Anzeige
HomePopkultur»Snow White & Alice« - Manga-Test

»Snow White & Alice« – Manga-Test

Es wird märchenhaft (auf eine etwas andere Art) mit Pepus Snow White & Alice! Seit 2010 erscheinen die Einzelkapitel des Werkes unter dem Originaltitel Shiro Ari in ASCII Media Works‘ Sylph-Magazin. Kadokawa publizierte Band 8 der Serie im Mai 2015 in Japan und damit ist sie noch nicht abgeschlossen. Hierzulande startete Snow White & Alice im selben Monat bei EMA. Was das Werk für euch parat hält, dem geht Sumikai in diesem Artikel auf den Grund.

Anzeige

Schneewittchen wird wegen ihrer roten Augen und weißen Haare von ihren Mitmenschen gehänselt. Einzig Spiegel ist ihr Freund, welcher irgendwann die Nase voll hat, der Mutter des Mädchens stets vorzugaukeln, sie wäre die Schönste auf der Welt, und Schneewittchen aus der Notlage befreit. Er transferiert sie mit dem Ziel, Alice zum König zu machen, ins Spiegelland. Schnell stellt Schneewittchen fest, dass der Ort, an dem sie gelandet ist, irgendwie anders ist. Dann trifft das Mädchen endlich auf Alice, der ihr zunächst das Leben rettet, sie dann jedoch ziemlich ruppig behandelt. Der Schönling geht anhand ihres Aussehens davon aus, dass Schneewittchen zum weißen Hasen gehört. Als Alice ihr dann auch noch eine Pistole entgegenstreckt, holt Spiegel sie aus dem Schlamassel wieder heraus, wodurch das Mädchen wenig später beim nächsten kuriosen Ort landet: im Café des Hutmachers. Es dauert nicht lange, da steht Alice wieder auf der Matte, welcher immer noch davon ausgeht, dass sie zu seinem Feind gehört und Schneewittchen in Handschellen legt.

Plötzlich taucht der Bube des Roten Königs auf und attackiert Alice. Erst hier kapiert der Junge, dass Schneewittchen nichts mit dem weißen Hasen am Hut hat. Wie sich nun herausstellt, tragen Alice als Blauer König und der Rote alle zehn Jahre einen Kampf aus. Der Sieger wird Herrscher über das Spiegelland. Doch der sadistische Alice hat schon lange nicht mehr gewonnen. Lauter kuriose Dinge und mitten drin Schneewittchen …

In Pepus Snow White & Alice ist die Welt ein wenig verdreht. Das scheint aber auch plausibel zu sein, denn die Mangaka bedient sich an bekannten Gegebenheiten aus Alice im Wunderland und dem Märchen Schneewittchen. So lernt der Leser gleich zu Beginn ein Mädchen namens Schneewittchen kennen, dass wegen ihres Aussehens selbst von der eigenen Mutter schikaniert wird, dennoch nie den Glauben an das Gute im Menschen verliert und die Demütigungen wortlos hinnimmt. Der einzige, welcher irgendwann die Schnauze voll hat und ihre Mitmenschen am liebsten aus dem Weg geräumt hätte, ist Schneewittchens mysteriöser Gefährte Spiegel. Dieser katapultiert das Mädchen nun ins Spiegelland. Da an diesem Ort alles ein bisschen anders und kurios ist, dürfte es denke ich nicht verwunderlich sein, dass Pepu Alice als Mann darstellt und aus dem Herzbuben einen Transvestiten gemacht hat. So wirklich besser ergeht es Schneewittchen dort zunächst ebenso wenig, was sie aber nicht von ihrer Gutgläubigkeit abhält. Schneewittchen bietet allerdings Alice gegenüber in manchen Situationen auch Paroli, sodass man sie nicht als komplett blauäugig abstempeln kann.

Anzeige

Im Spiegelland gerät das Mädchen nun in einen direkten Konflikt zwischen dem aktuellen Herrscher, dem Roten König sowie dessen Gefährten und Alice, dem Blauen König, der das Amt bestreiten möchte. Letzterer benimmt sich zunächst Schneewittchen gegenüber sehr sadistisch, aber Snow White & Alice wäre kein Romance-Titel, wenn sich dieser Fakt nicht langsam ändern würde. Die Protagonistin stellt fest, dass viele der seltsamen und mysteriösen Charaktere, die sie dort kennenlernt, Gewaltpotenzial in Bezug auf die Streitpartei verfügen. Allerdings gibt es auch Gestalten, die dem Ganzen neutral gegenüberstehen – wie beispielsweise der Hutmacher und März. In jedem der sechs inkludierten Kapitel lernt die Protagonistin einen neuen Charakter kennen, der im Geschehen mitmischt. Warum die Bewohner des Spiegellandes »Namensträgern«, somit auch Schneewittchen, eine besondere Bedeutung schenken, welche Rolle das Mädchen zwischen den Fronten spielt und welchen Sinn dieses Gefecht überhaupt hat, das solltet ihr selber ergründen.

Die Handlung inkludiert ebenso Comedy-Elemente, welche durch Situationskomik oder coole Sprüche, die in dem Gerangel fallen, entstehen. Vergleichbar ist das ruppige und actiongeladene Geschehen ein wenig mit Wonderful Wonder World, selbstverständlich ohne Harem-Absichten. In Sachen Romance bietet der Startband Knistermomente in kleinem Rahmen.
Pepu legt in den Zeichnungen einen großen Fokus auf die Ausarbeitung der Charaktere. Die Designs verfügen dabei Wiedererkennungswert. Besonders auffällig sind dabei die Augen der Figuren. An manchen Stellen empfinde ich Schneewittchens Darstellung als zu wenig ausgearbeitet. Ein paar mehr Details – beispielsweise in den Haaren – hätten ihr denke ich gut getan. Das Mädchen geht mit ihrem weißen Styling etwas unter. Des Weiteren ist die Panelführung auf manchen Seiten in Kombination mit dem überwiegenden Schwarz-Weiß-Kontrast etwas irritierend, da mehrere kleine und schmale Abschnitte zusammen gepuzzelt wurden (siehe Beispielbild links), was die Verständnis des Szenenablaufes ein wenig erschwert.
Die deutsche Publikation von Snow White & Alice Band 1 inkludiert neben sechs Kapitel sowie einem Extra zwei Hochglanzfarbseiten, von denen eine mit einer Illustration bedruckt wurde. Bei der Textsetzung fiel mir auf, dass Soundwörter, wenn auch selten, den Dialog in der Sprechblase überdecken, wodurch dieser schlecht lesbar wird.
Pepus Snow White & Alice verspricht, eine fantasievolle Geschichte mit Ansätzen aus dem Märchen beziehungsweise Kinderbuch Alice im Wunderland sowie Schneewittchen zu werden. Der Startband führt die Haupt- sowie wichtigsten Nebencharaktere ein, die den Leser auf ihre lustig charmante Art zu unterhalten wissen, und schenkt erste Eindrücke zu den Gegebenheiten im Spiegelland. Das verzwickte Machtspiel zwischen dem Roten sowie Blauen König und das Verhalten einiger Charaktere – wie beispielsweise Spiegel – werfen allerlei Fragen auf. Welche Rolle Schneewittchen in diesem Konflikt übernehmen wird, ist ebenfalls noch unklar. Romance-Fans kommen in Volume 1 allerdings noch etwas kurz. Der Leser erhält dennoch genug Anreize, zum zweiten Band zu greifen. Fantasy-Liebhaber sollten einen Blick in Pepus Snow White & Alice riskieren.
Wir bedanken uns bei EMA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Snow White & Alice, Band 1.

Details

Titel: Snow White & Alice, Band 1
Originaltitel: 白アリッッ 1 (Shiro Ari  1)
Mangaka: Pepu
Erscheinungsjahr: 2010 (JP)  2015 (DE)
Verlag: Kadokawa Shoten (JP) EMA (DE)
Genre: Romance, Comedy, Fantasy
Altersempfehlung:
Preis: 7,50 €
Bestellen: [amazon text=ISBN 3770486420&chan=animey&asin=3770486420]

Shiro Ari  © 2010 by Pepu/KADOKAWA CORPORATION, Tokyo
Snow White & Alice © 2015 Egmont Verlagsgesellschaften mbH

Google News button
Anzeige
Anzeige