Am 28. Februar brachte Kazé die ersten drei Episoden von One-Punch Man im Rahmen ihrer Anime Night in die deutschen Kinos. Wir haben uns die Vorstellung in Nürnberg angesehen.

One-Punch Man dreht sich um den Hobby-Helden Saitama, der so hart trainiert hat, dass ihm die Haare ausgefallen sind und er jeden Feind mit einem Schlag besiegen kann. Doch das hat auch seine Nachteile. Gerade weil er die Kämpfe aufgrund seiner Stärke so leicht gewinnt, ist der Held gelangweilt und frustriert. Der Mann verliert die Lust aufs Kämpfen und wundert sich, ob all das harte Training nötig war. Es gilt für ihn die Vorzüge herauszufinden, die solche Kräfte mit sich ziehen …

Die erste Anime-Staffel ist momentan auf Anime on Demand zu sehen. Die Serie debütierte am 5. Oktober 2015 in Japan. Shingo Natsume (Space Dandy) führt in der Serie für Madhouse (Summer Wars) die Regie, Tomohiro Suzuki (Saint Seiya: Legend of Sanctuary) ist wiederum für das Drehbuch verantwortlich, und Chikashi Kubota (Robotics;Notes) steuert das Charakterdesign bei. Makoto Miyazaki (Triage X) komponiert die Musik, Chikashi Kubota (Robotics;Notes) ist sowohl Charakterdesigner als auch Animationsregisseur, und Shigemi Ikeda sowie Yukiko Maruyama dienen jeweils als Artdirector. Wiederum übernimmt Shoko Hata die Tonregie. Kazé sicherte sich hierzulande die Internet-, TV-, VoD- und HomeEntertainment-Rechte an One Punch Man.

Der Film:

Auf der Anime-Night wurden die ersten drei Episoden der Serie gezeigt. Das Opening und Ending wurde auf Japanisch belassen, die Serie selbst aber komplett Deutsch synchronisiert.
Man mag ja in der Vergangenheit viele unpassende deutsche Synchronisationen gehört haben, doch One-Punch Man ist wirklich sehr gelungen besetzt. Das Zusammenspiel des gelangweilten Saitamas alias Fabian Oscar Wien und des heldenhaften Cyborgs Genos alias Nico Sablik trifft es einfach perfekt.

Zudem sind die Nebencharaktere, zum Beispiel die Krabbe Lante, mit hochkarätigen Synchronsprechern wie Santiago Ziesmer (Spongebob Schwammkopf, Vegeta) besetzt. Der Wortwitz kommt in der deutschen Version sehr gut zum Tragen und auch unwichtige Figuren wurden sehr liebevoll, teilweise mit witzig verstellter Stimme, vertont.

Einziges Manko der Vorstellung war, dass auf die Hilfs-Untertitel verzichtet wurde. So hat man weder einen deutschen Untertitel beim Opening und Ending, noch bei den Episodentiteln und Bildschirmtexten. Dadurch ging leider einiges an Subtext verloren. Auch hätte man sich gewünscht, dass die Folgen zu einer Kinoversion zusammengeschnitten werden und man nicht dreimal Opening und Ending hätte sehen müssen. Positiv gesehen konnte man sich zu den Opening-Zeiten wenigstens neues Popcorn holen, oder aber auf die Toilette gehen.

Das Publikum:

Das Publikum war bunt gemischt zwischen 16 Jahren und Anfang 30. Es gab Neulinge, die erst durch die vorab von Kazé veröffentlichten Trailer auf One-Punch Man aufmerksam geworden sind, Gewohnheitstiere, die regelmäßig auf die Kazé Anime Night gehen, sowie eingefleischte Fans der Serie, die Saitama und Genos einmal auf großer Leinwand erleben wollten.

Die Synchronisation wurde von den befragten Besuchern sehr positiv aufgenommen. Die Gags der Serie zogen auch auch Deutsch und der Kinosaal brach sehr oft in heilloses Gelächter aus. Viele Neulinge haben versichert, dass One-Punch Man sie positiv überrascht hat und sie die Serie definitiv weiterverfolgen wollen. Allerdings kamen die meisten Zuschauer überein, dass man doch besser die Openings hätte wegkürzen und dafür noch eine oder zwei Folgen mehr hätte zeigen können.

Unser Fazit:

Bereits im Vorfeld wurde One-Punch Man von AV-Visionen über Social-Media-Kanäle, Onlinemagazine und natürlich in den Kinos selbst groß angepriesen. Dementsprechend war der Kinosaal in Nürnberg mit knapp 200 Besuchern zu zwei Drittel gefüllt, was für einen Anime eine mehr als akzeptable Leistung ist. Die Stimmung passte, die Umsetzung passte und auch die vor dem Film gezeigten Trailer, zum Beispiel von Attack on Titan, waren auf die Zielgruppe zugeschnitten. Alles in allem war es ein sehr gelungenes Kino-Event.

Die Kazé Anime Night kann definitiv weiterempfohlen werden! Am 28. März geht es mit dem zweiten Realfilm zu Attack on Titan weiter – hingehen und ansehen!

Anne Atsusa
Buchwissenschaftlerin und Japanologin Ende 20. Anime Sport-Guru, der auch Magical Girls, Boys Love und Idol Games liebt. Taucht gerne im Onsen ab.

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