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Prinzessin Mononoke – Ghibli-Präsident Kiyofumi Nakajima bietet spannende Einblicke in die Produktion

Hättest ihr gewusst, welches Risiko die Produktion von Prinzessin Mononoke für das Studio Ghibli dargestellt hat? Spannende Einblicke der Produktion von Prinzessin Mononoke liefert der Studio-Ghibli-Präsident Kiyofumi Nakajima in einer Broschüre.

Die Broschüren wurden während der Ausstellung des Edo Culture Complexes (Edocco) verteilt, die vom 20. April bis zum 12. Mai stattfand. Sie beleuchten die Arbeit des Studios und des Regisseurs Toshio Suzuki. In den Broschüren reflektiert der Studio-Ghibli-Präsident Kiyofumi Nakajima seine Erlebnisse mit Suzuki.

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Ihre erste Begegnung

Nakajima traf Suzuki zum ersten Mal in den 90er Jahren, als er noch bei der Sumitomo Bank arbeitete. Zu dieser Zeit leitete er die finanziellen Angelegenheiten von Studio Ghibli, damals noch eine Tochtergesellschaft des Tokuma Shoten Verlages.

Tokuma Shoten war stark verschuldet und verließ sich auf die Produktion weiterer Hits beim Studio Ghibli. Gleichzeitig befand sich Prinzessin Mononoke mitten in der Produktion, dabei war das Budget doppelt so groß wie die früheren Ghibli-Filme und intern wurde ein finanzieller Verlust von Beteiligten befürchtet.

Die Produktionskosten bei Pom Poko und Whisper of the Heart lagen beispielsweise bei rund einer Milliarde Yen (ca. 8,1 Millionen Euro). Im Falle eines Hits wurde mit Einnahmen von zwei Milliarden Yen (ca. 16,3 Millionen Euro) kalkuliert, so ergäbe dies einen Gewinn von einer Milliarde Yen.

Anders als zuvor ging man mit der Produktion von Prinzessin Mononoke durch das Budget von über zwei Milliarden Yen ein viel größeres Risiko ein. Nach den bisherigen Erfahrungen würde er im besten Falls als Hit gerade so die Gewinnschwelle erreichen, aber gleichzeitig bestand ein großes Risiko von finanziellen Verlusten für das Studio.

Ist das Thema eigentlich Hit-tauglich?

Zu allem Überfluss behandelt der Film auch ein komplexes Thema und passte somit nicht mehr in das Konzept des typischen Sommer-Familienfilms. Zu dem Zeitpunkt war es schwer vorstellbar, dass ein Film über die Probleme des Zusammenlebens zwischen Mensch und Natur ein Hit werden könnte.

Daher wandte sich Nakajima auch mit Bedenken bezüglich des Budgets an Suzuki, doch seine Antwort überraschte ihn. Suzuki klärte Nakajima darüber auf, dass die Produktion von Filmen stets ein Glücksspiel darstellt, schließlich kann niemand die Zukunft vorhersehen. Aus diesem Grund probiere er es einfach.

Nakajima fand diese Antwort seltsam, hatte aber keine andere Wahl als die Einspielergebnisse abzuwarten. Anders als viele vermuteten wurde Prinzessin Mononoke mit über 19 Milliarden Yen (ca. 154,8 Millionen Euro) Einnahmen ein Riesenerfolg. Nachdem auch noch der nächste Titel Chihiros Reise ins Zauberland ein weltweiter Hit wurde, fragte Nakajima Suzuki, wie er das geschafft hat.

Wie schafft man so einen Erfolg?

Suzuki antwortete, dass jeder Filmregisseur stets versucht, etwas Gutes zu schaffen. Die Schwierigkeit besteht darin, diesen Anspruch mit den Marktbedürfnissen in Einklang zu bringen. Das Studio Ghibli konzentriert sich zuerst auf die Produktion von einem guten Werk und beauftragt anschließend Leute, die den Inhalt vom Film verstehen, mit dem Marketing.

Das heißt wiederum, dass das Studio gleichzeitig die Produktion, das Marketing und den Vertrieb in einem Haus vereint. Diese Worte berührten Nakajima so sehr, dass er seinen Job bei der Sumitomo Bank aufgab und stattdessen im Ghibli-Museum anfing.

Ironischerweise fand Nakajima später heraus, dass Suzuki eigentlich ein Pragmatiker war. So studierte er stets die Marketingtrends und investierte auch 10 Milliarden Yen (90,9 Millionen US-Dollar) in die Vermarktung von Chihiros Reise ins Zauberland. Die Aussagen waren also eine unverschämte Lüge, Nakajima nimmt ihm das aber nicht übel und amüsiert sich mehr darüber.

Suzuki’s Pragmatismus führte zu mehr kreativen Freiheiten

Der Pragmatismus von Suzuki sicherte dem Studio und seinen Kreativen vorrangig erst einmal genug finanzielle Mittel, um damit echte kreative Freiheit zu erlangen. Aus diesem Grund wurde das Studio Ghibli als Tochtergesellschaft von Tokuma Shoten gegründet, erst 2005 machten sie sich endgültig unabhängig. Wenn es um Geld geht, hat Suzuki das Herz eines typischen Einwohners von Nagoya.

In einem Interview mit Yahoo! News im vergangenen Monat sprach Suzuki selbst über seine Herangehensweise bei der Filmfinanzierung und warum sich das Studio letztendlich nicht für ein ewiges Wachstum entschieden hat.

Kiyofumi Nakajima wurde 2017 zum Präsidenten von Studio Ghibli ernannt. Der ehemalige Präsident Koji Hoshino wurde zum Vorsitzenden des Unternehmens ernannt. Toshio Suzuki wird weiterhin als Produzent arbeiten, und alle drei Männer sind repräsentative Regisseure für das Studio.

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Quelle: Toshio Suzuki und Ghibli Broschüre

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