One Piece – 10 Charaktere, die ihren eigenen Spin-off verdienen

Wir präsentieren euch zehn (und eigentlich mehr) One Piece-Charaktere, die genug Potential für einen eigenen Spin-off-Manga vorweisen.

Spoilergefahr! Im Laufe des Artikels finden Details aus neueren One Piece-Kapiteln Erwähnung.

Eiichiro Odas seit 1997 laufender Shonen-Hit One Piece zählt bereits über 80 Bände. Fans wissen, dass in den mehr als 830 Kapiteln des Piraten-Manga schon eine gigantische Anzahl an Charakteren aufgetaucht ist. Antagonisten, Verbündete, interessante Nebenfiguren, Gesichter, die immer mal wieder auftauchen – dem Leser wird eine unglaubliche Palette an Charakter-Designs dargeboten, welche die Welt von One Piece erst so ansprechend dynamisch und vielschichtig macht.

Bestimmt hat jeder One Piece-Fan den einen oder anderen interessanten Charakter im Auge, von dem er gerne mehr sehen und erfahren würde. Nur kann Eiichiro Oda leider nicht jede Figur im Manga wie einen Protagonisten behandeln, sodass diese oder jene Person im Laufe der Geschichte subjektiv betrachtet auf der Strecke bleiben wird.

Darum haben sich Gina und ich zusammengesetzt und eine Liste mit zehn Charakteren erstellt, die einen eigenen One Piece-Spin-off verdienen. Die angegebene Aufzählung spiegelt kein Ranking wider, sondern ist als reine Nummerierung zu verstehen. Auch sind es nicht genau zehn Charaktere, teilweise sind zwei oder mehrere Figuren von uns zu einer Spin-off-Einheit zusammengefasst.

Prinzessin Vivi

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ONE PIECE © 2002 by Eiichiro Oda/ SHUEISHA Inc.

Wie erging es dem Wüstenkönigreich Alabasta nach dem Sieg über Sir Crocodile und seine Baroque-Firma?

Vivi lernt man in One Piece Band 12 unter dem Decknamen Miss Wednesday als Mitglied der Baroque-Firma kennen und kurz darauf in ihrer wahren Identität als spionierende Prinzessin von Alabasta lieben. Sie wird temporäres Mitglied der Strohhut-Bande. Zusammen mit Ruffy, Zorro, Sanji, Lysop und Nami bereist sie die Inseln Little Garden und das später neu getaufte Winterkönigreich Sakura – wo Chopper dazustößt -, bevor es in ihrer Heimat Alabasta zum großen Showdown mit der Baroque-Firma kommt. Danach heißt es in Band 23 zum Wohle ihres Landes vom Piratenleben Abschied nehmen.

Wie es Vivi daraufhin und speziell in den zwei Jahren Zeitsprung erging, ist in One Piece (noch) nicht näher erläutert worden. Kapitelcover und der neueste Handlungsbogen zeigen die Prinzessin – im Gegensatz zu ihrem kränkelnden Vater König Kobra – wohlauf und immer noch voll Sehnsucht nach der See.

Diese zeitliche Lücke würde sich perfekt für einen kleinen Spin-off-Manga eignen, wo Alabasta und speziell Vivi beim Wiederaufbau sowie der Rückerlangung des inneren Friedens und des Volksvertrauens ins Königshaus begleitet werden. Auch wenn mittlerweile bekannt ist, dass Vivi in all der Zeit nicht auf See war, dürfte die Prinzessin dennoch ihre kleinen Flausen behalten haben,  mit Träumen von Freiheit und einem Leben als Piratin. Wie sich solche Wünsche wohl indirekt auf den Alltag einer Prinzessin ausüben, während im Hintergrund ein besorgter Vater und ein noch viel besorgterer Diener Igaram um ihr Wohlergehen bedacht sind?

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ONE PIECE © 2001 by Eiichiro Oda/ SHUEISHA Inc.

Mit der Erkrankung des Königs im Laufe der Zeit fallen wahrscheinlich auch immer mehr Verpflichtungen in Vivis Aufgabenbereich als Erbin des Thrones, den sie eines Tages besteigen soll. Wer dazu wohl eines Tages der passende König sein wird? Bis jetzt scheint es zumindest keine offiziellen Anwärter zu geben. Auch wenn Kobra und Igaram bereits ein paar potentielle Bräutigame selektiert haben.

Man darf auch die anderen Alabasta-Charaktere nicht vergessen. Unter anderem wird irgendwann auf dieser Zeitachse Vivis Kindheitsfreund und ehemaliger Rebellenführer Corsa zum Umweltminister ernannt (Cover von Kapitel 638). Wie erging es den anderen Mitgliedern der Wüsten-Kids oder dem Jungen Kappa, der einst unbedingt der Rebellenarmee beitreten wollte?

Fans mögen sich auch noch an die Wüstenstadt Yuba erinnern, in welcher Corsas Vater Toto als einziger Bewohner nach Wasser buddelte, während Sir Crocodiles Sandstürme alle anderen Menschen vertrieben hatten. Später entwickelt sich daraus doch noch eine blühende Handelsstadt. Eine Veränderung, die man auch gut im Spin-off einbauen könnte. Mal ganz abgesehen von Totos jüngeren Bruder Goro, der auf einer nah gelegenen Insel eine heiße Quelle mit Skypia-Priester Gedatsu betreibt, die laut Cover-Story zum Himmelsbewohner (Kapitel 314 bis 348) bereits von prominenten Gesichtern aus Alabasta besucht wurde.

Ihr seht, Vivi und die Bewohner von Alabasta hätten genug Material für einen eigenen Begleitmanga zu One Piece zu bieten.

Corby & Helmeppo

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ONE PIECE © 2007 by Eiichiro Oda/ SHUEISHA Inc.

Das Leben eines Marinesoldaten aus Sicht eines einfachen, aber ambitionierten Burschen.

Jeder, der nur den ersten Band von One Piece gelesen hat, kennt Corby und Helmeppo – wenn man sie nicht schon wieder vergessen hat. So oft tauchen die beiden nämlich im Manga leider nicht auf. Dabei wäre ihre Sicht der Dinge eine spannende Bereicherung für die Handlung.

Corby erscheint erstmals in Kapitel 2. Zu dem Zeitpunkt ist er schon seit zwei Jahren in den Fängen der Piratin Alvida (welche für sich allein betrachtet auch ein gar nicht so uninteressanter Charakter ist). Ruffy kann Corby jedoch aus dieser misslichen Lage befreien. Obwohl im Verhalten so gegensätzlich – Ruffy zuversichtlich und kampfbereit, Corby verängstigt und schwach – tun sich überraschende Parallelen auf. Während der Strohhut König der Piraten werden möchte, träumt Corby von einer Karriere bei der Marine.

One Piece-Fans erinnern sich, wie es kurz darauf läuft. Die beiden legen sich in der nächsten Marinebasis mit dem befehlshabenden und tyrannischen Kapitän „Morgan mit dem Beilarm“ an, um den gefangenen Zorro zu befreien. Dabei wird auch der verwöhnte Sohn von Morgan, Helmeppo, vorgestellt. Es kommt, wie es kommen muss: Kapitän Morgan wird von Ruffy besiegt und Corby – sowie auch Helmeppo – werden Kadetten bei der Marine. Danach wird es recht still um die beiden. In einer Cover-Story (Kapitel 83 bis 119) erzählt Eiichiro Oda jedoch, wie es den beiden ergeht und was für einen erstaunlichen Karrieresprung sie machen, als Vizeadmiral Garp die beiden unter seine Fittiche und damit mit ins Marine-Hauptquartier nimmt.

Ich sehe Corby gerne als Marine-Pendant zu Ruffy, der sich schließlich auch erst als kleines Licht in der Piratenwelt ziemlich bald einen Namen macht. Auch wenn Corbys Kampfstärke bei weitem nicht an Ruffy heranreicht. Andererseits legt die kleine rosahaarige Brillenschlange eine dennoch unglaubliche Entwicklung hin, wenn man Corbys Auftritte in Band 1, 45 und speziell in Band 59 vergleicht, als er sich in Kapitel 579 geradezu selbstmörderisch Akainu in den Weg stellt.

Helmeppos Werdegang mag da zwar beschaulicher wirken, aber auch der einstige verwöhnte Schnösel verändert sich und legt eine 180-Grad-Wendung hin.

One Piece
One Piece / © Kazé

Es wäre interessant, die Story von One Piece teilweise aus der Sicht von Corby und Helmeppo zu sehen, die bei der Marine ganz klein anfangen und langsam vorankommen. Dabei dürften sie neben Garp und dessen Bekannten Bogart, welche die beiden Neumatrosen trainieren, andere hochrangige Offiziere in der Marine begegnen. Dem Leser könnte dadurch das Alltagsleben eines Marine-Mitglieds zuteilwerden: die Aufgaben und Stimmung im Hauptquartier, das Training, aber auch Reisen auf See und Aufeinandertreffen mit Piraten. Das alles, während Corby und Helmeppo ihre Träume hegen und Ziele verfolgen. Schließlich gibt es da etwa noch den geflüchteten Kapitän Morgan aus dem ersten Band, dessen Gefangennahme sich sein Sohn Helmeppo – beziehungsweise nach Animeversion ebenfalls Corby – zur Aufgabe gemacht hat.

In einem Spin-off zu Corby und Helmeppo könnten so viele kleine Details näher erläutert werden. Wie kam es zur Narbe auf Corbys Stirn? Warum hat sich Helmeppo für so ein kurioses Paar von Waffen (zwei Kukri-Schwerter) entschieden? Oder diese komische Brille? Wie kam es zu den einzelnen Rangbeförderungen?

Ace

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ONE PIECE © 2001 by Eiichiro Oda/ SHUEISHA Inc.

Was für Abenteuer erlebte Ace als Pirat auf See?

Kapitel 574 in Band 59 werden One Piece-Fans, speziell jene, die Ruffys Bruder Portgas D. Ace mochten, niemals vergessen. Denn in diesem stirbt die Feuerfaust auf tragische Weise – und das, nachdem man im Marineford-Handelsbogen so viele neue Details vom Kommandanten der zweiten Division von Whitebeards Piratenbande erfahren hat. Dass er der Sohn Gol D. Rogers ist, bleibt am einfachsten im Gedächtnis hängen. Aber auch andere Einblicke erregen Aufmerksamkeit.

Ace stach drei Jahre vor Ruffy in See. Irgendwann in dieser Zeit aß er die Feuer-Frucht, sammelte eine Mannschaft um sich und wurde Kapitän der Spade-Piraten. Wer sind diese Menschen, wie sind sie Ace begegnet und haben ihn als Kapitän akzeptiert? Es müssen sehr loyale Kameraden gewesen sein, schließlich sind sie Ace zu Hilfe geeilt, als dieser von Whitebeard besiegt wurde. So weit im Manga verraten wird, bekamen die Spade-Piraten ziemlich ihren Hintern versohlt. Leider wurde nie Näheres zur Rettungsaktion gezeigt.

Noch bevor Ace einen Namen als Kommandant unter Whitebeard machte, hatte die Weltregierung ein Auge auf den Rookie geworfen und wollte ihn zu einem Shichibukai machen. Da fragt man sich doch, aufgrund welcher Ereignisse Ace so eine Aufmerksamkeit zuteilwird. Waren es wirklich seine Taten – eventuell riesige Kollateralschäden aufgrund seiner etwas unhandlichen Teufelsfrucht-Fähigkeit – oder war bereits damals bekannt, welches Blut durch seine Adern fließt?

In One Piece hat Ace von Kapitel 272 bis 305 seine eigene Cover-Story, die ihn auf der Jagd nach Blackbeard zeigt. Die Geschichte ist von Eiichiro Oda sehr humorvoll gestaltet. Ähnlich atmosphärisch könnte ein Spin-off zur Vergangenheit von Gol D. Rogers Sohn verlaufen. Wobei es für Ace sicherlich auch genug düstere Momente gab, wo er unter anderem gegen seine eigene Herkunft ankämpfen musste. Manche mögen sich an das Gespräch mit Garp in seiner Kindheit zurückerinnern, in dem Ace ihn fragte, ob es gut war, dass er geboren worden war. Ob Ace letztendlich darauf eine Antwort gefunden hat?

Whitebeard

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ONE PIECE © 2010 by Eiichiro Oda/ SHUEISHA Inc.

Edward Newgate hat sein persönliches One Piece in seiner Familie gefunden.

Edward Newgate, besser bekannt als Whitebeard, ist zu Beginn von One Piece eine lebende Legende, welche einst gegen Gol D. Roger kämpfte. Dabei gehört Whitebeard zu den wenigen Piraten, welche absolut kein Interesse daran hegen, das mysteriöse One Piece zu finden. Stattdessen verfolgte er seinen eigenen Traum, denn wie ein Rückblick zeigt, war es der größte Schatz für Whitebeard, eine Familie zu haben. Und diese erhielt er letztendlich auch mit der Whitebeard-Bande.

Whitebeard taucht erstmals in Band 25/Kapitel 234 auf. Aber das beste Bild vom stärksten Mann des großen Piratenzeitalters erhält man im Marineford-Handlungsbogen, in der großen Schlacht zwischen Whitebeards Verbündeten und der Marine. Trotz seines Alters weiß der Kapitän, der zu der Zeit zu den vier Kaisern zählt, mit der Kraft der Erdbeben-Frucht den Laden mächtig aufzurütteln. Es ist zudem ein riesiges Heer an Piraten, welche Whitebeard in den Kampf schickt, jedes Mitglied für ihn so wertvoll wie eine Tochter oder ein Sohn, nur um einen gefangenen Kameraden – Portgas D. Ace – vor der Hinrichtung zu bewahren. Die Mannschaft ist seine Familie – und kein Mitglied wird jemals zurückgelassen.

Die Marineford-Story mag kein gutes Ende für Whitebeard (und Ace) nehmen, aber der Leser lernt Respekt für diesen Mann. Er mag gigantische Kräfte in sich tragen, doch missbraucht Whitebeard weder seine innewohnende Stärke, noch seine Stellung als Kaiser oder hintergeht Familienmitglieder. Bei so einem hohen Moralstandard möchte man doch zu gerne wissen, wie so ein Mensch gelebt hat. Schließlich begann sicherlich auch Whitebeards Reise als einfacher Pirat. Woher kam jedoch dieser tief verwurzelte Wunsch nach einer Familie, der selbst alle Schätze dieser Welt in den Schatten stellte?

In einem Spin-off wäre genug Platz, um zu zeigen, wie die Whitebeard-Bande heranwuchs und wichtige Figuren dazustießen, speziell Kommandanten wie Marco, Jozu, Vista und der verstorbene Thatch. Aber auch Marshall D. Teachs/Blackbeards Eintritt dürfte von Interesse sein. Ob Whitebeard von Anfang an ein mulmiges Gefühl bei dem Mann hatte?

Whitebeard sammelte in der Vergangenheit nicht nur Mitglieder, schloss Allianzen und nahm Gebiete wie die Fischmenscheninsel unter seinen Schutz. Er machte sich auch Feinde und musste sich in Kämpfen bewähren. Obwohl Whitebeard viele Narben trägt, ist keine einzige auf seinem Rücken (zu sehen in Kapitel 576). Denn Whitebeard kehrte nie einem Gegner den Rücken zu.

Doch obwohl einer der mächtigsten Männer der Welt, wird auch Edward Newgate nicht vom Alter verschont. Es mag auf den ersten Blick ein regelrechter Widerspruch sein, seine Stärke zu sehen, aber ebenso im Kontrast all die Maschinen, an denen er zuweilen hing. Edward Newgate alias Whitebeard ist letztendlich dem Kampf in Marineford erlegen, doch er starb, um das zu beschützen, was ihm am wichtigsten war. Seine Geschichte endet nicht mit seinem Tod, sondern wird von seinen Töchtern und Söhnen hoffentlich weitergelebt.

Garp & Senghok (& Dadan)

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ONE PIECE © 2010 by Eiichiro Oda/ SHUEISHA Inc.

Zwei aufstrebende Marine-Offiziere zu Zeiten Gol D. Rogers und ihre Erlebnisse.

Vizeadmiral Garp “die Faust” sieht man erstmals auf dem Cover von Kapitel 92, damals noch mit Hundemaske und ohne seinen vollen Namen zu nennen. Im Nachhinein könnte man an seinem Verhalten die Verwandtschaft ablesen, aber so mussten Fans lange auf eine große Enthüllung warten. In Kapitel 431 verriet Eiichiro Oda schließlich, dass dieser Mann, Monkey D. Garp, der Großvater von Ruffy ist.

Aufgrund seiner Verdienste in der Vergangenheit wird Garp als Held der Marine gefeiert. Doch obwohl ihm mehrmals eine Beförderung zum Admiral angeboten wurde, lehnte er stets ab. Da stellt sich doch schnell die Frage nach dem Warum. Eventuell waren es die zusätzlichen Verpflichtungen, die den loyalen, aber freiheitsliebenden Mann davon abhielten, im Rang steigen zu wollen.

Anders entschied sich da der Marinesoldat Senghok, der bereits vor über 20 Jahren ein Admiral war und später zum Großadmiral ernannt wurde. Seinen Beinamen „der Buddha“ verdankt er seiner Teufelsfrucht. So aß Senghok die Mensch-Mensch-Frucht, Modell Daibutsu, mit welcher er sich in einen gigantischen, goldenen Buddha verwandelt. Da sage einer noch, Mensch-Mensch-Früchte wären schwach.

Wie genau das Verhältnis zwischen Garp und Senghok aussieht, wurde im Manga bisher nicht offiziell erklärt. Es scheint aber zumindest eine freundschaftliche Basis zu bestehen. Man kann auch nur darüber rätseln, wie stark die beiden Männer in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben. So kämpften sie einst zusammen gegen Shiki „den goldenen Löwen“ und nahmen ihn nach allerlei Kollateralschaden fest (aus Kapitel 0, enthalten in One Piece Blue Deep).

Es ist schwer abzuschätzen, was für eine Bedeutung Garp und Senghok in der noch folgenden One Piece-Story zukommen wird. Nach der Marineford-Schlacht sind beide von ihren Ämtern zurückgetreten und nur noch als Ausbilder bei der Marine tätig (auch wenn Garp seinen Titel als Vizeadmiral weiterhin trägt). Abgesehen von Senghoks kurzem Auftritt auf Dress Rosa möchte ich eher anzweifeln, dass die zwei Marine-Legenden noch stark aktiv in die Handlung eingreifen werden. Umso interessanter ist ein Blick in ihre Vergangenheit und eine chronologisch detaillierte Darstellung von dieser.

Das Informationsnetz zu Garps und Senghoks Leben in der Marine ist sehr dünn. Nur sehr rar gesät tauchen im Manga Auszüge daraus auf. Im Vordergrund steht da natürlich unter anderem die Jagd nach Gol D. Roger, den Garp mehrmals vergebens einengen konnte, bevor sich der Piratenkönig letztendlich selbst stellte. Aber über die Zeit muss sich trotz der rivalisierenden Piraten/Marine-Mentalitäten eine Vertrauensbasis zwischen den beiden gebildet haben. Andernfalls hätte Gol D. Roger seinem Gegner wohl niemals den Schutz seines ungeborenen Kindes Ace anvertraut.

Vor Jahrzehnten besiegte Garp aber auch den Piraten Don Chinjao mit einem Kopfgeld von über 500 Millionen Berry, jagte die Piratin Shakuyak und schloss Freundschaft mit Dadan, der Anführerin einer Bergräuber-Bande, die mehr Verbrechen als Sterne am Himmel verübt haben soll. Da wäre es doch nicht verkehrt, in einen Spin-off zu Garp gleich auch noch so nebenbei Dadans große Verbrecherjahre mit einfließen zu lassen.

Teleschnecken

Jeder kennt sie, niemand beachtet sie. Das soll sich ändern.

Im Nachhinein ist es eigentlich verwunderlich, dass Teleschnecken (im Original Den Den Mushi) erstmals in Kapitel 94 (Band 11) auftauchen. Dabei sind sie in der Welt von One Piece ein wichtiges Kommunikationsmittel. Auf den ersten – und auch zweiten – Blick mag es etwas verstörend wirken, dass Lebewesen als Telefone benutzt werden; sowie als Scanner, Drucker, Abhörgeräte, Lautsprecher und Ähnliches. Tierschutzorganisationen hätten sicherlich einiges zu tun, so wie Teleschnecken verkabelt, modifiziert und zum Transport in Koffer gesperrt oder in Form von öffentlichen Telefonzellen postiert werden.

Aber PETA gibt es nun mal in One Piece nicht. Außerdem heißt es, dass Teleschnecken gerne bei Menschen leben, da sie von diesen gefüttert werden. Tierliebhaber dürfen also aufatmen. Teleschnecken sind faszinierende Wesen, die sich mittels Telepathie untereinander verständigen können. Auf diese Fähigkeit aufbauend sind Telefongespräche in One Piece möglich, auch wenn diese ulkig aussehen mögen.

Ich würde gerne mehr zu diesen Wesen erfahren. Wer kam überhaupt auf die phänomenale Idee, diese für Telekommunikation zu nutzen? In welchen Ökosystemen sind die verschiedenen Teleschnecken beheimatet? Es wäre interessant zu erfahren, wie sie gefangen, „gezähmt“ und zum Telefon umfunktioniert werden. Wenn die Tiere das Pendant zu unseren Handys und Festnetzen darstellen, gibt es wahrscheinlich auch Shops in One Piece, wo verschiedene Modelle präsentiert werden, stets dem neuesten Schrei nachjagend.

Manche Teleschnecken sehen sogar ihren Besitzern ähnlich. Ob das so wie bei Hundebesitzern in unserer Welt ist? Da trifft man ja auch manchmal auf Paarungen, wo zwischen Tier und Herrchen/Frauchen überraschend viele Ähnlichkeiten auftreten.

Eines meiner liebsten Kapitelcover findet man bei Kapitel 587. Es zeigt Monkey D. Dragon und Ivankov, wie sie Teleschnecken gießen. Die kleinen Schleimer sind von dem Wasserschauer sichtlich erfreut. Da kommt doch unweigerlich die Frage nach der tiergerechten Pflege auf. Außerdem brauchen selbst Teleschnecken sicherlich Bewegung und Schlaf. Mal abgesehen davon, dass sie irgendwo ihren Darm entleeren müssen – und das sicherlich nicht auf dem Schreibtisch eines Marinesoldaten oder anderen ungeeigneten Örtlichkeiten.

Da Schnecken zwar langsam sind, aber sich dennoch fortbewegen, könnte ich mir auch allerlei Malheurs vorstellen, wo eine Teleschnecke nicht mehr auffindbar ist. Sei es, weil sie an der Decke, unter dem Schreibtisch oder an der Außenwand klebt – oder vielleicht hat sie gar die Flucht ergriffen, weil der Besitzer furchteinflößend ist. Es heißt zwar, Teleschnecken leben gerne beim Menschen, aber in der Obhut von Kerlen wie Blackbeard, Kaido oder Akainu möchte ich mich als arme, kleine Schnecke nicht gerne befinden.

Gol D. Roger

one piece Volume 25
© 2015 Eiichiro Oda/SHUEISHA Inc.

Mit der Hinrichtung dieser Figur begann ein neues Piratenzeitalter, in dem der Protagonist aus Eiichiro Odas One Piece aufwächst.

Oda verriet darin bereits kleinere Details zu Gol D. Rogers frühere Abenteuer bis hin zu der Geschichte um seine Hinrichtung und der Existenz seines Sohnes Portgas D. Ace. Allerdings stellt Gol D. Roger natürlich eine gute Figur für einen Spin-off dar, der sozusagen als Vorgeschichte dient. Quasi die Story über Rogers Weg zum “König der Piraten” bis hin zu seiner Romanze mit Ace’ Mutter und Hinrichtung.

Zu Gol D. Roger Crews zählten damals Shanks und Buggy. Deren Anfänge sind bisher nicht durchleuchtet. Von daher würde eine Vorgeschichte sicherlich Potenzial bieten, auch auf diese beiden Figuren näher einzugehen, deren (relativ kurzes) Zusammenspiel bereits im One Piece-Manga amüsant ablief.

Trafalgar D. Water Law

one piece Volume 78
© 2015 Eiichiro Oda/SHUEISHA Inc.

Law gehörte in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Figuren im One Piece-Manga. Dennoch gibt es eine Zeitspanne, bei der sich ein Spin-off durchaus lohnen könnte.

Gemeint ist jene nach dem Tod Rosinantes bis hin zu Laws Ernennung als Shichibukai. Das schließt die Geschichte des jungen Laws ein, in der er seine neu gewonnenen Mächte durch die Ope Ope no Mi verfeinerte und letztendlich seine Piraten-Bande zusammenstellte bzw. Crew kennenlernte.

In dem Zusammenhang könnte eventuell ebenso Bepo mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden – insbesondere warum er das Mink-Volk verlassen hat.

Brook

one piece Volume 46
© 2015 Eiichiro Oda/SHUEISHA Inc.

Wer denkt über das Mitglied der Strohhut-Bande sei alles erzählt, der irrt sich.

Im Grunde kennt man bisher Brooks Vorgeschichte als erwachsener Pirat bis hin zu dem, was er jetzt ist. Warum es ihn jedoch auf die See zog, wie er Teil der Rumba-Piratenbande wurde und was Brook mit dieser erlebt hat, das ist bisher unerzählt, bietet demzufolge durchaus Potenzial für eine Nebengeschichte.

Revolutionäre

one piece Volume 56
© 2009 Eiichiro Oda/SHUEISHA Inc.

Die Gruppierung der Revolutionäre bietet eine bunte Mischung aus teils skurrilen und charmanten Figuren.

Ob Monkey D. Dragon, Hack oder Ivankov und dessen Gefährte Inazuma – sie alle haben genug Material für eine Spin-off-Geschichte.

Ich bin mir sicher, das Eiichiro Oda irgendwann im One Piece-Manga auf die Story von Dragon eingehen wird, da er nun mal der rätselhafte Vater des Protagonisten ist. Fragt sich natürlich in welchem Maße. Es wäre durchaus interessant zu erfahren, mit welchen Intentionen Dragon Teil der Revolutionäre wurde, was er als Mitglied dieser in der Welt von One Piece bewegen konnte und welche Verbindung bzw. Beziehungen zu anderen Charakteren im One Piece-Universum bestehen – evtl. auch unabhängig von den Revolutionären. Und gerade im Bezug auf Figuren wie Ivankov oder Hack habe ich das Gefühl, dass im Original-Manga kein Platz sein wird, deren Story um Monkey D. Dragon zu erzählen.

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