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Ein Anime, der nichts für schwache Nerven ist

Ajin Staffel 2 – Demi Human und die Monster aus der Nachbarschaft

Nachdem die erste Staffel „Ajin“ mit einem reichlich offenen Ende aufwartete, ließ Gott sei Dank die Fortsetzung nicht lange auf sich warten. Wie schon die erste Season muss man auch bei der zweiten feststellen, dass die Reihe nur für Zuschauer mit guten Nerven geeignet ist.

Nachdem sich der neue Ajin Kei Nagai anfangs nur um sich selbst kümmerte und alles dafür tat, sein einfaches Leben wieder aufnehmen zu können, gelingt es seinem neuen „Freund“ Ko ihn zu überreden, sich doch gegen die Ajin zu stellen, die mittels Terror versuchen ihre Ziele, eine Anerkennung als Teil der Bevölkerung zu erhalten, durchzusetzen. Dazu wollen sich die beiden Jungen mit der Ajin-Kontrollbehörde zusammentun.

Nachdem Kei durch reichlich unorthodoxe Maßnahmen einen Kontakt herstellen konnte, er-klärte sich die Behörde notgedrungen bereit, mit den beiden zusammenzuarbeiten. Vor allem Keis Intellekt und seine Fähigkeiten als Ajin erweisen sich als sehr nützlich, selbst wenn die beiden sich in ihrer neuen Einheit erst etablieren müssen. Hier zeigt sich aber auch wieder, dass Menschenleben für den Schüler nur eine untergeordnete Rolle spielen, zumindest wenn es um Menschen geht, die er nicht weiter kennt.

Ajin mit Schatten
Kei „verhandelt“ mit seinem Jäger Bild: Sakurai Emon Kodansha / Ahito Management Committee

Die erste Staffel „Ajin“ endet blutig. Die zweite macht allerdings genau an dieser Stelle weiter. Weiterhin finden sich die Figuren irgendwo zwischen Gut und Böse wieder, lassen sich aber so wirklich in keine Schublade stecken.

Außenseiter als Terrorist

Ende der ersten Staffel haben sich einige der Ajin zu einer terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen, um für ihre „Rechte“ zu streiten, allerdings mit sehr extremen Mitteln. Hatte man nach dem Gewalt-Exzess seitens des Militärs am Ende von Staffel eins noch die Hoffnung, dass es nun etwas friedlicher zugeht, wird der Zuschauer in der zweiten Staffel schnell eines Besseren belehrt. Die Verantwortlichen setzen erneut auf eine Mischung aus tatsächlicher und Psycho-Gewalt, um den Zuschauer zu fesseln.

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Ajin Staffel 1 – Demi Human, aber auch keine Monster

Obwohl sich Kei und Ko entscheiden mit der Regierung zusammenzuarbeiten, ist vor allem Kei weiterhin weit davon entfernt als Held durchgehen zu können. Zwar möchte er, moralisch angestachelt von Ko, gegen die Terror-Ajin vorgehen, allerdings geht er reichlich skrupellos vor. Während es Ko darum geht Menschenleben zu retten, scheint die Abschuss-Liste für Politiker, die Sato und seine Leute „abarbeiten“ für Kei nur eine strategische Herausforderung darzustellen, bei der es darum geht, das größere Ziel, den Sieg über Sato, zu garantieren und weniger darum, wirklich Leben zu retten. Kei wird also definitiv kein Held in strahlender Rüstung.

Schatten vieler Ajin
Ajin Schatten Bild: Sakurai Emon Kodansha / Ahito Management Committee

Gleichzeitig zeigt sich, wie überfordert die Regierung mit der Situation ist, anstatt sich zu unterstützen, haben die verschiedenen Behörden und Gremien mehr damit zu tun, sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen, was es für alle Beteiligten nicht einfacher macht ihr Ziel zu erreichen. Selbst wenn die Methoden der Terroristen schrecklich und unmenschlich sind, erweisen sich ihre Beweggründe und Forderungen als durchaus plausibel. Manchmal möchte man den Politiker schon gern an den Kopf knallen, einfach mal den eigenen zu benutzen, bevor er Medienwirksam weggeschossen wird.

Das Ende der Staffel erweist sich fast als ein wenig enttäuschend, wenn man sich den Verlauf der Handlung ansieht. Der Story-Aufbau folgt leider dem bekannten Muster, dass der „Held“ erst einmal ordentlich was auf die Nase bekommt, bevor er zum großen Finale hin wieder über sich hinauswächst.

Geschmackssache

Ähnlich wie die Geschichte erweist sich auch die Darstellung als Geschmackssache. Das Studio Polygon setzt weiterhin auf CGI-Animation, auch wenn diese ihre Schwächen hat. Vor allem die Gesichter wirken oft maskenhaft und lassen den Figuren nur wenig Raum ihre Gefühle zu zeigen. Bei manchen, wie Sato, ist die Palette allerdings auch nicht so groß, als dass er über seine Mimik viel transportieren müsste. Bei anderen Figuren würde man sich aber ein wenig mehr Tiefgang in der Mimik durchaus wünschen.

Ajin CGI
Kei zeigt Emotionen Bild: Sakurai Emon Kodansha / Ahito Management Committee

Auf der anderen Seite ist die CGI-Animation vor allem bei den zahlreichen Kampfszenen auch von Vorteil. Die Schießereien sind sowohl explosiv als auch abwechslungsreich umgesetzt, selbst wenn die armen Soldaten fallen wie die Fliegen. Das Kredo bleibt also dasselbe: „Ajin“ ist nichts für Menschen, wie kein Blut sehen können und auf ein Ende Marke „Friede, Freude, Eierkuchen“ stehen. Aber gerade deswegen ist die Geschichte ja so interessant.

Parallel zur Reihe veröffentlicht Kazé auch die drei Filme, die die ersten beiden Staffeln „Ajin“ zusammenfassen. Auch diese sind stilistisch ansprechend, wer die Handlung allerdings im Ganzen genießen möchte, sollte sich auf jeden Fall die Serie kaufen.

Hohe Standards

Kazé betraute erneut die SDI Media Germany GmbH mit der Übersetzung ins Deutsche, sodass auch an dieser Stelle die Qualität gleichbleibend gut ausfällt. Auch die Sprecher der ersten Staffel haben alle ihre Rollen wieder übernommen, sodass eine einfach erkennbare und gleichzeitig gute Fortsetzung gewährleistet ist.

Nachdem Benjamin Stöwe als Kou Nakano zum Ende der ersten Staffel zum Cast stieß, spielt er jetzt eine größere Rolle. Während Kou versucht als Keis Gewissen zu fungieren, kann man als Zuschauer feststellen, dass das Zusammenspiel von Benjamin Stöwe und Patrick Baehr als Kei wirklich gut funktioniert, selbst wenn ersterer für seinen „Freund“ meist nur wenig nette Worte übrig hat.

Ajin und Menschen
Kaito als Retter in der Not Bild: Sakurai Emon Kodansha / Ahito Management Committee

Auch Till Völger hat als Kaito wieder einen kurzen, wenn auch emotionalen Einsatz. Gerade diese Figur bringt neben Kou wenigstens ein wenig emotionale Tiefe in die sonst eher brutale Geschichte ein.

Fazit

Die zweite Staffel „Ajin“ steht der ersten in puncto Action in nichts nach. Im Vergleich zum ersten Teil ist hier die Schwarz-Weiß-Malerei aber stärker ausgebildet, denn Terroristen sind und bleiben die Bösen, selbst wenn ihre Wünsche durchaus verständlich sind. Allerdings gehen die Drehbuchautoren auch an dieser Stelle wieder weiter, sodass der Böse auch ein richtiger Psychopath ist.

Auch die deutsche Präsentation von Kazé sorgt dafür, dass die Reihe außergewöhnlich rüber-kommt. Die zwei Blu-ray der zweiten Staffel sind erneut in einem schicken Digipack mit Schuber untergebracht, wobei vor allem die vierte Box ein echter Augenschmaus ist. Die gute deutsche Synchronisation erweist sich ebenfalls als Vorteil, sodass Action-Fans die Reihe weiterhin mit Freude verfolgen können.

Ajin Teil 4
Ajin Vol. 4 Bild: Sakurai Emon Kodansha / Ahito Management Committee

Info

Ajin: Demi-Human Staffel zwei
Original Name: 亜人
Transkription: Ajin
Studio: Polygon Pictures
Erschienen am: 31. Mai 2019
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Hiroyuki Seshita
Drehbuch: Hiroshi Seko
Musik: Yugo Kanno
Synchronisation: SDI Media Germany GmbH, Berlin
Dialogregie: Bernhard Völger
Dialogbuch: Sigrid Scheurer
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Action, Mystery, Drama
Medium: Blu-ray, DVD

Story
85 %
Animation
80 %
Synchronisation
91 %
Preis
85 %

Unser Fazit

Die zweite Staffel setzt die erste nahtlos fort, wer also diese schon verschlungen hat, sollte sich die zweite auf jeden Fall auch ansehen. Die gute deutsche Übersetzung sorgt dafür, dass man Ajin in beiden Sprachen genießen kann.
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