One Piece Gold – Interview mit dem Komponisten Yuki Hayashi

Hierzulande müssen sich Fans lediglich bis zum 7. April gedulden. Dann erscheint One Piece Gold auf DVD und Blu-ray. In Japan erhielt der Movie bereits im Dezember ein Disc-Release und passend dazu veröffentlichten die Macher ein Interview mit dem Komponisten Yuki Hayashi.

In welchen Szenen aus One Piece Gold hätten seiner Meinung nach Bild und Musik perfekt zusammengepasst …

Hayashi: Die »Zoro vs. Dice«-Szene in der zweiten Hälfte des Films. Diese habe ich so umfunktioniert, dass der Höhepunkt direkt erreicht wird, wenn das Schwert nach unten kommt. Es hat Spaß gemacht, daran zu arbeiten. Auch passt die Musik der gesamten Rennszene zu den Bildern. Zwar kommen in genau dieser Situation viele Soundeffekte und Stimmen aufeinander, sodass es schwierig sein könnte, sich auf die Musik zu konzentrieren, aber es würde mich freuen, wenn ihr dem Soundtrack ein wenig Aufmerksamkeit schenkt.

One Piece Gold 9
© Eiichiro Oda / Shueisha, Fuji TV, Toei Animation
An welcher Stelle des Films sollten Zuschauer ganz besonders hinhören …

Hayashi: Während der Szene, in der Tesoros Turm gestürmt wird, gibt es eine Stelle, die ich nach den Visuals komponierte. Ruffy streckt dort seinen Arm und Carinas Brust hüpft. Gleichermaßen erklingt ein langes »boiiiing« von der Holz-Basis. Als ich die Performer darum bat, dass sie die Töne auf das Hopsen der Brüste anpassen sollen, meinten sie zu mir, dies sei das erste Mal gewesen, dass sie jemand um so etwas gebeten hätte (lacht).

Unterscheidet sich seine Herangehensweise bei einem Anime und Drama … 

Hayashi: In der Tat. Ein Anime hat normalerweise eine Laufzeit von 30 Minuten. Demnach sind die Lieder relativ kurz (max. 2 Minuten). In Dramen kann ein Track bis zu fünf Minuten oder sogar länger sein. Zudem muss die Musik in einem Anime auf die Bilder angepasst werden, wenn sich gewisse Dinge bildlich nicht klären lassen. Demnach runde ich die Musik dort mehr ab, als in Dramen. Des Weiteren geben mir Anime-Geschichten — die sich über alle möglichen Dinge drehen können, welche in der realen Welt nicht möglich wären — mehr musikalische Freiheit.

Von der rhythmischen Gymnastik zur Musik — warum sich Hayashi für letzteren Weg entschied 

Hayashi: Rhythmische Gymnastik ähnelt dem Eiskunstlauf. Man benötigt Musik, die den Tanz begleitet. Diese wird vom Athleten selbst gewählt und arrangiert. Musik am Computer herzustellen ist heutzutage kein Problem mehr. Ganz zu Beginn lies ich dies von einem Arrangeur machen. Allerdings fing ich mehr und mehr an, diese Aufgaben selber zu übernehmen. Genau hier kam die Sache ins Rollen. Ich kreierte Musik für andere Athleten und fand Spaß daran. Letztendlich wählte ich den Musikweg.

In welchen Genres er sich künftig gerne mal austoben würde …

Hayashi: Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich mich freuen würde, erneut an One Piece mitwirken zu dürfen. Ich habe früher auch schon an einem Samurai-Drama gearbeitet. Daher würde ich gerne mal an einer Taiga[*] mitwirken.

[*] lange historische Drama-Serien auf dem Sender NHK

One Piece Gold lief bereits vor dem deutschen Disc-Release in den Kinos. Sumikai warf einen Blick in die deutsche Fassung. Welche Eindrücke der Film hinterließ, lest ihr hier nach.

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