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Bis zum Polarlicht und noch viel weiter

A Place further than the Universe – Vier Mädels erobern den Südpol

Der Südpol ist aus mehr als einem Grund oftmals nur ein weißer Fleck auf der Landkarte. Die unwirtlichen Lebensbedingungen und der stürmische Weg dorthin laden nicht unbedingt dazu ein, dort Zeit zu verbringen. Aber genau dorthin zieht es vier Mädchen im Madhouse-Anime „A Place further than the Universe“.

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Nachdem es den vier Mädchen Mari, Shirase, Hinata und Yuzuki gelungen ist, das Trainingsprogramm für ihre Reise zum Südpol durchzustehen, heißt es Abschied nehmen von Freunden und Familie. Per Flugzeug machen sich die vier sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten auf, die für sie noch fremde Welt der Expeditionen zu erobern. Aber wie es immer ist, kann auf einer solch langen Reise einiges schief gehen, was es natürlich auch tut.

Die vier Schülerinnen werden in das Expeditionsteam integriert und müssen ihren Beitrag zum Alltag leisten, auch wenn Küchendienst nicht unbedingt zu den interessanten Aufgaben einer solchen Expedition gehört. Trotzdem gelingt es den Mädchen sehr gut, sich in die bestehende Expeditionsgemeinschaft einzufügen. Gleichzeitig entwickeln sich die vier Mädchen durch die Erfahrungen, die sie während ihrer außergewöhnlichen Reise machen, weiter und wirken im Laufe der Zeit immer erwachsener.

Südpol lässt Grüßen
Expedition für Anfänger Bild: Yorimoi Partners

Selbst wenn der Anime eine sehr romantisierte Version einer Reise zum Südpol zeigt, wissen die Mädchen auf jeden Fall zu unterhalten. Während die Einblicke in die Welt einer solchen Forschungsreise interessant sind, erweisen sich die persönlichen Geschichten rund um die jungen Teilnehmerinnen als ebenso spannend wie abwechslungsreich.

Reise ins weiße Nichts

Mit fortschreitender Geschichte verändert sich die Welt der vier Mädchen sehr. Anstatt einem normalen Alltag zwischen Schule, Freizeit und Hausaufgaben müssen sie sich in eine bestehende Gruppe mit klarer Rollenverteilung einfügen. Außerdem verlassen sie ihre Komfort-Zone und reisen um die halbe Welt, um einen Ort zu besuchen, von dem ihre Mitschüler nur träumen können. Dass dies nicht ohne Probleme und Streitigkeiten geht, ist klar.

Südpol voraus
Vier Mädchen, vier Wege, ein Ziel Bild: Yorimoi Partners
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Während „A Place futher than the Universe“ einen reichlich verklärten Blick auf die Strapazen einer solchen Reise wirft, gibt es doch immer wieder auch Momente, in denen gezeigt wird, dass nicht alles so Abenteuer ist, wie die vier Hobby-Forscherinnen es sich vorgestellt haben, denn auch das Leben auf einem Schiff oder in einer eingeschneiten Forschungsstation irgendwo im Nirgendwo hat seine Schattenseiten, die der Anime zumindest teilweise zur Sprache bringt.

Nichtsdestotrotz weiß die Reise die Schülerinnen zu den Pinguinen, dem Polarlicht und der unendlichen Weite der weißen Welt am Südpol zu unterhalten und zu fesseln. Während sich die Charaktere einzeln weiterentwickeln, müssen sie sich auch immer wieder mit der Frage auseinandersetzen, was ihre Freundschaft, die eigentlich nur auf Basis des gemeinsamen Reiseziels entstand für jede Einzelne bedeutet und inwieweit sie ihnen hilft, sich selbst weiterzuentwickeln.

Immer wieder eingespielte kleine Anekdoten der Reise sorgen dafür, dass die Charaktere weiter vorgestellt und somit für den Zuschauer greifbarer werden. Außerdem sorgen sie für eine Auflockerung der gerade zum Ende hin doch sehr dramatischen Geschichte.

Yorimoi
Hochkarätiger Cast für alle Belange Bild: Yorimoi Partners

Der Südpol und seine Facetten

Wenn man nach einer Pause wieder anfängt „A Place further than the Universe“ anzuschauen, sieht man sich wieder mit der anfangs ein wenig außergewöhnlichen Animation konfrontiert. Trotzdem sind es diese stilistischen Eigenheiten, die den Anime sehenswert machen, auch wenn es ihm an einer realistischen Darstellung immer noch mangelt, macht die Serie auf jeden Fall Spaß und ist mit insgesamt 13 Folge dem Inhalt entsprechend aufgestellt.

Gleichzeitig erweist sich die Aufteilung der Folgen auf die Discs als sehr gute Wahl. Während es in der ersten Volume um die Planung der Reise und die Vorbereitungen geht, entführt die zweite in die weite Welt und vor allem auf hohe See, die die eine oder andere Herausforderung für die vier Protagonistinnen bereithält. Gerade in der dritten Volume sollten die Taschentücher nicht allzu weit weg liegen, denn es wird noch einmal richtig dramatisch. Denn während die Reise an den Südpol für Mari, Yuzuki und Hinata vor allem ein spannendes Abenteuer darstellt, ist sie für Shirase auch Reise in die nicht sehr glückliche Vergangenheit.

Dramen der Vergangenheit
Ein bisschen Drama schadet nie Bild: Yorimoi Partners

Auf die Veröffentlichung von KSM sorgt dafür, dass die Serie eine Bereicherung für jedes Anime-Regal darstellt. Der auswendig gestaltete Schuber trägt ebenso dazu bei wie die Verpackung der einzelnen Volumes, die mit viel Liebe für Details gestaltet wurden. Während die Box das Highlight der ersten Volume ist, warten auch die andere beiden mit verschiedenen Extras, wie Artcards oder niedlichen Stickern, auf.

Reisen erweitert den Horizont

Der deutsche Cast sorgt weiterhin dafür, dass „A Place further than the Universe“ auch in der deutschen Tonspur Spaß macht. Die G&G Studios haben lange Erfahrung mit der Umsetzung von Anime, was man dem Anime ansieht, denn das Zusammenspiel der Charaktere, egal ob Schülerinnen oder alteingesessene Expeditionsteilnehmern, verläuft sehr harmonisch. Leider fehlen innerhalb des Drehbuchs aber auch Aspekte, die auf einer so langen Reise auch mal negativ ausfallen, wie Lagerkoller oder halt die Enge der jeweiligen Aufenthaltsorte.

Während sich die Geschichte vorrangig auf die vier Schülerinnen konzentriert, sind es vor allem die Expeditionsteilnehmerinnen Gin Todou und Kanae Maezawa, die eine größere Rolle spielen, da sie sich vorrangig um die Mädchen kümmern. Die beiden Frauen werden im Deutschen von Angels Wiederhut und Giuliana Jakobeit gesprochen. Dass die beiden große Anime-Erfahrung haben, hört man ihnen auch an, denn sie schaffen es sich gegenüber ihren zahlenmäßig überlegenen jungen Kolleginnen gut durchzusetzen.

Yorimoi Partner auf dem Weg zum Südpol
Helferinnen in der Not Bild: Yorimoi Partners

Nachdem im ersten Teil der Geschichte das deutsche Dialogbuch teilweise doch ein wenig einseitig daherkam, ändert sich das mit fortschreitender Reise wieder. Die Reise zum Südpol kommt zwar leider größtenteils ohne Fach-Vokabular daher, was insgesamt ein wenig schade ist, allerdings liegt dies daran, dass der Fokus der Geschichte rein auf den vier Mädchen liegt, sodass für weitere Themen nicht viel Platz bleibt.

Fazit

„A Place further than the Universe“ entführt in eine Welt, von der die meisten von uns nur träumen können, denn der Südpol liegt nun einmal nicht gerade um die Ecke. Der Anime macht diese weiße, verschneite Welt und vor allem die schönen Seiten dieser greifbarer, wobei die niedlich dargestellten Pinguine eine große Rolle spielen. Die Reihe weiß auf jeden Fall für einen Abend zu unterhalten, auch wenn sie ohne große Action und mit nur wenig Drama daherkommt.

Die deutsche Übersetzung ist fundiert und gut gemacht, sodass man sich die Serie entspannt in beiden Sprachen ansehen kann. Auch die aufwendige deutsche Präsentation von KSM macht die Box zu einem echten Schmuckstück in jedem Regal.

Info

Reise zum Polarlicht
A Place Further than the Universe Vol. 1 Bild: Madhouse

A Place further than the Universe Vol. 1
Original Name: 宇宙よりも遠い場所
Transkription: Sora yori mo Tooi Basho
Studio: Madhouse
Erschienen am: Dezember 2017 (Japan) / April 2020 (Deutschland)
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Atsuko Ishizuka
Drehbuch: Jukki Hanada
Musik: Yoshiaki Fujisawa
Synchronisation: G & G Studio, Kaarst
Dialogregie: Sebastian Hollmann
Dialogbuch: Nicole Hise
Freigegeben ab: 6 Jahren
Genre: Slice of Live, Comedy
Medium: Blu-ray, DVD

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Unsere Meinung

Story
85 %
Animation
90 %
Synchronisation
90 %
Preis
88 %

Fazit

"A Place further than the Universe" ist eine Reise, die man gern mitmacht, was nicht nur an den sympa-thischen Protagonistinnen liegt. Mit einer Altersfreigabe von sechs Jahren können Anime-Fans jeden Alters die Reise gern selbst machen und werden insgesamt nicht enttäuscht von ihrer Fernsehtour zurückkehren.
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