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»Nisekoi« Band 4 – Manga-Test

Zu jedem Schloss gibt es einen passenden Schlüssel. Für Raku hängt damit ein Andenken an ein wichtiges Versprechen zusammen. Wie soll der Junge allerdings wissen, wie es mit der Liebe bestellt ist, wenn sich die Anwärterinnen und Probleme immer mehr vervielfältigen. Im Dezember brachte Kazé den vierten Band von Nisekoi in den deutschsprachigen Handel. Was die turbulente Liebeskomödie in den Kapiteln 26 bis 34 für euch bereithält, verraten wir euch in den folgenden Abschnitten.

Nach den Erlebnissen in dem Freizeitcamp kommen Raku und Chitoge besser miteinander aus, zumindest für ihre Verhältnisse. Sie haben sich sogar dazu entschieden, sich ab sofort mit Vornamen anzusprechen, um ihre vorgetäuschte Beziehung glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Da wäre es doch jammerschade, wenn Raku die Pluspunkte sogleich verbaut, indem er ihren Geburtstag vergisst. Seishiro plant nämlich eine Überaschungsparty für Chitoge zu geben, aber noch fehlen die Geschenke. Ruri sieht das als guten Vorwand für ihre beste Freundin Kosaki, etwas Zeit mit Raku alleine zu verbringen. Und so machen sich die beiden zu einem gemeinsamen Einkaufsbummel auf. Während Rakus Gedanken um das vermeintliche Date mit seiner Herzensdame kreisen, rutscht dem Jungen dank der Nervosität seine insgeheime Vermutung raus, dass es sich bei Kosaki um jenes Mädchen handelt, dem er vor zehn Jahren ein Versprechen gegeben hat. Wie so oft wird die traute Zweisamkeit im denkbar ungünstigsten Zeitpunkt zerstört, doch dieses Mal hat Raku Kosaki eine Antwort entlocken können, die ihn von den Socken haut. Kann es sein, dass das Mädchen, nachdem er die ganze Zeit verrückt ist, auch gleichzeitig seine erste Liebe ist?

Als die Geburtstagsfeier in Chitoges Anwesen vorüber ist, scheint der Highschoolschüler immer noch in Gedanken versunken. Auf dem Balkon stößt ihn Chitoge auf das Thema an, ob er noch immer an das Mädchen aus Kinderstagen hängt. Seine Partnerin erzählt ihm, dass sie sich seit neulich vage an einen Sommer aus ihren Kindheit erinnert, den sie zusammen mit einem Jungen verbracht hat. Zudem kommt hinzu, dass sie einen Schlüssel in ihrem alte Tagebuch gefunden hat. Eine fürchterliche Vorstellung, dass die gesuchte Person die ganze Zeit Chitoge war. Zwei Mädchen, zwei Schlüssel und eine verblasste Erinnerung, das muss mehr sein als ein schräger Zufall. Welcher Schlüssel gehört zu dem Schloss an Rakus Medaillon, der von Chitoge oder doch von seinem Herzblatt Kosaki? Zu aller Verwirrung erscheint noch ein weiteres Mädchen auf der Bildfläche und auf einmal schaut alles wieder ganz anders aus …

In Band 4 von Nisekoi kommt die Schlüssel-Schloss-Angelegenheiten richtig in Gang. Es sind nicht mehr nur Anspielungen, wer die besagte Kindheitsfreundin sein könnte. Trotzdem hab ich das Gefühl, dass der Autor jederzeit einen Twist einbauen könnte, der die Karten neu mischt, wie er es in den letzten Kapiteln auch beweist. Aber es handelt sich schließlich um Nisekoi, die Geschichte war schon von Anfang an sehr konstruiert und abgehoben. Letztendlich könnte jedes der Mädchen noch infrage kommen zumal eben mehrere Schlüssel im Umlauf sind. Die Frage ist eher, wieso sich Raku so an dem Versprechen aufhängt. Würde es denn an seinen Gefühlen etwas ändern?

Dahingehend steht es ebenso wenig fest, in welche Richtung Rakus Herz schlägt. Keine Frage, glaubt er doch selbst, sich seinem Schwarm Kosaki verschrieben zu haben. Bei ihrer bloßen Anwesenheit bekommt er rasendes Herzklopfen und stammelt nur so vor sich hin. Aber was heißt das letztlich schon, wenn die beiden kaum ein Wort miteinander wechseln können. Zu Chitoge verhält sich der Yakuza-Bengel ganz anders. Eben weil die beiden frei heraus ihre Abneigung dem anderen gegenüber nach außen tragen, gehen sie auf gewisse Art offener und zutraulicher miteinander um. Raku durchschaut ihre Sorgen und kann das Mädel nicht mit ihren Problemen allein lassen. In der Hinsicht bahnt sich hier auf die eine oder andere Weise eine romantische Beziehung an. Ich würde allerdings nicht behaupten, dass Kosaki-Anhänger zu kurz kommen. Es gibt schon ab und zu ein paar entzückende Momente. Wenn Kosaki beispielsweise  nervös vor dem Ca­fé wartet und sich im Spiegelbild hübsch macht, ohne zu wissen, dass Raku längst dort angekommen ist. Bei solchen süßen Augenblicken kann man sich das Grinsen nicht verkneifen.

Naoshi Komi häuft immer wieder neue Hindernisse und Ärger für den Protagonisten an, die seine Situation noch komplizierter machen, als sie es ohnehin schon ist. Ich find es jedoch nicht so berauschend, wenn in jedem Band ein neuer Charakter eingeführt wird, um für Spannung zu sorgen. Mir persönlich ist das etwas zu einfallslos und hat einen negativen Beigeschmack. Ich hoffe der Harem ist damit nun vollständig. Viel mehr sollte die Komödie von den Interaktionen zwischen den Charaktern leben. Bisher haben sich die Neuankömmlinge nichtsdestotrotz gut in die Gruppe eingefügt und das neue Gesicht tickt zudem ganz anders als die anderen Mädchen.

Mangaka Naoshi Komi legt erneut eine Schippe drauf. Während die Suche nach der ersten Liebe immer komplizierter wird, muss sich Raku mit neuem Ärger herumschlagen, der ihm das Leben schwer macht. Zwar wirken manche Fäden an den Haaren herbeigezogen, aber dafür macht die temporeiche und witzige Entwicklung den Spaß an der Serie aus. Zudem wissen die Charaktere, mit den leichtherzigen und süßen Momenten, den Leser einzunehmen. Wird Raku jemals das Durcheinander entwirren können, um auf die einzig wahre Liebe zu treffen?

Wir bedanken uns herzlich bei Kazé für das Rezensionsexemplar zu Nisekoi, Band 4.

Details

Titel: Nisekoi, Band 4
Originaltitel: ニセコイ 4
Mangaka: Naoshi Komi
Erscheinungsjahr: 2012 (JP) 2014 (DE)
Verlag: Shueisha (JP) Kazé Manga (DE)
Genre: Comedy, Romantik
Altersempfehlung: 12+ Jahren
Preis: 6,95 €
Bestellen: [amazon text=Amazon&chan=animey&asin=
2889212343]

© 2011 Naoshi Komi/SHUEISHA Inc. © 2014 VIZ Media Switzerland SA

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