Radio-Diskussion: Fehlt es deutschen Manga an Genrevielfalt?

Hab ihr das Gefühl, deutschen Manga-Eigenproduktionen mangelt es an Genrevieltfalt? Und viele Künstler/innen widmen sich lieber dem Boys-Love-Genre? Dann dürfte diese von Sumikai organisierte Radio-Diskussion für euch interessant sein.

Wir holen die deutschen Comiczeichnerinnen Mikiko Ponczeck (Crash’n’Burn), Melanie Schober (Skull Party) und Kami (Get Your Man) sowie den Autor Michel Decomain (Demon King Camio) in eine Radio-Diskussion des NSW-LiVE, die sich mit dem Thema “Fehlt es deutschen Dojinshi bzw. Manga an Genrevielfalt?” befasst. Wir möchten mit unseren Gästen u.a. die Ursachen ergründen, weshalb Boys Love dominiert, und über die Auswirkungen dieser Genre-Fixierung sprechen.

Die Diskussion beginnt am 20. Juni um 19 Uhr im Programm des Onlineradios NSW-LiVE.

Info

Mikiko Ponczeck ist hierzulande mit Boys-Love-Titeln wie Crash’N’Burn oder Lost and Found bekannt, die beide von Tokyopop herausgegeben wurden. Aktuell arbeitet die Zeichnerin mit dem Verlag PYRAMOND zusammen, worüber sie die Kurzgeschichte SCARS herausbrachte.

Melanie Schober schloss im vergangenen Jahr ihren Vierteiler Skull Party ab, der von Carlsen Manga! publiziert wurde.

Drei Bände zu Kamis Get Your Man erschienen beim Verlag Schwarzer Turm.

Michel Decomain und Marika Herzog bilden das Duo CHASM, welches für ihre Camio-Reihe bekannt ist, die von Egmont Manga herausgegeben wurde.

8 KOMMENTARE

  1. Hallo zusammen!
    Ich als Laie würde dem nur zustimmen!
    Unter anderen aus folgenden Gründen!

    1.) Fehle es tatsächlich an einem breiteren Spektrum an diversen Genren und an tieferen und dramatischen Haupt – und – Nebengeschichten! Sowohl für die reifere Jugend als auch für das Erwachsene Publikum ab 21+

    2.) Deutscher Anime an Deutschen Schulen? Muss nicht sein aber kann in etwas abgewandelter Form durchaus stattfinden. Entweder im klassischen jap. Stil und mit dt. Namen oder in einem eigenen dt. Stil mit Japanischen Namen. Bei Anime`s und Manga`s wird bewusst auf sonderbare und für “Fremde” meist exotische Namengebungen zurückgegriffen! “Die Japaner” wissen das und lassen nichts den Zufall!
    Siehe “Evangelion” oder “Attack on Titan”. So ähnlich ist es auch mit Ortsbezeichnungen oder Personen aus der eigenen bekannten Historie! “Das fehlt im Deutschen Manga -Segment”.

    3.) Der “Stoff”
    Es ist fast schön lächerlich und irgendwie auch “makaber” und “peinlich” zugleich, dass ausgerechnet die bekanntesten Serien und Manga`s mit “westlichen Inhalt” in der Vergangenheit als “Vorlage” für Japanische
    Erfolgsprodukte dienten! Zum Beispiel

    “Siehe Rotkäppchen”
    “Ronja, die Räubertochter”
    “Heidi”
    ” Fußball”….etc…
    “Nippon” -Anime ist so klassisches Beispiel aus der Vergangenheit. Also Stoff, den wir auch schon früher hätten entwickeln können. Aber da mangelte es hier in Deutschland an eigenen Zeichen und Grafikstudios für solche “eingedeutschte” Produktionen. “Bis heute”

    4.)”Nur wer die eigene Geschichte kennt, kann davon profitieren und in abgewandelter Form etwas Neues und großartiges schaffen!” -“Wie wahr,wie wahr” -“Warum nicht auch bei uns?”
    “In Japan weis man das.”

    Eine über tausendjährige Geschichte die unterschiedliche kulturelle Leistungen regional und überregional hervorgebracht hat und uns fällt hier in Deutschland nichts besseres ein als “Romance”,”Love” und “Kitsch”? Ist das wirklich alles,was wir hier zu bieten haben? “Ist das der eigene Anspruch für den Standort Deutschland?” Bei deutschen Manga`s fehlt bzw. mangelt es auch an den richtigen “Schockmomenten” und auch den “Aha- Effekten! Denke ich mir zumindest. “Ich weis es nicht.”

    “Manga`s sollen sich nicht nur gut lesen sondern auch etwas “tieferes” und “einprägsames” im Verstand auf gekonnte Art und Weise hinterlassen.” Siehe “Naruto”.

    Wir wäre es denn mit deutsch- japanischen Barock, “Drittes Reich,ein Mittelalter -Szenario wie in “Danmachi”(nur realistischer und authentischer ohne “RPG”- Gedöns) oder aus “Attack on Titan” mit den dazugehörigen historischen Personen und deren Namen?

    – eine historische Adaption zur “Stasi”, der dt. Ost-Kolonisation(“Besiedlung” und “Konflikte” im Osten im 9. und 10. Jahrhundert oder so ähnlich)
    – das Thema “kriegerische Staaten”, ist nicht nur ein “asiatisches” Phänomen in der Literatur und Historie
    – “Barbarossa und der Löwe”
    – “Endzeit – Szenarien” – Die Japaner lieben opulente Kämpfe mit zum Teil übertriebener Gewalt und Explosionen

    – Probleme und Geschehnisse aus der Gegenwart/Vergangenheit? In Japan wird darauf auf vielschichtige Art und Weise darauf eingegangen und zum Teil versteckt in Form in Bild und Schrift als Botschaft mit eingebaut.

    Kennt einer von euch “Schwarzesmarken”?
    Eine tolle japanische Adaption! “Aber irgendwie auch gruselig, wenn Leute von außerhalb etwas beschreiben und niederschreiben können,was sie selber nicht erleben mussten bzw. erlebt haben.
    So ähnlich, wie es bei “Karl May der Fall gewesen ist. Gibt es in der bisherigen Manga – Szene ein eigenes dt. Äquivalent dazu, wenn es ums Geschichten schreiben geht? Ein ” Hideaki Anno” oder ein “Hayao Miazaki” in Wort und Schrift?

    Kurz und knapp gesagt, dieses Thema ist ziemlich komplex und vielschichtig aber dennoch drücke ich allen Schaffenden in der Deutschen Szene alles Gute und einen erfolgreichen Weg in die Zukunft damit auch deutsche Manga – Anime – Produktion ihren Weg zu uns und vielleicht auch nach Japan finden werden! “Wäre das nicht großartig?”

  2. Da ich zufälllig diesen Beitrag auf Facebook fand und ihn äußerst Interessant fande, will ich mal einen Kommentar dazu verfassen. Ich bin männlich und 26 Jahre alt. Meine Lieblingsgenre sind wohl Romance gemischt mit einem gewissen Fantasy/Mystery Mix. Ansonsten mehr Fantasy/Mystery only.

    Ich habe mittlerweile in meinen mehreren Jahren Anime und Manga Konsum das ein oder andere gesehen bzw. gelesen. Hierbei achte ich im Regelfall selten auf die Autoren sondern mehr auf das Cover, den Titel und natürlich das Genre. Als Junge (wie vermutlich viele) fällt das Genre Boys-Love wohl total weg. Somit wie der Beitrag sagt auch ein großteil der deuschen Autoren.
    Ansonsten muss ein Manga aus meiner Sicht häufig ein ansprechendes Cover und einen vielversprechenden Titel haben.
    Wenn ich beim stöbern der hierigen Thalia-Bibliothek oder in den Neuerscheinungen von Carlsen, TokyoPop und ähnliche doch mal an einen Manga aus deutscher Hand komme wurde ich in der Regel entäuscht. Häufig stellte ich beim durchblättern fest, dass
    1. der Styl häufig anders als der “klassische” japanische-Manga Styl ist. Sie benutzen eine Art angepassten, was man an Statur, Gesichtsausdrücken und vielem mehr erkennt, was mir persönlich nicht zuspricht. Gelegentlich erinnert ein deutsches MangaWerk vom Zeichenstyl mehr an einen amerikanischen Comic als einen japanischen Manga.

    2. die Atmosphäre meist auch angepasst wird. Ein Manga aus deutscher Hand enthält die deutsche Mentalität. Das Umfeld, Freunde, Schule, Gesprächthemen und vieles mehr sind meist “deutsch”. Dies unterscheidet sich meist dann vom klassichen japanischen Manga. Und ich glaube dass häufig dieses “besondere” und andere Umfeld für mich einen bestimmten Reiz beim lesen hat, welcher dann wegfällt.

    Kurz gesagt sehe ich neben dem Genre traurigerweise den Zeichenstyl und die Atmosphäre als Mitgrund, dass ich persönlich selten bis gar keine Manga aus deutscher Hand kaufen würde.
    Gerade wenn bereits das Cover und dann auch der Zeichenstyl nicht “normal” ist, nehme ich es bereits nicht in die Hand, egal wie die Story ist. Als normal nenne ich nun fast alle anderen japanischen Manga, welche sich meiner Ansicht nach optisch zu stark vom deutschen Zeichenstyl unterscheiden. Natürlich hat jeder Mangaka eine gewisse eigene Art, jedoch wenn bereits an den Zeichnungen ein Land unterschieden werden kann, könnte man bereits von einer anderen Art sprechen, ähnlich der Unterscheidung von Manga und Comic.

    LG
    Florinu

    • das ist natürlich eine interessantes These, die wir gerne künftig auch noch mal aufgreifen können :). Die genannte Diskussion dreht sich jedoch um Werke von deutschen Manga-Zeichnern (geht nicht generell um deutsche Manga-Veröffentlichungen).

      • Hiho,
        dachte habe mit meiner Schreibweise schon zu verstehen gegeben, dass ich mich durchaus bei meinen Aussagen lediglich auf deutsche Zeichner beziehe.
        Zumindest war das mit der Betrachtung von “deuschen Autoren” ; “Manga aus deutscher Hand” und ähnlichen Formulierungen so gedacht :D.

        Ansonsten sage ich es nochmal gerne. Ich beziehe mich mit den Aussagen lediglich und alliene auf Werke von deutschen Manga-Zeichnern. (Ansonsten würde die Aussage, dass die meist deutsche Mentalität reinbringen, deutsch betrachten etc. auch keinen Sinn ergeben?)

        LG

    • Da muss ich dir wirklich recht geben. Genau das gleiche hält auch mich davon ab, Manga von deutschen Künstlern erst zu kaufen. Ganz selten ist zwar der Zeichenstil, wie auch deine erwähnte Atmosphäre schon wiedergegeben, allerdings fehlt es dann meistens an Story. Ich denke auch, dass deine Meinung auf die meisten anderen deutschen Manga-Fans übertragbar ist, denn wenn jemand ein amerikanisches Comic lesen wollen würde würde er danach höchstwahrscheinlich nicht in der Manga-Abteilung suchen.

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