One Piece – Box 1 – DVDonTest

Nachdem Kazé sich bereits die Rechte an den zehn One Piece-Kinofilmen sicherte und diese inzwischen alle hierzulande veröffentlicht hat, erschien im Mai 2012 die erste Box zur One Piece-TV-Serie. Zu einem Preis von 55,99 € erhaltet ihr die ersten 30 Episoden der deutschen Anime-Fassung. Was euch darin erwartet, erfahrt ihr in den nächsten Abschnitten.

Monkey D. Ruffy hat den Traum, irgendwann Piratenkönig zu werden und das »One Piece« – einen Schatz, den der legendäre Gold Roger versteckt haben soll – zu finden. Seine einzigartige Fähigkeit könnte ihn dabei zum Vorteil werden. Denn durch die Gum-Gum-Teufelsfrucht ist er zum Gummimenschen geworden. Sein erstes Abenteuer beginnt auf einem Schiff, dass von Alvidas Piratenbande geentert wird. Dort springt der freche Junge plötzlich aus einem Fass, welches die Schiffsmannschaft vor dem Angriff der Piraten aus dem Wasser geholt hat. Er legt sich prompt mit der dicken Alvida und ihren Gefährten an, befreit so nebenbei den ängstlichen Corby, mit dem er sich im Nachhinein auf dem Weg zu Shellstowns Marinebasis macht. Denn was braucht ein zukünftiger Piratenkönig? Er benötigt natürlich eine eigene Crew. Da kommt es Ruffy ganz gelegen, dass Alvida den Namen des berüchtigten Schwertkämpfers Lorenor Zorro erwähnt, der sich in den Händen der Marine befinden soll.

Dort angekommen wartet auch schon der nächste Gegner auf den leichtfertigen Ruffy: Käptain Morgan, das Oberhaupt der Marinebasis in Shellstown. Dieser tyrannisiert die gesamte Stadt. Sein Sohn Helmeppo ist ein regelrechter Waschlappen, nutzt allerdings die Position seines Vaters aus, um sich Vorteile zu verschaffen. So gelang es diesem, mit Zorro einen Deal abzuschließen: Wenn er es schafft, einen Monat ohne Essen auszukommen, dann bleiben eine Frau und ein Kind – beide nahm der Schwertkämpfer in Schutz – am Leben. An diese Abmachung möchte sich Helmeppo allerdings nicht halten. Für Ruffy ist es schon längst beschlossene Sache, dass er Zorro mit in sein Team holt. Doch zunächst muss es ihm gelingen, ihn aus den Fängen der Marine zu befreien.

Während Ruffy mit seinen Abenteuern beschäftigt ist, nutzt ein junges Mädchen die Unruhe aus, um an Morgans Safe heranzukommen. Doch die gesuchte Landkarte der Grandline ist nicht mehr da, stattdessen hat der berüchtigte Käptain Buggy sein Markenzeichen hinterlassen. Doch der Diebin Nami gelingt es, sie zu klauen und gerät dabei in Schwierigkeiten. Ihr Retter in der Not ist Ruffy und prompt beginnt sein nächstes Abenteuer gegen die Buggy-Piratenbande. Dies wird keine leichte Sache, denn Buggy hat einst ebenfalls eine Teufelsfrucht zu sich genommen und ist mit besonderen Kräften ausgestattet.

Mit One Piece Box 1 bekommt ihr die ersten 30 Episoden von über 570 in Japan ausgestrahlten Folgen der populären Anime-Adaption zu Eiichiro Odas One Piece-Manga. Darin erfahrt ihr wie der Held der Geschichte, Monkey D. Ruffy, seine aktuellen Crew-Mitglieder Lorenor Zorro, Nami, Lysop und Sanji kennenlernte. Auch erwarten euch große Gegner wie Käptain Buggy, Käpt´n Black, Don Creek und natürlich Zorros Zusammentreffen mit Mihawk alias Falkenauge. Der Zuschauer wird in eine abenteuerliche und fantasievolle Kulisse entführt. Auch folgt ein rasanter Kampf nach dem nächsten. Die Protagonisten der Geschichte – sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere – sorgen zudem mit ihren charakterlichen Eigenarten für jede Menge Spaß und Skurrilität.

Die Animation mag für heutige Verhältnisse schwach sein, für damalige aber durchaus akzeptabel. Toei Animation belebte hauptsächlich die Akteure der Geschichte. Die Hintergrundbilder sind leblos und starr. Auch wirken deren Farben oftmals blasser als die der Charaktere. Kazé publizierte hierzulande die deutsche One Piece-Fassung – auf die japanische Tonspur verzichtete der Publisher. Alle Folgen in der ersten Box sind größten Teils ungeschnitten – beispielsweise wurden die Eyecatcher und das Ending-Video weggelassen. Kurz, man stimmte die Serie auf das deutsche Fernsehen ein. Schließlich sind Werbepausen hierzulande bei Animes normalerweise nicht üblich. Der Publisher begründet diese Entscheidung damit, dass die One Piece-DVDs das Mainstream-Publikum im Alter von 9 bis 13 ansprechen sollen. Ob die Folgen auf den nächsten Boxen daher weiterhin ungekürzt sein werden, ist bei dieser Zielgruppe fraglich. Als Anfangs- und Abschlusssong verwendete man die hierzulande üblichen Lieder. Trotz fehlender japanischer Tonspur dürfte allerdings auch die deutsche zum Fernsehvergnügen werden. Dennoch könnten einige Fans der Serie, die sich mehr von den DVDs erhofft haben, enttäuscht darüber sein, dass die Originalstimmen nicht enthalten sind.

Disc

Toei Animations One Piece-Anime-Serie debütierte im Jahr 1999 im japanischen TV und verfügt mittlerweile schon über 570 Episoden. In Deutschland dagegen bekam man bisher 400 Folgen zu Sicht. Hierzulande veröffentlichte Kazé die erste One Piece-Anime-Box mit den Episoden 1 bis 30 im Mai 2012 auf DVD. Diese kommt im Tonformat Dolby Digital 2.0 und in einem 4:3 Bildverhältnis, welches nicht immer für eine ideale Qualität sorgt. Der Zuschauer kann nur die deutsche Tonspur mit den bereits bekannten Sprechern aus der One Piece-TV-Serie wählen – auf die japanische wurde komplett verzichtet.

Bonus

Ihr könnt euch auf ein Booklet freuen. In diesem befinden sich Profile zu Protagonisten, die in der ersten Box des One Piece-Animes vertreten sind. Auch wurden darin die Episoden 1 bis 30 in Kurzform beschrieben.

Verpackung

Die sechs DVDs befinden sich in einer breiten Hülle, welche sich aufklappen lässt und aus Pappe besteht. Als innere Motive wurden die Charaktere Nami und Ruffy benutzt. Die CD-Hülse liegt wiederum in einem Schuber aus demselben Material. Beide genannten Verpackungen ziert ein unterschiedliches Cover. Auf der Rückseite des Schubers findet man die Zusammenfassung der Handlung und sämtliche technische Details. Die sechs Discs wurden mit verschiedenen Charaktermotiven bedruckt. Man sollte zusätzlich erwähnen, dass Kazés Verpackungsmaterial nicht sehr vorteilshaft für den Kunden ist. Entweder liegen die CDs frei in der Hülle oder sie sind zu fest eingehakt. In beiden Fällen könnte es zur Beschädigung der Disc kommen.

In Japan zählt Toei Animations Anime-Adaption zu Eiichiro Odas One Piece-Manga zu eine der Quotenrenner im japanischen TV. Umso bedauerlicher dürfte es für deutschsprachige Anime-Fans sein, dass Kazé mit dem Release von One Piece Box 1 dem Mainstream-Zuschauer entgegen kommt. Darin erwarten euch Episode 1 bis 30 in nahezu ungeschnittener TV-Fassung und mit deutscher Tonspur, welche mit passenden Sprechern besetzt wurde, wodurch der Unterhaltungswert der Serie bestehen bleibt. An Spannung, Action, Dramatik und Humor verliert  One Piece dadurch sicherlich nicht. Wer seine Bedürfnisse auch ohne japanischen Originalton befriedigen kann, der sollte getrost zugreifen.

Freundlicherweise wurde uns ein Rezensionsexemplar zu  One Piece – Box 1 von Kazé zur Verfügung gestellt.

Film © 1999 Toei Animation Co. Ltd.
© Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation
published by VIZ Media Switzerland SA (German Version)