One Piece – Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel – DVDonTest

Im Oktober 2011 veröffentlichte Kazé den sechsten One Piece-Kinofilm aus dem Hause Toei Animation: One Piece – Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel. Die Strohhut-Bande muss dieses Mal Abenteuer auf der Omatsuri-Insel bestehen. Der Film kommt mit einer verbesserten Bild- und Tonqualität daher. Dennoch mag die Handlung für manch einen keine Abwechslung bieten.

Omatsuri Island verspricht Erholung pur und so beschließt die Strohhut-Bande, sich diese zu gönnen. Dort angekommen werden sie enttäuscht: Anstatt Leckereien, hübschen Damen und Wellness lässt sie Baron Omatsuri höllische Prüfungen absolvieren, die zunächst wie ein Kinderspiel aussehen. Während alle anderen damit beschäftigt sind, versuchen Chopper und Robin mehr über die Insel in Erfahrung zu bringen und machen dabei ein paar rätselhafte Entdeckungen.

Vom Abenteuer abgelenkt bemerkt Ruffy nicht, was gerade mit seinen Freunden passiert. Denn Baron Omatsuri hat es darauf abgesehen, die Freundschaft der Strohhut-Bande mittels einer besonderen Pflanze zu zerstören. Da frage man sich, was seine Beweggründe hierfür sind und ob Ruffy Omatsuris Pläne durchkreuzen kann.

Die Geschichte von One Piece – Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel kommt nur langsam ins Rollen und bietet keinen besonderen Plot – ein Feind, der seine schlimmen Erfahrungen an andere weitergeben möchte ist für Shonen-Serien nichts Außergewöhnliches. Die ersten 30 Minuten des Movies unterscheiden sich kaum von normalen Filler-Episoden und bieten den One Piece-typischen Humor. Auch dürfen sich die Zuschauer auf jede Menge Fanservice freuen – beispielsweise Sanjis Kochduell oder Nami, die ihre weiblichen Reize präsentiert. Toei Animation schenkte dem sechsten Movie allerdings auch einen kleinen nostalgischen Faktor: So findet eine fast dialoglose aber musikalisch begleitete Verfolgungsjagd zwischen Ruffy und einem Piraten statt, die an alte Stummfilme erinnert.

Spannung entsteht in der Erzählung erst, nachdem der Ernst der Lage erkannt wird. An diesem Punkt baut die Story an Dramatik auf, da unser Strohhut seine Freunde für immer verlieren könnte. Das große Highlight im Film ist eindeutig der Kampf zwischen Omatsuri und Ruffy, wobei darin die Kräfte unseres Helden zu überdimensional dargestellt werden – sein gesamter Körper wird von vielen spitzen Pfeilen durchbohrt und er kann immer noch aufrecht stehen. Weniger spektakulär ist ebenfalls die Tatsache, dass sich Nebenfiguren als neu gewonnene Freunde entpuppen und letztendlich zu kleinen Helden werden – ein Szenario, das in One Piece häufig auftritt.

Mit dem neuen Charakter-Design müssen sich One Piece-Fans sicherlich ein wenig vertraut machen. Hier passieren ab und zu kuriose Darstellungen: So bekommt man beispielsweise während Zorros letzter Kampfszene das Gefühl als hätte man ihm Locken verpasst und Choppers große Gestalt scheint in manchen Szenen so dick wie ein Fass zu sein. Auch die Animation ist an einigen Stellen nicht immer optimal. So wirken die schlicht gezeichneten Charaktere auf den detailreichen Hintergründen wie draufgesetzt. Dennoch kann man im Großen und Ganzen sagen, dass sich die Animation stark verbessert hat. Positiv anzumerken sind ebenso die schön und vor allem fantasievoll dargestellten Kulissen auf der Omatsuri-Insel.

Disc

Toei Animations One Piece: Omatsuri Danshaku to Himitsu no Shima debütierte im Jahr 2005 unter der Regie von Mamoru Hosoda in den japanischen Kinos. Hierzulande veröffentlichte Kazé den 92-minütigen sechsten One Piece-Film unter dem deutschen Originaltitel One Piece – Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel im Oktober 2011 auf DVD. Auf dieser könnt ihr zwischen den Tonformaten Dolby Digital 2.0 und 5.1 wählen. Die Animation überzeugt auf dem 16:9 Bildverhältnis mit scharfen Bildern und kräftigen Farben. Der Zuschauer kann zwischen der japanischen oder der deutschen Tonspur mit den bereits bekannten Sprechern aus der One Piece-TV-Serie wählen. Entscheidet ihr euch für die Erstere, dann stehen deutsche Untertitel zur Verfügung. Letztes ist allerdings auch empfehlenswert, da die Stimmenbesetzung passend gewählt ist.

Bonus

Neben der üblichen Trailer-Auswahl aus dem Sortiment von Anime Virtual könnt ihr euch auf ein Poster freuen, auf dem das DVD-Cover abgebildet ist.

Verpackung

Die DVD befindet sich in einer schmalen Hülle aus Pappe, die in einem Schuber aus demselben Material liegt. Darin ebenso enthalten ist eine Hülse aus Pappe in DVD-Größe. Alle drei genannten Verpackungen ziert dasselbe Cover. Auf der Rückseite des Schubers findet man die Zusammenfassung der Handlung und sämtliche technische Details. Die Disc selbst wurde ebenso mit dem Hüllen-Cover bedruckt.

Toei Animations One Piece – Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel bietet eine humorvolle, dramatische und actiongeladene Geschichte, die allerdings keine Besonderheiten aufweist, sondern vielmehr einer gewöhnlichen Filler-Story gleicht. Die Erzählung gewinnt erst spät an Spannung – nämlich dann, wenn Baron Omatsuris wahre Absichten allmählich zum Vorschein kommen. Die Animation ist im Vergleich zum vorherigen Film deutlich besser, wenn auch mit kleinen Mängeln. Das neue Charakter-Design ist etwas Gewöhnungssache. One Piece-Fans werden in dem Movie dennoch nichts vermissen und auch für Action-Liebhaber, die weder die Anime- noch die Manga-Serie verfolgen, könnte der Mix aus Comedy, Abenteuer und Kampf zur großen Unterhaltung werden.

Freundlicherweise wurde uns ein Rezensionsexemplar zu One Piece – Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel von Kazé zur Verfügung gestellt.

© Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation
© “2005 ONE PIECE” production committee
published by VIZ Media Switzerland SA (German Edition)