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»Nisekoi« Band 6 – Manga-Test

Man nehme Shakespears weltberühmtes Drama Romeo und Julia, ersetze die Adelstitel mit zwei Gruppierungen von organisierten Verbrechern, streiche die echten Emotionen, gebe noch eine gehörige Portion Humor hinzu und was erhalten wir? Ganz genau: Naoshi Komis Liebeskomödie. Im sechsten Band von Nisekoi, den Kazé Anfang April in den Handel stellte, soll besagtes Stück aufgeführt werden. Doch bevor der Vorhang fällt, braut sich ein Sturm zusammen …

Der Sommer ist nicht ohne Spuren vorbeigegangen. Als die Gruppe zusammen aufs Meer gefahren ist, wird Chitoge sich ihrer Gefühle bewusst. Es fällt dem Mädchen sichtlich schwer, weiterhin das Liebespaar vorzutäuschen, denn in Rakus Gegenwart hört ihr Herz nicht mehr auf zu pochen. Bei all dem vorgespielten Beziehungstheater hat die Blondine sich wirklich in den Jungen verguckt. Doch statt die Anzeichen zu erkennen, trampelt der Yakuza-Bengel auf ihren Gefühlen herum. Ein Streit bricht vom Zaun, bei dem einige harsche Worte fallen. Nicht unüblich für die beiden Streithähne, doch diese Auseinandersetzung ist nicht wie sonst bei der nächsten Begegnung vergessen. Zu dieser Zeit plant die Klasse für das anstehende Schulfest ein Theater auf die Beine zu stellen und das Stück, das gespielt werden soll, ist ausgerechnet »Romeo und Julia«.

© 2011 Naoshi Komi/SHUEISHA Inc.

Heiße Kandidaten für die Besetzung der Hauptrollen sind natürlich Raku und Chitoge, schließlich dürfte das Klassenpärchen die Emotionen mit Leichtigkeit auf die Bühne zaubern. Doch immer noch von den letzten Ereignissen angefressen lehnt Chitoge die Rolle ab. Das Los soll die Rolle der Julia bestimmen und so übernimmt Kosaki den Part der Julia. Welch eine Ironie des Schicksals! Zwar ist es nur für ein Theaterstück aber Raku, der Glückspilz, darf nun ein Liebespaar mit Kosaki spielen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Dabei kann sich Raku nicht ganz auf die Proben konzentrieren. Zwar hatte der Oberschüler, wenn es um seinen Schwarm geht, schon immer ein dünnes Nervenkostüm, jedoch knabbert dieses Mal etwas anderes an ihm. Wieso verhält sich Chitoge in letzter Zeit so abweisend ihm gegenüber? Wochenlang haben die beiden kein Wort miteinander gewechselt. Und nun wird die Lage etwas brenzlich, wenn die Untergebenen davon erst mal Spitz kriegen. Doch am großen Tag der Aufführung läuft gar nichts wie geplant …

Im sechsten Band herrscht dicke Luft zwischen unseren Protagonisten. Auch wenn in der Schein-Romanze die Gefühle ständig kochen, schlägt diese Ausgabe auffallend ernste Töne an. Das stellt in der Serie tatsächlich ein Novum dar. In der Beziehung zwischen Raku und Chitoge schien alles gut zu laufen und obwohl die Blondine einen ersten Schritt machen wollte, befinden wir uns schlagartig auf dem Tiefpunkt. Da zeigt sich wieder eine von Rakus schlechten Facetten. Der Yakuza-Sprössling ist einfach unsensibel und blind für die Gefühle der Mädchen. Statt die Situation richtig zu deuten, wiegelt er Chitoges Annäherungsversuch mit den üblichen Zankereien ab. Dieses Mal haben seine Worte ungewollt ihre Gefühle verletzt. Anstatt das Chitoge ausrastet, nimmt sie es schweigend hin und distanziert sich von ihm. Aber bedauerlicherweise erkennt der Oberschüler nicht mal was er vermasselt hat sondern einzig, das Chitoge wie ausgewechselt wirkt. Dieses Wi­schi­wa­schi-Gehabe ist mir ein Dorn im Auge, insbesondere weil es in dem Genre viel zu häufig auftritt. Solche Konflikte könnten vermieden werden, würde der Protagonist offen das Problem ansprechen. Zumindest sind solche Spannungen – gerade wo die Beziehung droht zu zerbrechen – in der leichtherzigen Komödie ungewohnt und zeigen andere Seiten der Charaktere. Irgendwo bin ich froh, dass der Konflikt nicht so in die Länge gezogen wurde, gleichzeitig ist es schade, dass nicht noch mehr daraus geschöpft wurde. Im Gegenzug bekommen wir eine ziemlich witzig aufgezogene Aufführung und ein herzliches Finale dargeboten.

© 2011 Naoshi Komi/SHUEISHA Inc.

An anderer Stelle werden Missverständnisse ganz nebensächlich aus der Welt geschafft, welche sich über mehrere Bände gezogen haben. Solche Widrigkeiten stehen der Entwicklung der Romanze im Weg und so verweilen wir im Status quo. Hin und wieder gibt der Autor dann freie Bahn für eine bestimmte Konstellation, um auch jeden Fan abzuholen. Aber man kann sich schon denken, dass das nächste Hindernis um die nächste Ecke wartet. Neben der auf der Stelle trappelnden Romanze gibt es kleine süße Momente, in denen man sich das Schmunzeln nicht verkneifen kann. Wie zum Beispiel Kosaki, die darauf besteht ihre Rolle zu behalten, als Marika ihr diese abluchsen will. Oder als der Rotschopf in den Proben dazwischen funkt, um Raku aus dem Stegreif ein Liebesgeständnis zu entlocken. Neben der Theateraufführung gibt es zwei weitere Kapitel, die das Geschehen zudem auflockern. In dem einen muss Raku für die Ziffernkombination an einem Koffer, die Maße der Gangstertochter in Erfahrung bringen. Ein wagemutiges Vorhaben mit der gewohnt überspannten Art von Nisekoi.

Im sechsten Band von Nisekoi ist die Stimmung erstmals ernster und die Gefühle sind nicht nur einfacher Zündstoff für einen Gag. Die Spannungen zwischen Chitoge und Raku gaben den Charakteren etwas mehr Farbe, trotzdem bewegt sich die Romanze eher schleppend. Wirklich Entwicklung kann man einzig in Chitoges Einstellung zu ihren Gefühlen festmachen. Zwar hält Naoshi Komi den Leser wie gehabt hin, aber es werden auch frische Häppchen auf den Grill geworfen. So könnt ihr eurem Lieblingspaar die Daumen drücken und euch nach wie vor an dem witzigen und schwungvollen Zusammenspiel der Charaktere erfreuen.

Wir bedanken uns herzlich bei Kazé für das Rezensionsexemplar zu Nisekoi, Band 6.

Details

Titel: Nisekoi, Band 6
Originaltitel: ニセコイ 6
Mangaka: Naoshi Komi
Erscheinungsjahr: 2013 (JP) 2015 (DE)
Verlag: Shueisha (JP) Kazé Manga (DE)
Genre: Comedy, Romantik
Altersempfehlung: 12+ Jahren
Preis: 6,95 €

© 2011 Naoshi Komi/SHUEISHA Inc. © 2015 VIZ Media Switzerland SA

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