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Never ever Love – Manga-Test

Dank Egmont Manga debütierte Papiko Yamada im September 2014 mit ihrem Boys-Love-Oneshot Never ever Love im deutschsprachigen Raum. In Japan erschien das Werk erstmals im Jahr 2011, die Einzelkapitel wurden in Ichijinshas Gateau-Magazin publiziert. Dieser wartet mit einer unterhaltsamen Geschichte auf, im Gesamtpaket mag das Werk aber nicht jeden Boys-Love-Fan überzeugen. Wieso, das lest ihr in folgendem Review.

Genji hatte es durch Keita schon in der Grundschule nicht leicht. So verdankte er ihm dort den Namen »Kackbert«. Wo Genji doch eigentlich davon ausging, dass Keita ihn hasst, bewies ihm der Junge auf dem Schuldach plötzlich das Gegenteil. Allerdings trennen sich daraufhin die Wege der beiden Schüler.

Schließlich begegnen sich Genji und Keita auf der Hochschule wieder. Beide haben sich in den vergangenen sechs Jahren charakterlich kaum verändert. Nachdem Genji Keita aus der Patsche hilft, erwartet dieser im Gegenzug, dass Keita ihm zu einem Date verhilft.

Da dies auch klappt und Genji sich mit dem Mädchen gut versteht, sucht Keita plötzlich mit ihm das Weite und beide landen in seiner Wohnung, wo unerwartet Keitas Mutter auftaucht, um von ihrem Sohn Geld zu erschnorren, woraufhin sich die zwei Jungs im Schrank verstecken. Genji und Keita kommen sich plötzlich näher und Letzterer gesteht ihm schließlich seine Liebe. Während Keita nichts unversucht lässt, um Genjis Herz für sich zu gewinnen, halten dessen Ängste ihn davon ab, dieser Beziehung eine Chance zu geben. Und dann taucht auch noch »Butan« auf …

Papiko Yamadas Never ever Love hinterlässt bei mir eine gespaltene Meinung. Erzähltechnisch bekommt der Leser definitiv eine unterhaltsame Boys-Love-Story geboten, die auf ihre zwei männlichen Protagonisten und deren Hintergrundgeschichten eingeht. Beide haben zumindest einen Fakt gemein: nämlich familiäre Konflikte. So hat Genjis Mutter ihn und seine Schwester in Stich gelassen. Seither verschließt der Junge sein Herz, aus Angst, erneut verlassen zu werden, und vergnügt sich mit vielen Mädchen. Keita wiederum verabscheut seine Mutter, welcher er die Höhenangst zu verdanken hat. Der Junge zeigt offensiv, dass er Genji sehr mag.

Gerade in dem Punkt beginnt aber die Zwiespältigkeit: An manchen Ecken wird der Humor hier sachte ausgedrückt etwas überspannt. Muss man tatsächlich zum Beweis der Liebe die Popel des anderen essen? Des Weiteren darf sich der Leser auf ziemlich sexistischen Humor gefasst machen, der teilweise witzig ist aber auch Stirnrunzeln verursacht. Dazu kommt, dass der zumindest im beziehungstechnischen Bereich weinerliche Genji die harschen Annäherungsversuche des dominanten Keitas nahe zu wehrlos über sich ergehen lässt, wo er doch sonst recht vorlaut erscheint, wodurch die Geschichte unrealistische sowie klischeehafte Züge erhält. Positiv sei anzumerken, dass »Butan« eine überraschende Wendung einleitet.

Yamada-senseis Zeichnungen legen einen großen Fokus auf die Protagonisten, deren Design attraktiv aber durchschnittlich ausfällt. Die Hintergründe sind oftmals leer oder einfarbig.

Papiko Yamadas Never ever Love kommt bereits in der japanischen Ausgabe im Osaka-Dialekt. Egmont Manga hat in seiner deutschen Übersetzung versucht, diese sehr lässige Sprachform umzusetzen. Diese verleiht dem Oneshot sicherlich etwas Einmaliges aber sie dürfte nicht jedermanns Geschmack treffen. Bei mir persönlich störte der Sprachgebrauch manchmal den Lesefluss. Käufer des Einzelbandes können sich im deutschen Release ebenso auf eine farbige Illustration freuen.

Ob dem hiesigen Boys-Love-Fan Papiko Yamadas Never ever Love zusagt hängt wohl von zwei Faktoren ab: Verständnis für den sexistischen und überspitzten Humor sowie den Sprachgebrauch. Egmont Manga hat den lässigen Osaka-Dialekt ins Deutsche übernommen, was dem Werk einerseits ein besonderes Merkmal verleiht, andererseits aber auch als störend empfunden werden kann. Die Geschichte ist dennoch unterhaltsam und bietet mit »Butan« eine überraschende Wendung. Auch schenkte die Mangaka ihren Protagonisten viel Aufmerksamkeit. Die eingeworfenen Flashbacks geben ihnen etwas Tiefe. Dennoch nimmt die Beziehung der zwei Hauptcharaktere, welche zunächst beide eher wie selbstbewusste Typen erscheinen, im Laufe der Story klischeehafte Züge an. Letztendlich überwiegen bei mir jedoch die positiven Eigenschaften. Deshalb – und aus purer Neugier auf die Dialogführung  – sollten Boys-Love-Fans dem Werk eine Chance geben!

Wir bedanken uns bei EMA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Never ever Love.

Dounimonnai Soushisouai © 2011 Papiko Yamada, Ichijinsha Inc., Tokyo
Never ever Love © 2014 Egmont Verlagsgesellschaften mbH

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