one piece box 11
Film © 1999 TOEI Animation Co. Ltd. © Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation published by VIZ Media Switzerland SA (German Version)

Samt ihres neuen Crewmitglieds Cyborg Franky sowie nigelnagelneuen Schiffes sticht die Strohhut-Bande erneut in See und steuert direkt ins nächste Abenteuer! Mit One Piece – Box 11 liegt die vorletzte DVD-Ausgabe der geplanten 400 zu publizierenden Episoden vor. Inkludiert sind die Folgen 326 bis 358 in deutscher Sprache. Der hiesige One Piece-Fan weiß, dass die Serie in Japan aktuell 709 Teile zählt. ProSiebenMAXX legte mittlerweile 56 synchronisierte Episoden obendrauf. Ob Kazé diese jedoch im Anschluss publizieren wird, ist noch unklar. Was One Piece – Box 11 für euch parat hält, das verraten wir euch in dieser Review.

Kaum haben sich die Strohhüte von der Insel Water Seven verabschiedet, entdeckt das Team ein scheinbar verlassenes Schiff. Dort bekommen sie es mit der Phönix-Piratenbande und ebenso mit der Acchiino Familie zu tun. Don Acchiino hat es allerdings nicht nur auf das Kopfgeld der Strohhut-Bande abgesehen, sondern auch auf deren Flagge. Diese reizen sie sich unter dem Nagel. Und da Don Acchiino selbiges mit der Phönix-Piratenbande getan hat, arbeiten schließlich beide Gruppen zusammen, um ihre Flaggen zurück zu ergattern …

Auf einem Abenteuer folgt das nächste: Die Strohhüte erreichen das sogenannte »Mysteriöse Dreieck«, wo es gruslige Gestalten geben soll. Es dauert nicht lange, da begegnen sie Brook: ein lebendiges Skelett mit Afro-Frisur. Da ist selbst Ruffy baff und beschließt zum gruseligen Entsetzen seiner Crew: Brook soll Teil seiner Piratenbande werden! Doch dieser lehnt dankbar ab, da er im Sonnenlicht nicht überleben kann, weil ihm der Schatten geraubt wurde. Für Ruffy kommt das jedoch nicht in die Tüte: Er möchte Brook helfen, so unglaublich dessen Geschichte auch klingt. Und dann taucht auch noch die Geisterinsel Thriller Bark auf und unsere Helden finden heraus, dass es in der Gegend große Probleme gibt. So entwickelt sich die Angelegenheit dieses Mal sehr unangenehm sowie schaurig zugleich …

One Piece – Box 11 beginnt mit elf Filler-Episoden, die man rein storytechnisch betrachtet getrost überspringen könnte, da sie keinen Mehrwert haben. Die Folgen zeigen die aktuelle Besetzung der Strohhut-Bande lediglich in Kampfaktion, gespickt mit dem üblichen Humor. Zuschauer dürften sich dennoch gut unterhalten fühlen.

Ab Episode 337 geht die Handlung wieder nach der Manga-Vorlage und basiert auf deren Thriller Bark-Storyabschnitt. Es existieren im One Piece-Universum sicherlich viele kuriose Charaktere: Mit der Einführung von Brook hat sich Eiichiro Oda allerdings meiner Meinung nach selbst übertroffen. Das einerseits charmante und andererseits perverse, pupsende sowie rülpsende lebendige Skelett sorgt im Geschehen für noch mehr Unterhaltung. Brooks Art stößt sofort auf großes Interesse seitens Ruffy. Dass dieser sich als Musiker entpuppt, ist für den Strohhut nur das i-Tüpfelchen. Die zwei verstehen sich auf Anhieb, aber während Ruffy über Brooks Skelettwitze lachen kann, ist der Rest seiner Bande noch etwas skeptisch. Selbstverständlich beruht Brooks Aussehen auf eine Teufelsfrucht. Was der vielleicht schon in Vergessenheit geratene Wal La Boum mit dem aufgedrehten Skelett zu tun hat, das solltet ihr selber in Erfahrung bringen.

Dieses Mal möchte die Strohhut-Bande die üblen Machenschaften eines Samurais der Sieben Meere (Gecko Moria) durchkreuzen, was nach Sir Crocodile nicht das erste Mal wäre. Dieser raubt dank seiner Teufelskraft anderen Leuten ihre Schatten, wodurch deren Körper zerfällt, sobald diese mit Sonnenlicht in Berührung kommen. Aber damit nicht genug. Die Seelen setzt Moria in tote Körper und so bekommt es die Strohhut-Bande nun also mit Zombies sowie ähnlichen Gestalten zu tun. Für Ruffy wird es zudem übel: Moria raubt nämlich auch seinen Schatten und implantiert diesen in den Körper des riesigen Oz. Auch hat Moria starke sowie skurrile Gefährten im Gepäck (Perona, Absalom und Dr. Hogback), sodass sich der Rest der Strohhut-Bande natürlich nicht langweilt. Für jede Menge Action und Humor ist demzufolge gesorgt.

Disc

One Piece Box 11 kommt mit den Folgen 326 bis 358 verteilt auf sechs Discs. Diese liegen in Dolby Digital 2.0 und in dem Bildverhältnis 4:3 vor, wodurch keine optimale Qualität garantiert wird. So taucht die Grafik leider nicht völlig fehlerfrei auf dem Bildschirm auf. Die DVD-Box inkludiert demzufolge nach wie vor die deutsche TV-Version. Größtenteils sind die Episoden uncut, selbstverständlich fehlen die japanischen Eyecatcher und der originale Abspann gänzlich. Im Intro und Ontro hört der Zuschauer die hierzulande bekannten Titellieder.

Zur deutschen Tonspur sei gesagt, dass es sich dabei natürlich um die Besetzung der RTL2-Version handelt, die weitestgehend aus erfahrenen Sprechern besteht, welche eine hervorragende Leistung abliefern. So gut wie alle wichtigen Haupt- und Nebenfiguren sind passend besetzt.

Der Charakterpool in One Piece ist sicherlich riesig, daher gehe ich jetzt auf einige neue wichtige Figuren und deren deutsche Stimme ein. Benedikt Gutjan haucht dem Knochenmann Brook souverän Leben ein. Dabei ist diese Rolle gar nicht mal so leicht, sie fordert durchaus mehrere stimmliche Facetten ab. Der Radiomoderator und Synchronsprecher bringt die flippige, vornehme, heitere und vor allem witzige Art der Figur sehr gut rüber. Selbst Brooks schrille »Yohohoho«-Rufe gibt er volltrefflich wieder und eine kurze Gesangseinlage bekommt der Zuschauer oben drauf.

Eine weitere bedeutsame Rolle hat im Thriller Bark-Abschnitt der Hauptkontrahent Gecko Moria. Ulrich Frank transportiert dessen Irrsinn überzeugend. Dieses ist ein sehr erfahrener deutscher Sprecher, der in One Piece bereits die Rolle von Mr. 7 übernahm und in anderen Produktionen wie The Simpsons als Ned Flanders zu hören ist. Willi Röbke alias Absalom und Crock Krumbiegel als Dr. Hogback überzeugen ebenfalls. Etwas blass empfinde ich dagegen Anke Kortemeier in der Rolle von Perona. Die Sprecherin bringt diese Figur meiner Meinung nach nicht auf ganzer Ebene authentisch rüber.

Hinsichtlich der Animation von Toei hat sich im Vergleich zu den vorangegangenen Boxen nichts verändert.

Verpackung & Extras

Die elfte DVD-Box zu One Piece kommt mit dem üblichen Booklet, welches Profile zu den auftretenden Protagonisten und Hintergrundinformationen enthält sowie die inkludierten Folgen beschreibt.

Auch die Aufmachung bleibt ihrem Stil treu. In einer breiten, aufklappbaren Hülle aus Pappe befinden sich die CDs. Im Inneren verwendete der Publisher in diesem Volume Motive von Sanji und Brook. In einem Pappschuber liegt die CD-Hülse. Beide genannten Verpackungen schmückt ein unterschiedliches Cover. Auf der Rückseite des Schubers findet ihr wie gehabt alle relevanten technischen sowie inhaltlichen Details. Die sechs Discs bedruckte Kazé wiederum mit verschiedenen Charaktermotiven.

Auch in One Piece – Box 11 bleibt die Serie ihrem bisherigen Gesamtpaket und Konzept treu. Dem Zuschauer erwarten jede Menge unterhaltsame Charaktere und actiongeladene Auseinandersetzung, gespickt mit viel Humor. Der hiesige One Piece-Fan dürfte inzwischen wissen: Überall wo die Strohhut-Bande auftaucht, gibt es allerhand Abenteuerliches zu erleben. Neben den Running Gags bringt hier insbesondere die neue Figur Brook sehr viel Fun ins Geschehen, was nicht zuletzt auch seiner deutschen Stimme (Benedikt Gutjan) zu verdanken ist. Nach wie vor erhält der Käufer mit dieser Box lediglich die hierzulande bekannte TV-Fassung, was den Unterhaltungswert jedoch nicht schmälert. Wem das nicht stört, der kann getrost zugreifen.

Freundlicherweise wurde uns ein Rezensionsexemplar zu One Piece – Box 11 von Kazé zur Verfügung gestellt.