Pretty Guardian Sailor Moon Crystal, Episode 2 bis 5 – Anime-Preview

Am 5. Juli startete auf dem japanischen Streaming-Dienst niconico die heiß erwartete neue Anime-Adaption zu Naoko Takeuchis Pretty Guardian Sailor Moon. Wie das Debüt ausfiel, darüber berichtete AnimeY bereits in einer Preview zur ersten Episode. Am Samstag, dem 6. September, wurde inzwischen die fünfte Folge präsentiert. Wie sich Sailor Moon Crystal bisher qualitativ entpuppt, erfahrt in diesem Bericht.

Inzwischen gesellen sich handlungstechnisch ganz nach der Manga-Vorlage drei weitere Sailor-Kriegerinnen dazu, die Usagi Tsukino als Sailor Moon im Kampf gegen die dunklen Mächte unterstützen sollen. Weiterhin taucht der mysteriöse Tuxedo Mask auf, um der Heldin aus der Patsche zu helfen.

Toei Animation ist die Einführung der Charaktere Ami Mizuno (Sailor Merkury) und Rei Hino (Sailor Mars) leider nicht volltrefflich gelungen. Die zwei Figuren wirken bisher noch sehr steif und leblos, auch ist das Zusammenspiel zwischen den beiden und Usagi zu oberflächlich gestaltet – da fehlt irgendwo die Heiterkeit. Zuschauern dürfte es bis dato noch etwas schwerfallen, für Rei und Ami Sympathie zu entwickeln. Bei der Einführung vom Makoto Kino alias Sailor Jupiter in Episode 5 hat Toei allerdings bewiesen, dass es auch besser geht. Das Potenzial ist also vorhanden, ich bin optimistisch, dass dem Zuschauer noch andere Facetten der Protagonisten gezeigt werden.

Handlungstechnisch bleibt Toei bisher der Manga-Vorlage treu – dementsprechend besitzen Episode 1 bis 5 auch den Titel der ersten fünf Kapitel. Minimale Abweichungen sind dennoch zu erkennen. So bleiben dem Zuschauer Jadeite und Nephrite noch etwas länger in der Story erhalten. Für mich persönlich ist diese Änderung aber keinesfalls schlecht, eher im Gegenteil, ich bin gespannt, warum sich die Produzenten dafür entschieden haben. Manga-Kenner dürften wissen, dass die Generäle in der Vergangenheit der Sailor-Kriegerinnen eine Rolle spielten. Neben dieser positiven Abweichung existiert in Folge 4 allerdings ebenso eine negative, die für mich persönlich auch einen faden Beigeschmack hinterlässt. Sowohl im Originalanime als auch in der Manga-Vorlage ist es Alkohol, der Usagi in ihrem Prinzessinnen-Kleid schläfrig macht. Für Sailor Moon Crystal haben sich die Macher für eine andere Variante entschieden, bei der sich mir die unbeantwortete Frage aufdrängt: Warum schläft Sailor Moon auf einer Bank ein? Leider ein gescheiterter Versuch dem Alkoholthema auszuweichen.

Des Weiteren sollte erwähnt werden, dass die Geschichte relativ schnell voranschreitet, was natürlich den Nachteil mit sich bringt, dass sich die Figuren nicht so recht entfalten können (wie oben angesprochen). Die ersten Höhepunkte dürften sich also schon bald ereignen. Eine Frage, die sich hier aufdrängt: Inkludieren die angesetzten 26 Episoden nur den »Dark Kingdom«-Abschnitt? Es spricht denke ich vieles dagegen, wenn Toei der Manga-Vorlage treu bleibt.

Wie bereits im Artikel zur ersten Episode erwähnt, sind Toeis Animationen dem heutigen Niveau angepasst. Die Farben bleiben darin weiterhin einen Tick zu blass. Für mich sind die CGI-animierten Verwandlungssequenzen der Sailor-Kriegerinnen immer noch ein feines Augenmerk! Negativ möchte ich allerdings das Charakterdesign anmerken. Naoko Takeuchis Vorlagen sind an sich schon sehr speziell gestaltet, was auch nicht weiter schlimm ist. Leider gelingt es Toei Animation bisher nicht, die Qualität auf demselben Level beizubehalten, sodass die Proportionen und Gesichtszüge oftmals schief und krumm aussehen, was die Figuren noch »ungewöhnlicher« aussehen lässt – natürlich im negativen Sinne.

Die Charaktere wurden mit passenden Sprechern neu besetzt. Einzig Kotono Mitsuishi kehrt in ihrer Rolle als Usagi Tsukino/Sailor Moon zurück. Inzwischen hätte ich mir für die Heldin der Geschichte aber eine jüngere Sprecherin gewünscht. Mitsuishi verkörpert Usagi zwar zweifellos ohne Makel, aber ihre piepsige Stimme wirkt an manchen Stellen künstlich aufgesetzt. Mit Hisako Kanemoto (Ami), Rina Satou (Rei) und Ami Koshimizu (Makoto) wurde eine perfekte Auswahl getroffen.

Die musikalische Untermalung bleibt auf einem märchenhaften und qualitativen Niveau. Inzwischen sitzt bei dem einen oder anderen Zuschauer der Opening- und Ending-Song sicherlich schon im Ohr, wenn auch der Gesang von Momoiro Clover Z weniger überzeugt.

Sailor Moon Crystal präsentierte in den ersten fünf Folgen wenige Defizite in der Darstellung der Protagonisten und dem Storyaufbau. Ein bisschen mehr hapert es dagegen bei der Animation hinsichtlich des Charakterdesigns. Dennoch ist meiner Meinung nach bei den erst genannten Kriterien Potenzial auf Besserung vorhanden – Episode 5 machte hier einen sehr guten Anfang. Ich persönlich bin sehr gespannt, wie Toei Animation das Werk weiterhin umsetzt.

© Toei Animation Co.Ltd, Naoko Takeuchi/PNP

Bildquelle: offizielle Webseite