ein zweitägiges Indoor-Festival, mit allen möglichen japanischen und internationalen Punkbands statt.

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