Hoozuki-no-ReitetsuSeit 9. Januar flimmert die Anime-Adaption zu Natsumi Eguchis Hozuki no Reitetsu-Manga über die japanischen Bildschirme. Unter der Regie von Hiro Kaburaki produzierte WIT Studio (Attack on Titan) die zwölf Episoden umfassende Serie, welche voraussichtlich am 28. März ein Ende findet. Natsumi Eguchis Seinen-Werk dagegen ist mit seinen bisher 13 Bänden noch nicht abgeschlossen. Was euch in dieser schwarzen Komödie erwartet, dem versuchen wir anhand des ersten japanischen Volumes auf dem Grund zu gehen.

In Japan ist König Enma der Herrscher über die Hölle, welche sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit bösartigen und gewalttätigen Seelen gefüllt hat. In ihren sehr vielen Bezirken gibt es allerhand zu regeln. Die unangenehmen Aufgaben drückt König Enma dann gerne mal seinem treuen, gelassenen und sadistischen Diener Hozuki auf, der natürlich weniger begeistert darüber ist – ob es nun eine Auseinandersetzung mit dem japanischen Volkshelden Momotaro ist oder dem Geist Sadako. Neben der Bewältigung von Problematiken in der Hölle geht Hozuki ebenso seinen Hobbys nach – er entpuppt sich als Tierliebhaber.

Wer bei dem Wort »auseinandersetzen« gleich an Kampf denkt, der ist bei Natsumi Eguchis Hozuki no Reitetsu an der falschen Adresse. Gewalt in dem Sinne findet man in dem Manga nicht vor. Die Handlung spielt in einer japanisch mythologischen Welt der Hölle, so nutzt Eguchi-sensei auch dementsprechend Begriffe, die damit verbunden sind (beispielsweise bezeichnet »Enma« den König der Dämonen). Auch wird man auf so manch eine bekannte fiktive oder historische Figur stoßen. Neben Momotaro, dem Helden aus einer japanischen Volksgeschichte, beispielsweise auch auf Sadako bekannt aus The Ring. Die Problematiken werden episodisch (binnen einem Kapitel) auf eine konventionelle Art und Weise gespickt mit schwarzem Humor gelöst. In den Konversationen der Protagonisten wiederum spiegeln sich aktuelle Themen aus der heutigen Zeit Japans wieder. Der Leser wird nicht gerade selten Anspielungen auf beispielsweise bekannte TV-Shows oder Schauspieler entdecken.

Natsumi Eguchis Hozuki no Reitetsu läuft seit 2011 in Kodanshas Morning-Magazin. Der Verlag publizierte im Februar 2014 den 13. Band, womit die Serie noch nicht abgeschlossen ist. Aktuell ist der Seinen-Manga bei den japanischen Lesern sehr gefragt. Auch wurde Hozuki no Reitetsu im Jahr 2012 für den Taisho Manga Award nominierte.

Natsumi Eguchis Hozuki no Reitetsu ist eine Slice-of-Life-Erzählung, die Aspekte aus der japanischen Mythologie und Geschichte mit denen der heutigen Zeit verknüpft, dies wiederum auf eine Art von Humor, den sicherlich nicht jeder versteht. Der Leser wird mit vielen Begriffen konfrontiert, wer nicht ein bisschen japanisches Vorwissen mitbringt, mag ein wenig aufgeschmissen sein. Hozuki no Reitetsu ist daher anspruchsvollen Leser zu empfehlen.

© 2011 Natsumi Eguchi / Kodansha Ltd.

Gina
ich bin eine ziemlich durchgeknallt aber ruhige Manga-Leserin der 30+ Generation :3